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Hirsch
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doch auch mal kurz zu Wort melden.
Sei gegrüßt, Jochen18!
Ich finde diesen ersten Teil deiner "Lisaweta-Trilogie" schon sehr bemerkenswert und denke, man kann das nicht einfach abtun als "zu lang", sondern muss vielmehr zugute halten, dass der Erzähler hier einen "langen Atem" beweist und sauber und stilsicher an seiner Geschichte dran bleibt.
Doch, ich finde, da schöpft jemand aus einem reichen Fundus von Ideen und Phantasie, auch Wissen. Es gibt einen klaren Hauptstrang, zugleich ist noch ein Rahmen installiert, so dass für eine Fortsetzung verschiedene Optionen offen gehalten werden: Erinnerungen sind es, bzw. die Erinnerung an eine ganz bestimmte Begegnung, die der Erzähler "jetzt" vor jugendlichen Zuhörern - seinen Schülern? - und zugleich vor dem Leser, der immer wieder auch mit angesprochen wird, ausbreitet, eine Rückblende in die Zeit, als er so alt war wie die, zu denen er gemäß der Rahmenhandlung spricht. Um den Hauptstrang ranken sich viele Details, Verweise darauf, wie es "damals" war, wie es "heute" ist. Als Leser gehe ich gleichsam eine Straße entlang, von der eine Menge Seitenpfade abbiegen, und der Autor führt mich jeweils einige Schritte auf diese Nebenpfade, bringt mich dann aber wieder auf den Hauptweg zurück.
Vielleicht ist das ein wenig verwirrend oder anstrengend, diese ganzen Abzweigungen, all die Details, die Ausschmückungen rund um die Befindlichkeiten der Personen, ja, kann sein, dass das stellenweise zu sprach- und detailverliebt ist, etwas überbordend, und den Leser fast zu sehr fordert. Doch beeindruckt mich insgesamt die Schreiblust, Sprachlust, die Freude am Fabulieren, die hinter oder in dieser Üppigkeit, manchmal Umständlichkeit, steckt, der Einfallsreichtum, auch der Witz, die Selbstironie, die immer wieder durchscheint.
Das Können, das hier drin steckt, das sollte schon auf jeden Fall gewürdigt werden - findet
der Hirsch
. . . . .mit freundlichem Gruß 
Was mich wundert:
Dass du den zweiten Teil
vor dem ersten eingestellt hast.
Gibt es dafür eine Erklärung?

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Gretchen
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22.07.2010, 17:28 / 2 x geändert
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okeeh - der hirsch ist wohl besonnener als das gretchen, und ist wohl was dran an dem, was er sagt, und an dem, was jolante sagt, also, deshalb =>
kommando zurück und:
"entschuldigung, Jochen18, dass die kröte mal wieder so garstig war; das ist eben das HEXI 18, was da dann hochfunkt ..."
(das kontrastprogramm bleibt aber!)
Gretchengrüße
... ... ...
... ... ...Es ist tatsächlich nicht einzusehen, warum nicht ein Gedanke
... ... ...die Attraktivität von Titten einer 19-Jährigen haben sollte,
... ... ...an die man gerne fasst.
... ... ...(Rolf Dieter Brinkmann, ACID)

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SimonLore
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25.07.2010, 11:43 / 2 x geändert
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Ich dachte mir: Wenn ein Neuling hier so handzahme Kommentare erntet, dann muss es schon verdammt gut sein, was er geschrieben hat. Also nahm ich es auf mich, dieses Ungeheuer durchzusehen. Bin ja glücklicherweise seit Kindersalter gewohnt, am PC zu lesen.
Nun, es war definitiv die Überwindung wert. Er hat mich gekriegt und den inneren Lektor zum Schweigen gebracht. Mit gefällt die Erzählsprache in ihrer nicht-auf-die-Story-Fokusiertheit. Ich finde diesen Stil intelligent und amüsant, kann mir aber auch vorstellen, dass manchem hier die Luft ausgeht. Dazu finden sich ja auch selbstironische Äußerungen darin:
| Zitat: |
| damit bei der folgenden Kurzanalyse nicht auch noch die letzten Getreuen kurz vor Erreichen der rettenden Lichtung die Machete, mit der sie sich bis hierher einen Pfad durch das Gestrüpp meiner Prosa geschlagen haben, sinken lassen... |
| Zitat: |
| Und somit verabschieden wir uns mit einem lachenden und einem blaugeschlagenen Auge von einem weiteren Teil der Zuhörerschaft. |
Solche ironischen Brechungen gefallen mir, auch wenn sie der in der Rahmenhandlung angesetzten Erzählsituation - vor einer Gruppe junger Leute - widersprechen. Der Autor hat es auch trotz aller um- und Seitenwege geschafft den Leser bei der Stange zu halten, der sich womöglich etwas ganz anderes versprach und gleichsam beschämt wird vom plötzlichen Einbruch kindlicher Elfenhaftigkeit in seine schmutzigen Gedanken. Das ist sehr effektvoll.
Oft allerdings fühlt man sich doch in Versuchung, den einen oder anderen Absatz zu überspringen. Sowas kreide ich seit meiner Jugend dem Autor an, statt selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Nichtsdestotrotz: Ich musste sehr oft schmunzeln und gelegentlich auch lachen. Es war ein vernügliches Leseerlebnis. Leider musste ich beim Anlesen des zuerst geposteten, zweiten Teils feststellen, dass es offensichtlich nicht im gleichen Stil weiter geht. Schade, das.
Es mag euch die Länge abschrecken, liebe Mitlesenden (es wäre schön, das ganze als PDF-Anhang zu haben), aber man sollte es mit augustine halten, den Text ausdrucken und ihn an einem gemütlichen Nachmittag/Abend verköstigen.
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Willimox
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26.07.2010, 15:02 / 3 x geändert
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| Zitat: |
Und inmitten des gräßlichen Taiwan-Plunders, zur einen Seite flankiert von einer bedauernswerten Kreatur mit vier Röhren am Bauch und einer Art Rüssel am Kopf, zur anderen von einem schmutzfarbenen Etwas, das aus kleinen Beuteln zusammengesetzt war, saß ein Juwel, saß die Puppe, die ich noch aus meiner Kindheit kannte, und in die ich zum Leidwesen meiner Schwester, aber noch mehr meines Vaters, als kleiner Junge regelrecht verliebt gewesen war, saß die berühmte Toxi: braunhäutig, kraushaarig, stupsnasig, rotlippig, mit ihren unglaublich langen schwarzen Wimpern, süßen Rehaugen, und dem schmachtenden Blick, der einem ins Herz schnitt! Dass sie stilwidrig gekleidet war und statt des Großgeblümten aus der Karibik ein bayrisches Dirndlkleid trug, konnte mich nicht irremachen. Sie war es, ich erkannte sie auf den ersten Blick.
Jochen18 |
Verwandt:
| Zitat: |
Die Frau hatte das Gesicht einer Nymphe, wie sie die Präraffaeliten malten. Ein liebliches, ein schmerzhaft schönes Gesichtchen mit hoch angesetzten Wangenknochen und kindlich gerundetem Kinn. Blaß und schmal war es, zartknochig unter dem blonden, zu einem lockeren Knoten gebundenen Haar, und ihre Augen waren wie dunkle Teiche, moorbraun und unbewegt, mit Lichtreflexen auf der Iris, die an den mattschimmernden Glanz von Seerosenblüten erinnerten, umsäumt von sanftgeschwungenen Wimpern und den zarten Bögen der Brauen. Augen, die lockend waren und gefährlich, denn es war nicht zu ergründen, was sich unter ihrer Oberfläche verbarg. Flach mochte es dort sein oder morastig oder auch brunnentief - ich wußte es nicht.
Jochen 18
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Praeraffaeliten
Jochen18 öffnet das kulturelle Archiv, ein Schatz.
Und nicht zu vergessen: Toxi.

greets
ww
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Heidrun X.
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| Zitat: |
okeeh - der hirsch ist wohl besonnener als das gretchen, und ist wohl was dran an dem, was er sagt, und an dem, was jolante sagt, also, deshalb =>
kommando zurück und:
"entschuldigung, Jochen18, dass die kröte mal wieder so garstig war; das ist eben das HEXI 18, was da dann hochfunkt ..." |
Schrieb wer?
Fragt Heidrun Xirzenbach. Und lobt für die richtige Antwort als Gewinn einen original harzen Schillerlockenstab aus, inclusive Siegerabholung versteht sich.
. . . . . . Xirze grüßt
. . . . . . . . . . .  . . . -> press the button <-
. . . . . . . . . . . Sprechen ist Silber
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