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        darloni
        (Gast)

in der Küche

   07.08.2010, 08:08



In der Küche

Jo, nun war ich also hier als Servicekraft, als sogenannte Dhammahelferin, im Meditationscamp eingesperrt, auf Zeit, genau genommen 10 Tage lang. Letztes Jahr war ich noch als meditierende Schülerin im Zentrum; doch diesmal war ich hinter den Kulissen aktiv, das meditative Rumgesitze unterstützend. Mein Job war die Küche am Laufen zu halten, das tägliche Mahl für den spirituell Suchenden, draußen vor der Küche, sicher zu stellen. Dort im Speiseraum wurden dann meine Kreationen, mit großer Bewusstheit, langwierig, zwischen den Molaren zermahlen. Für die Plackerei gab es keinen Cent, alles ehrenamtlich, aus Überzeugung oder der Langeweile entspringend, irgend sowas halt. Gleichmütig sollte ich den scheiß Job machen, den ich Depp mir selbst eingebrockt hatte. Zehn Tage sollte das Vergnügen dauern, zehn Tage sollte ich zwischen Bratkartoffeldünsten und Spülgut verbringen, verklebte Pfannen schruppen und dabei heiter-demütig bleiben.
Ab und an kam Jemand vom Orgateam vorbei und schob sich was vom Essen rein, an dem wir stundenlang rumgkocht hatten. Und wenn so ein Orgamensch gut drauf war, spülte er seinen verschmierten Teller selbst ab und kam sich dabei unheimlich sozial und reif vor.
Letztes mal war ich als Schülerin da gewesen und beneidete die Crew, die arbeitend im Zentrum mitwirken durfte und ganz dazu gehörte. Nun war ich selbst drinnen und beneidete die feinen Pinkel, die sauber und feinstofflich-arrogant von mir alles in den Arsch geschoben bekamen. Die Schüler und die Lehrer waren die Kings und wir, das Küchenteam, die wirklich am Schuften waren, die Blöden, wurden mit spirituellen Gesülz abgespeist, toll. Verarschung pur und ich hatte mir das selbst ausgesucht. Es war halt so eine Idee gewesen, eine Bescheuerte.
Wir trugen Schürzen, meistens karierte oder gestreifte und ein weißes Häubchen dazu, damit keine Haare ins Mahl fallen konnten. Manchmal schüttelte ich den Kopf extra heftig, dass Schuppen in`s Essen rieselten. Die weiße Haube fiel bei solch plötzlichen Bewegungen auf den Boden und wurde dreckig.
Ich schuftete wie ein Berserkerin, immer auf Zack, total engagiert. Ich wollte ja glänzen mit einem seltsamen Übereifer. Ab und an floh ich auf`s Kloh. Da saß ich dann und entspannte mich mit nacktem Arsch in der Schüssel, den Kopf in die Hände gestützt, an die weiße Wand starrend und war froh dem Trubel für eine Weile entkommen zu sein. Draußen hörte ich das Geschirr klappern und flüsternde Stimmen. Die verriegelte Tür trennte mich davon. Sie war ein Schutzwall gegen die Arbeit. Ab und zu klinkte es an der abgesperrten Klohtür, ein anderer Arbeitsflüchter mit Stuhldrang wollte rein, doch ich blieb eisern sitzen, etwas angespannte, doch entschlossen weiter zu pausieren, bis sich ein schlechtes Gewissen einstellte. Dann verließ ich den Schutzraum und schaute verstohlen ob Jemand meine überdehnte Auszeit bemerkt hatte. Alles war wie immer. Ich fädelte mich unauffällig in den Ablauf ein und glitt mit dem Arbeitsstrom weiter.
Rauchen und Handybesitz waren verboten. So ein Meditationscamp war schon eine rigide Angelegenheit. Am Anfang des Camps musste man das Zeug abgeben; es wurde für einen verwaltet. Ich hab`s einfach nicht weggegeben und noch war es niemanden aufgefallen. Ich bin doch nicht verrückt meine Zigaretten und das Handy jemand Fremden zu überlassen. Ich hatte Kaugummis dabei, um den zigaretten-bedingten Mundgeruch zu überdecken; dass Handy war auf Vibrationsalarm umgestellt.
Es wurden nur gesundes Ökofood mit politischen Anspruch verkocht, so dass meine Gier nach schädlichen Süßkram hart ausgebremst wurde. Ich wollte ja abnehmen und dachte hier könnte das vielleicht klappen, bis ich zufälliger Weise, beim Lauch schneiden, zwei Meditationsmägte belauschte, die flüstern sich unterhielten. „Günter kauft Schokolade, ich habe ihn gefragt und er scheint es zu machen“ sagte die eine, namens Ruth. „Wann kommt er denn damit“ fragte die mollige Cindy zurück. „Müsste gleich da sein“ erwiderte Ruth gleichgültig, da sie er auf Würziges stand und entsprechend knochig aussah. Und Günter kam mit Schokolade, fünf Tafeln, leckerste Schokolade. Günter war einer der Oberen, der oft in der Küche aß und für den Einkauf zuständig war. Er legte die Schokolade in eine ausgewählte Schublade. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an ihr vorbei ging. Nougat-, Trauben-Nuss-und zart-bittere Schokolade. Letztere mochte ich nicht, zu hart, zu bitter. Und sie lag unschuldig da, in einer Großküche, in der nur Grünkern, Soja-Dinkelbratlinge und fettarme Milch verarbeitet wurde. Ich traute mich nicht nach der Schoki zu fragen.
Singen und laut Reden war hier auch verboten und Loben sowieso nicht angesagt, da es das Ego stärkte, welches zu zerschlagen gilt. So schnippelten, hobelten und hackten wir schweigend die Früchte der Natur. Ich putzte Möhren, vier Kilo, und dass direkt vor der Schublade in der der Schokoschatz zu heben war. Ich spürte wie er energetisch über meine Hüften, in den Magen und den Mund wanderte und meinen Speichelfluss zum Springbrunnen werden ließ. Ich konnte an nichts anderes mehr denken. Ich tat so als ob ich was am Suchen sei und öffnete zu dem Zweck alle Schranktüren und Schubladen und landete schließlich im Zielgebiet. Schnell und ungesehen griff ich in die Lade und schwupp war eine Tafel in meiner Hose unter der Schürze verschwunden. Dann schnippelte ich weiter. Nach einer Sicherheitspause ging ich zur Toilette und klinkte: Besetzt. Ich zog trotzdem die Schoki aus der Hose und mein Speichelfluss wurde zum reißenden Bach; zart-bitter hatte ich erwischt, Scheiße, die mochte ich nicht. Ich nahm die Schokolade und ließ sie unauffällig, beim vorbeigehen, in den Schweineeimer gleiten, der voll war mit Speisen, die wie erbrochen aussahen. Sie sank mit Verpackung langsam ein. Erst als sie ganz versunken war wurde ich wieder ruhiger.



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Edit 16.08.2010

- Faden von "Gäste-Lounge" nach "Entwürfe" verschoben - Elise

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      SimonLore



in der Küche

   07.08.2010, 09:39 / 1 x geändert



Auf mich wirkt dieses Werk wie nachlässig hingeschmiert und nie wieder berührt. Da man angesichts der Themenwahl nicht davon ausgehen kann, der Autor sei einfach nur sehr jung und womöglich ein Rohdiamant (oder zumindest Amethyst) mit Welpenschutz, gibt es für mich wenig Grund, mich hier mit Bekundungen des Missfallens zurückzuhalten.

Darum: das ist ein großen Haufen Mist, gespikt mit Rechtschreibfehlern, die selbst mir aufstoßen. Ich meine, ein wiederholtes "Kloh" - das überschreitet schon spürbar die Grenzen zwischen sympathischer orthographischer Eigentümlichkeit und Legasthenie.

Das Thema nun allerdings ist nett und umso ärgerlicher ist es, dass es so schlecht verarbeitet wurde. Narrativ ist die Geschichte stümperhaft aufgebaut, die '"überraschende Wendung" am Schluss ist einfältig flach. Es mag ja die eine oder andere nette Idee zu finden sein, doch die Erzählsprache verhindert wirkungsvoll, wenigstens einen wie auch immer gearteten Zugang zum Text zu finden, geschweige denn gar Freude beim Lesen aufkommen zu lassen.

 

      Heidrun X.



in der küche nix neues

   07.08.2010, 11:28



ach ja.
so issett wohl.



mir fällt als kontrastprogramm mit echtem mehrwitz ein ruelfig-text ein

. . . . . . . . . . . -> Aussicht auf Heilung.

außerdem denk ich natürlich mit einiger wehmut an die aufregende zeit mit bernhard und kaschubke und anna mukensturm und vladimir und estragon und der spaßbremse und heinrichwilli mox und doc cervus von hirschhausen und allen da im kloster sankt panaritz, die ich jetzt nicht genannt hab'. ohmeingottwardasgutaberauch

. . . . . . . . . . . -> http://www.literature-online.de/thema1961.htm






. . . . . . . . . . Xirzininja . . . .



übrigens, darloni, falls du antworten willst, musst du dich richtig registrieren. so unregistriert kann man nur fäden aufmachen, mehr dann aber nicht. naja.

 

      darloni



in der Küche

   07.08.2010, 18:38



Jo, ich fands zwar gar nicht so schlecht, aber ihr wisst das natürlich besser.
Ich kenne Leute, die wirklich herzlich gelacht haben über die Sache mit der Schokolade. Das Kloh ist auch nicht so schlimm. Man verstehts doch, so what. Muss man sich da gleich aufregen und von Legasthenie schwärmen? hm?

 

      aswad



in der Küche

   07.08.2010, 19:11



Zitat:
Ich kenne Leute, die wirklich herzlich gelacht haben über die Sache mit der Schokolade.




Ja, da bläht sich das Ego ...

 

      darloni



in der Küche

   07.08.2010, 20:45



ich stehe zu mir und zu meinen Werken

 

      SimonLore



von der Küche zum Abtritt

   07.08.2010, 21:36



Shankti, Shankti!
Deine unwirschen Erwiderungen zeigen mir, dass du in deinem Streben nach Erleuchtung nachgelassen hast. Offensichtlich sind deine Chakren in Disharmonie geraten.
Der Meister Shakya Vantara Shiva Devi empfieht dir darum dringend eine weitere Woche Arbeitsmeditation in der Latrinenkolonne. Du wirst lernen, deine negativen Energien so zu kanalisieren, dass sie ohne den Umweg übers beschriebene Papier sofort den Weg in den Abort finden. Das Papier ist in diesem Falle hinterher zu verwenden.

 

      darloni



Abtritt

   08.08.2010, 01:29



Jo ich merk schon, du weißt, wovon du redest.

 

      Willimox



Abtritt mit Anerkennungspreis

   09.08.2010, 19:45





Darlonis Erzählkunst sei mit dieser Statue geehrt

Leserconsortium Schokifroid

 

      Willimox



ermunterungsbonus für darloni

   09.08.2010, 20:04



Hopp Hopp Schwiiz!



greets

w




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