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      Lyriker



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 15:59



schlaf/morgen/erwachen


und ich reiße die fenster auf/
an ihnen wachsen frostrosen

kälte klebt in den häuserschluchten
wie spinnennetze an den bäumen –

schatten kauern in den ecken
wie die worte in deinen mundwinkeln

(wecke ich dich nun auf
oder hallt dein schlaflied noch?)

:sitzen wir nun gemeinsam in der kälte am fenster/
unser atem steigt auf mit der hitze der heizung

(werde dich niemals an den winter verlieren/
den großen den bärtigen den kauernden könig)

und halten uns gemeinsam in den armen/
ich spüre deine wärme und den schnee
der ins zimmer quillt

 

      Bärbel Kokoff



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:10



WOW

dass reißt mir aber auch voll den Hut ab, ehrlich :))

und ich finde, man muss das nicht so wissenschaftlich zerpflücken,
man kann dass einfach nur einwirken lassen biss es im Herzen ankommt, weil es wirklich eine traurige Sache isst!

 

      augustine



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:17



@Bärbelchen:
DIE Sorte ahnungsloser Kommentare ist hier wirklich entbehrlich.

@lyriker:
DIE Sorte von 'Gedicht' bietet eine Steilvorlage dafür, die Lächerlichkeit eines Textes erkennbar zu machen. Die Zeit dafür wende ich aber nicht an.

augustine

 

      Lyriker²



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:18



Oh, dankeschön, freut mich, dass es dir gefällt, Bärbel.
Jetzt weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich sonst noch dazu sagen soll.

Lyriker

---

augustine: Was genau ist an diesem Text "lächerlich"?






_________________________________________________

Edit 31.07.2010

--- Mehrfachpostings zusammengefügt. Elise ---

 

      aswad



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:19 / 2 x geändert



Bitte nicht löschen.

:)

 

      augustine



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:31 / 1 x geändert



Doch, Lyriker, für ein Beispiel nehme ich mir die Zeit:

Zitat:
und halten uns gemeinsam in den armen/
Kann man sich anders als gemeinsam in den Armen halten??

Nebenbei: mit der Wahl deines Nicks - hochgestochen: Lyriker - ziehst du natürlich schon mal auf dich, dass man deine Texte auch daraufhin liest, ob sie wohl den Anspruch erfüllen, den der Name ankündigt, bzw. erwartet man nicht viel Qualität. Denn wer ein Lyriker tatsächlich wäre, würde sich natürlich nicht den Gattungs- als Eigennamen zulegen.

augustine

 

      Elise



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 16:50



Hallo Lyriker,

antworte in Zukunft bitte auf die Zuschriften verschiedener KommentatorInnen in einem Post. Du kannst in einem einzigen Beitrag der Reihe nach alle mit Namen ansprechen oder auch die [quote]-Funktion benutzen, um Dich zu den Bemerkungen verschiedener Mitglieder zu äußern.

Elise

 

      SimonLore



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 17:01 / 3 x geändert



Backup für weitere Blütenlese:

Zitat:

schlaf/morgen/erwachen


und ich reiße die fenster auf/
an ihnen wachsen frostrosen

kälte klebt in den häuserschluchten
wie spinnennetze an den bäumen –

schatten kauern in den ecken
wie die worte in deinen mundwinkeln

(wecke ich dich nun auf
oder hallt dein schlaflied noch?)

:sitzen wir nun gemeinsam in der kälte am fenster/
unser atem steigt auf mit der hitze der heizung

(werde dich niemals an den winter verlieren/
den großen den bärtigen den kauernden könig)

und halten uns gemeinsam in den armen/
ich spüre deine wärme und den schnee
der ins zimmer quillt


Anders als augustine nehme ich mir die Zeit.

[ironie]Dynamisch, wie das Werk beginnt. Da wird gleich mal voller Elan ein Fenster aufgerissen. Frische Luft. Ahh, das tut gut. Die "Frostrosen" am diesem Fenster sind ein geschickt appliziertes Bild für die eigene Erstarrung, die man mit dieser Geste... Ach, nee, doch nicht, schade, Fehlstart. Denn die Kälte klebt ja auch draußen. Es wird allerdings nicht nur geklebt, sondern auch gekauert. Kälte und Schatten kleben/kauern/lungern in Häuserschluchten/Mundwinkeln/Bärten herum.
Dann aber kommt so völlig unverhofft ein lyrisches Du ins Spiel, die/der InhaberIn der Mundwinkel, mit der irritierenden Angewohneit, aus selbigen zu sprechen oder gar zu singen, ein Schlaflied nämlich. Doch, damit kann man arbeiten, das bringt Pfiff in die Sache.
Sehr schön hier auch das Symbol des Winters, der Kälte, bezugnehmend auf das Zwischenmenschliche, das am Schluss dann eben doch die Wärme bringt, in diesen kalten Häuserschluchten. Das ist frisch, unverbraucht und innovativ. Eine "Moral der Geschicht" mit Schmiss.
Besonders kreativ auch die gewählten Applikationen des Solidus in Titel und Text, die dem Ganzen so einen postpostmodernen Touch geben.
[/ironie]

Womöglich eines dieser Gedichte, deren Worte, weil biographisch verortet, im Herzen des Urhebers selbst groß Emotionen aufsteigen lassen wie die Hitze der Heizung - wobei das werte Publiko jedoch euphemistisch gesagt 'eher unbeeindruckt' verbleibt...

 

      Lyriker²



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 19:53



Danke, Candida, dass du mich auf die (berechtigten) Logikfehler in meinem Text hinweist. Es stimmt, man kann das Gedicht so sehen, dass das Lyrische Du nur in der Fantasie des Lyrischen Ichs existiert. Eigentlich hatte ich es jedoch anders herum beabsichtigt. Da war dieses Bild im Kopf, der Winter und die Wärme der Liebe, die sich miteinander verbinden, draußen die drückende Kälte.

---
(Was Stilblüten sind, weiß ich bald auch nicht mehr. Da müsste bald alles von mir in diesen ominösen Faden rein.)

Aber, um es mit Oscar Wilde zu formulieren: "When critics disagree, the artist is in accord with himself."

 

      aswad



schlaf/morgen/erwachen

   31.07.2010, 20:16



Candida schreibt:
Zitat:
"Bald weiß ich nicht mehr, was Stilblüte ist, und was nicht."



Lyriker schreibt:
Zitat:
"(Was Stilblüten sind, weiß ich bald auch nicht mehr. Da müsste bald alles von mir in diesen ominösen Faden rein.)"



Ihr könntet ja eine Selbsthilfegruppe gründen.

:)

 

      augustine



Herztier Herzzeit

   31.07.2010, 22:52 / 2 x geändert



Nein, Candida, das "Herztier" von Herta Müller ist doch eine Metapher, ebenso wie die "Herzzeit" von Paul Celan, mit der sein Gedicht Köln, Am Hof, beginnt, eine seiner lyrischen Erinnerungen an die erneuerte Liebe zu Ingeborg Bachmann (1957), das die Herausgeber als Titel für den Briefwechsel beider gewählt haben.

Das Andante, das du gespielt hast, habe ich mir herausgelegt für diese spätere Sommernacht.

augustine

 

      augustine



schlaf/morgen/erwachen

   01.08.2010, 00:10



Dazu hätte ich doch gern eine Erläuterung:
dass etwas "Phantasie" sei oder erlebt, mache einen Unterschied in der literarischen Qualität? Wie denn?

augustine

 

      SimonLore



schlaf/morgen/erwachen

   01.08.2010, 23:46 / 1 x geändert



Zitat:
Da müsste bald alles von mir in diesen ominösen Faden rein.


Eine Stilblüte definiert sich m.E. nicht nur durch grobe Fehler in der semantischen Kohärenz. Auch anders ist ein Bruch der Intentionalität vorstellbar. Gibt es tatsächlich eine klar umrissene Definition für "Stilblüte"? Wikipedia betont vor allem die ungewollt komischen Wirkung:

Zitat:
Als Stilblüte bezeichnet man Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl, Wortstellung oder durch Doppeldeutigkeit ungewollt komisch wirken.

 

      zuppanova



Zwischenfrage

   02.08.2010, 00:21



augustine schreibt:
Zitat:
Dazu hätte ich doch gern eine Erläuterung:
dass etwas "Phantasie" sei oder erlebt, mache einen Unterschied in der literarischen Qualität? Wie denn?


Candida antwortet:
Zitat:
Erlebt, Fantasie, hermetisch, Metapher, Stilblüte ... Nutzen, kein Nutzen...
Ich versuche doch nur jedes Gedicht so zu verstehen, als wäre es vollkommen.

Aber ich weiß manchmal auch nicht mehr, was ein Gedicht ist. Überflüssig kann jeder jedes finden.

Ergo: Ich fahre jetzt erst mal in den Urlaub. Ciao!



Mich würde ja nun interessieren, ob augustine mit dieser Antwort eigentlich zufrieden ist.


zuppa

 

      Bärbel Kokoff



schlaf/morgen/erwachen

   02.08.2010, 07:53



Zitat:
Erlebt, Fantasie, hermetisch, Metapher, Stilblüte ... Nutzen, kein Nutzen...
Ich versuche doch nur jedes Gedicht so zu verstehen, als wäre es vollkommen.

Aber ich weiß manchmal auch nicht mehr, was ein Gedicht ist. Überflüssig kann jeder jedes finden.


GENAU !!!

Ich finde, dass ist eine richtig gute Antwort von Candina zu auguste und ich finde, das so etwas mich extrem zum Nachdenken anregt über die Hintergründe des Dichtens oder was Poesie ist.

Ich finde auch, das Candida ganz rechthat, man mus nicht immer so viel dafür oder dagegen erläutern. ^^
Was nur zählt ist, das, man es auch will.

Jedes Gedicht ist für sich alleine vom Autor so gewollt und vollkommen geschöpft in seiner eigenen Welt, die das Herz berühren kann man mus es zulassen wollen oder nicht und man muss es selbst erlebt haben. Ich finde vieles überflüsig, wenn man nur alles zerpflückt mit den Fachworten und das Herz nicht mehr spricht, ob es gefällt.

Meine Meinung :=)

Und ich möchte mich bald trauen, auch meine Gedichte zu zeigen !!!
Bitte Candina gib mir dann ein Kommentar, wenn du aus dem Urlaub zurück kommst damit ich mich verbessern kann. Danke !!!

Ps: Ich mag Rilke auch ziemlich gern, ich finde er ist abgedreht aber wirlich lesenswert. Von Lasker - Schüler habe ich auch schon gelesen, kann ich nur Jedem empfehlen. Ich kenne noch mehrere andere gute Dichterpoeten. Wichtig ist, das man es mag und angesprochen wird. Wie gesagt.

 

      Bärbel Kokoff



schlaf/morgen/erwachen

   02.08.2010, 11:50



Hi-HO, lieber Lyriker,

es ist schön, mit dir auf einer Welle zu liegen, und auch Cadina!!! :))

Mir gefällt dieses Forum sehr gut, wegen den interessierten Austausch und weil doch sehr viel Durchblick da ist. Nicht bei allen, aber wenigstens du und einige zum Beispiel.

Hast du Oskar Wilde schon gelesen? Ich habe gehört, er wäre schwul. ^^ Stimmt das ? ^^

Mir ist noch ein Spruch eingefallen.


MAN SIEHT NUR MIT DEM HERZEN GUT :)

von Antione Sankt Exupery ich weiß nicht genau wie man den schreibt ich kann nicht französisch abe res ist ein schöner Spruch vielleicht weiß es jemand wie man ihn schreibt, es ist der mit dem kleine Prinz °° :)

Vielen Dank!!!

 

      augustine



schlaf/morgen/erwachen

   02.08.2010, 15:19 / 2 x geändert



O Bärbelchen und Lyriker - was für ein Paar!

Dem Bärbelchen, das der Libkowsky wohl kannte von irgendwoher, hat er ja ein Gedicht geschrieben,

Zitat:
Liebesgedicht für Bärbel 15.06.2010 13:28 Liebe
(gewidmet Bärbel Kokoschky-Mokoff)

Wohlan
die Dichtkunst mag befeuern
mich
wo meines Herzens Grund sich bläht
und scheuert wund an allen Stellen
wo
Worte nicht allein
auch du
mir fehlst
trag ich den blauen Mantel Poesie
im blinden Ungestüme
reift meiner Wallung Herzensgier
als Lyrik dir zur Zierde


das wird ja wohl irgendwo irgendwie zusammenhängen. Da kann ich doch nur sagen: Lyriker, mach's nach, schreib ihr ein eigenes - und wir machen den Stilblütenfaden schonmal weit auf. Danach oder schon vorher, egal, solltet ihr euch zusammen ins Bett legen und da bleiben. Das IST doch die Welle!! Vielleicht könnt ihr das. Hier jedenfalls brauchen wir eure armseligen Beiträge nicht.

augustine

 

      Lyriker²



schlaf/morgen/erwachen

   02.08.2010, 15:53 / 1 x geändert



Ich hasse Diskussionen, die ins Polemische abdriften. Wäre hier eine Möglichkeit, solch unbedarfte Kommentare wie den obigen bei irgendeiner wie auch immer besetzten Forenadministration zu melden, hätte ich das schon längst getan.
Neulinge scheinen hier nicht willkommen zu sein, habe ich den Eindruck.

 

      Bärbel Kokoff



!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

   02.08.2010, 18:06



JA !!!

MEINE MEINUNG!

HIER GEHT ES NICHT MEHR UM DIE LYRIK!

 

      Gretchen



Treffen sich ...

   02.08.2010, 23:54



... paar Sprechblasen an der Pommesbude ...


Nein, beitragen will ich nichts hier, weil: Mit der Kompetenz und Tiefsinnigkeit der Postings in diesem Faden ("Wenn es keine Fantasie war, dann muss ich sagen: War irgendwie doch nicht gut. Schwamm drüber.") kann ich sowieso nicht mithalten. Da geigen welche (was) vor; da will ich nicht stören.

Dem "hermetischen" (?) Text ist außerdem SimonLore schon ganz gut gerecht geworden. Also muss ich nicht auch noch in der wintergrauen Seifenlauge fischen. Übrigens, Lyriker, wenn "Neulinge" "nicht willkommen" sind, hat das meistens damit zu tun, dass sie mit ihrem nichts sagenden Geschwafel nerven. (Jasorryaberauch, muss mir eben bisschen Luft machen, Fenster aufreißen undso, sonst erstick' ich direkt ...)

Okeeh, jetzt aber das, warum ich eigentlich hier reinschreibe in diesen lustigen Wischwaschfaden voll echtem Spaß und ehrlicher Empörung und ernsthaftem Interesse an der Literatur:


Ich, Gretchen, erkläre hiermit in aller Öffentlichkeit, dass ich weder "Candida" noch "Lyriker" bin. Und vor allem möchte ich bitte-bitte-bitte NICHT und unter gar keinen Umständen mit "Bärbel Kokoff" in Verbindung gebracht werden. Danke.



. . . . . . Viele Grüße,

. . . . . . . . . . . . . Grete






@motz&minz: Wäre das nicht ein Faden für die Small-Talk-Ecke?

 

      zuppanova



Faden verschieben

   03.08.2010, 18:29



Gretchen:
Zitat:
@motz&minz: Wäre das nicht ein Faden für die Small-Talk-Ecke?


Lass nur, Margret. Der Faden soll für diesmal bleiben, wo er ist.
Als Realsatire gelesen oder als improvisiertes kleines Lehrstück
über verschiedene Grade der Flachsinnigkeit auf
Literaturplattformen macht er sich gar nicht so übel.

Sollten weitere Substanzlosigkeitschschübe auftreten,
wird sich schon eine Lösung finden,

meint zuversichtlich
die zuppa

 

      augustine



noch 'ne Handpuppe????

   05.08.2010, 21:59 / 1 x geändert



Fiel mir erst gestern ein und war dann wieder weg (ich weiß noch nicht, was mit mir ist) und kam heute doch wieder:

Der Libkowsky hat uns doch (alle? mich jedenfalls ja) mit

Bernhard Welte
Kaschubke
Klaus und Ute (noch wem?)

aufs Kreutz gelegt. Vieleicht hat er ja auch das Bärbelchen Kokoff gefunden? D. h. er hat ja, er muss haben: weil: als der Bärbel Kokoschky-Mokoff (richtig so? ich bin nämlich zu faul nachzusehen) hat er ihr ein folgenreiches Liebesgedicht gewidmet. Na klaro, dass er sie da jut zur dummerhaftigen Userin machen konnte.


Los, jib's zu! Du hast Bärbchen, die virtuelle Wunderblüte, erfunden!




augustine




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