Ja, das kannste, · ruelfig · ·


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      ruelfig



Ja, das kannste,

   11.08.2010, 00:48 / 1 x geändert



deinen Namen auf das Straßenpflaster kotzen,
Großbuchstaben prahlen, bis die Lippe platzt.
Tote Neger aus dem Baseballkäppi rotzen,
laute Hosen tragen für die Nacht.

Arsch zusammenbeißen in authentisch,
Ludensohn von edlerem Geblüt,
lauter Scheiße schmieden, ohne Stuten reiten,
leere Damensättel peitschen, bis die Gerte glüht.

Energiesparhirne in Ekstase fisten,
faule Blumen in Gestecke prügeln.
Mistgeburten ein Erklärwerk an die Backe bügeln,
beinlos auf den Schulterblättern twisten.

 

      Willimox



Ja, das kannste,

   11.08.2010, 09:37 / 2 x geändert



Dieser Dein Abwatsch-Song hat drive, Kraft und wütende, federnde Eleganz.

Beste Traditionslinie. Man vgl. Francois Villon (in der Übersetzung von Paul Zech):

In Kalk, noch ungelöscht, in Eisenbrei,
in Salz, Salpeter, Phosphorgluten,
in dem Urin von rossigen Eselsstuten,
in Schlangengift und in Altweiberspei,
in Hundeschiß und Wasser aus den Badewannen,
in Wolfsmilch, Ochsengalle und Latrinenflut:
In diesem Saft soll man die Lästerzungen schmoren.

In eines Katers Hirn, der nicht mehr fischt,
im Geifer, der aus den Gebissen
der tollen Hunde träuft, mit Affenpiß vermischt,
in Stacheln, einem Igel ausgerissen,
im Regenfaß, drin schon die Würmer schwimmen,
krepierte Ratten und der grüne Schleim
von Pilzen, die des Nachts wie Feuer glimmen,
in Pferderotz und auch in heißem Leim:
In diesem Saft soll man die Lästerzungen schmoren.

In dem Gefäß, drin alles reingerät,
was so ein Medikus herausholt aus dem schwieren
Gedärm an Eiter und verpestetem Sekret,
in Salben, die sie in den Schlitz sich schmieren,
die Hurenmenscher, um sich kalt zu halten,
in all dem Schmodder, der zurückbleibt
in den Spitzen und den Spalten
(wer hätte nicht durch solchen Schiet hindurchgemußt!):
In diesem Saft soll man die Lästerzungen schmoren.

Meine Herren, packt all die saubren Sachen
(gehen sie in den verfaulten Kürbis nicht hinein)
in eure Hosen, um den Bottich voll zu machen,
gebt auch den Arschgeruch von einem Schwein hinein,
und hat's vier Wochen lang gegoren:
In diesem Saft solln eure Lästerzungen schmoren.

(lässt sich auch als Invektive gegen Criticusse lesen)



Sei gegrüßt

w

 

      Jolante



Ja, das kannste,

   11.08.2010, 12:43 / 1 x geändert



dieser Titel ist bereits die Antwort auf dein fetziges Gedicht, das meinen Adrenalinspiegel hochschnellen ließ. Wenn willimox den Erstkommentar geliefert hat, bleibt für mich nicht mehr viel zu sagen, denn er versteht sein Handwerk, und davon profitiere auch ich. Schön, ruelfig, dass du ordentlich was reingeschüttet hast ins lit-on-Sommerloch, aus dem einige "namhafte" Planetarier/innen geflohen sind, hoffentlich nur urlaubsbedingt. "Faule Blumen in Gestecke prügeln", diese Formulierung hat mich am meisten beeindruckt.

Unverblümt grüßt Jolante

 

      heinz-heinz



Volle Kanne!

   12.08.2010, 20:35



Ja, das haste wirklich gekonnt, ruelfig. Bravo, Wohlklang & Drive in the silent summer whole! 10 Reim-Vorschläge meinerseits für die Zukunft

Bandkeramik - Kotzdynamik
Spuren sichern - Huren kichern
Backe krampft - Kacke dampft
Geist erweitern - Ärsche (sch)eitern
Hand verbrüht - Fußpilz blüht
Meißner Porzellan - Scheiße quillt voran
Kaffeeweißer - Hosenscheißer
kurz besprochen - Furz gerochen
dumm geguckt - Rotz verschluckt
Höre nunmehr diesen Marsch doch - ach was bist du für ein Arschloch

Als kleiner Dank: http://www.literature-online.de/thread.php?threadid=2311

Beste Wünsche,
heinz-heinz

 

      ruelfig²



Ja, danke

   14.08.2010, 18:02



Hallo Willimox,
schön, dass dir mein Text gefällt. Danke für den Villon, dieses Gedicht kannte ich noch nicht. Ganz oben auf den Merkzettel: wieder mehr Klassiker lesen.
Hallo Jolante,
mein Text entstand als Antwort auf eine Auseinandersetzung in einem anderen Forum, in dem sich eine bekannte lyrische Giftspritze immer breiter macht. Hier ist es doch eher ruhig und beschaulich, so dass ich die Absenz einiger nicht ganz verstehe. Hoffentlich treten die bald wieder an, aber Zacke!
Hi-Hi Heinz-Heinz,
danke für das Lob. Dass mein Text dir zur Inspiration dienen mochte, freut mich. So sollte es immer sein, gegnseitige Befruchtung.
Ewige Blumenkraft,
Ruelfig

 

      Gretchen



ja, das rockt voll durch

   18.08.2010, 22:32



ruelfig, alter kämpe, deins ist gut, überzeugend wortstark.
wurde ja bereits mehrhaftig gesagt, woll.

ich versuch mal, eine spur zu legen in die richtung, wo ich den ort des entstehens vermute. keine ahnung, ob ich's treffen kann, bin vllt. total falsch aum dampfer oder auch nur einfach unverständlich, aber versuchen will ich doch, dem textanlass mal nachzuspüren.

gugg, so etwa dacht ich's mir:


Ja, das kannste,

deine Lyrikscheiße auf den Bildschirm tropfen,
genitale Läuse filzig in die Fäden kacken,
dem Bukowski dreist an seine Eierstoppeln packen,
den Kanal mit ewig gleichem Dreck verstopfen,
wenn Kritik kommt, kalt dagegen spritzen,
in authentisch machen, blind und blöde immer oben sitzen.



naja, gott schütze uns vor barbarischen michelinvasionen ...



. . . . . . . . . . hofft still:
. . . . . . . . . . . . . die kröte . . . .

 

      Willimox



ja, das rockt voll durch

   19.08.2010, 09:12



@ruelfig

Kannste das Schmähobjekt vlt verlinken?

Find es nicht.

greets

willimox

 

      ruelfig²



Schöpfungsgeschichte, Nacht sieben

   19.08.2010, 12:07 / 2 x geändert



Geehrte Grete,
sei bedankt. Dein so in etwa trifft es genau. Zur Erbauung hier ein unbekannterer Ausschnitt aus der verlorengegengenen Urbibel:
Es begab sich aber in der siebenten Nacht, dass der H**R, unser G**T, eine superschlechte Laune hatte, da ihm beim Skat gegen J***E und A***H wieder einmal voll nichts gelungen war. Darob konnte er keinen Schlaf finden und weil er nichts zu lesen hatte, hieß er seinen Erzlümmel Maik zu sich kommen und sprach also:
"Siehe, am Anfang war das Wort. Ich will dir nun Gewalt geben über alle Gedichte-, lyrik- und literaturforen, welchselbige ich hiermit erschaffe. Gehe hin und schreibe zu meiner Erbauung."
Also nahm Maik Feuerkiel und Pulverfass und begann zu lyriken, dass es eine Bewandtnis hatte. Bedauerlicherweise hatte G**T, der H**R, ihn mit völliger Phantasielosigkeit ausgestattet, weswegen er immer den gleichen Text in leicht unterschiedlichen Varianten verfasste.
Nachdem tausende von Jahren wie ein Augenblick vergangen waren, begehrten die inzwischen nachgekommenen Forenmitglieder gegen ihn auf und verwiesen ihn mit Flammenstiften aus den meisten Wortparadiesen. Dies aber focht Maik nicht an und so wird er weiter schreiben bis zum Tag des jüngsten Gedichts, an dem er sitzen wird zu G****S Füßen, zu richten die Dichter und Literaten und sein Name wird sein: GRÖLAZ (Größter Lyriker Aller Zeiten).
Amen.

Hallo Willimox,
du kriegst PN.

Gegrüßt,
R

 

      Gretchen



Vivat GRÖLAZ (?)

   20.08.2010, 02:26 / 1 x geändert



Geschätzter Meister ruelfig, aus der Urbibel hör' ich immer gern was!

Was mich nachdenklich macht: Die lit-on-Lyrikpommesbude ist seit fast fünf Jahren am Netz, aber GRÖLAZ, der Geblasene, war hier noch nie. Warum? Ist lit-on sonn' autonomer Extremplanet hinter dem Rand des Universums, so abgelegen, dass er es nicht findet? GRÖLAZ wäre doch genau der richtige Mann für den Schwänzchenpreis, der seit dem Heimgang des a********e nicht mehr vergeben werden konnte. Naja, wer weiß ... wenn man den GRÖLAZ nennt - äh ...

Was mich ja echt interessieren würde - ob der GRÖLAZ das überhaupt merkt, wenn er angedichtet wird!?


Kurz vor der Nachtruhe:
. . . . . . . . . . . Margret von dem Güldenmund . . . .




Ach, noch was:

another portrait of the artist as a young man

In der Tasse: Rum mit Tee.
Vor dem Fenster: blüht der Klee.
Woran denk ich: an mein Wohl.
Weiß nicht, was ich: reimen soll.
Gottes Engel: können fliegen.
Kleine Kinder: muss man wiegen.
Ach, ich fürchte: es zerfällt
Erst mein Hirn: danach die Welt.

Trotzdem weiter: dicht dich frei.
An die Tasten: Spaß dabei.
Jetzt auf enter: aber wie!
Ich bin GRÖLAZ: das Genie.

 

      ruelfig²



Vivat GRÖLAZ (?)

   06.09.2010, 22:02 / 1 x geändert



Der Grölaz spürt nichts, fühlt nichts, empfindet keinen Schmerz. Außer er spürt, fühlt und empfindet, um zu lyriken. Diese Einfindungen schmiedet er dann mit Urgewalt zum Hammer, der alles zerschmettert, das jemals war, ist und sein will. Hüte der Beiseiuns, dass er uns jemals aufspürt. Er trübte den Tümpel mit mächtigem Schlage, es läge das Fußvolk malad auf der Trage, von jetzt auf gerade lief alles schief. Man hoffte, das bliebe im Konjunktiv.




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