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arisia (Gast)
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11.07.2006, 23:11 / 2 x geändert
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Terra nostra
Terra nostra, von schwerer Krankheit gezeichnet erfährst du
Dich ohne Wert für den Menschen, Leistungsverweigererin
Die Pflege zu teuer, Ballast für Fabriken, die Schwefel erzeugen
Abfallprodukt. Nicht sehr ernst, eher gemütlich und dreist
Wird von Verteilung des Eiters gesprochen, nicht von Vermeidung
Ist es denn nicht bekannt, dort im oberen Stock
Daß die Ansteckung irreversibel Besitz ergreift auch von Leitern
Der großen Konzerne? Wohin führt euch der Haß?
Der Haß, den ihr gegen euch hegt, den ihr gegen euch richtet mit Waffen
Die diesen Planeten zu Schutt, Asche und Auszehrung führen?
Terra nostra, von schwerer Krankheit gezeichnet erfährst du
Vom Untergang jeder Vernunft. Fürchte Dich nicht!

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Elise
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Hallo, arisia,
anklagen ist auch in Ordnung, als erster Schritt "in einen Prozess" oft unerläßlich.
An dem Text würde ich, so spontan gelesen, kleine Veränderungen vornehmen:
- "ohne Wert für den MenschEN" (flüssiger)
- Leistungsverweigererin würde ich weglassen, ist so ein unkommodes Wort, stört mich ...
-"eher gemütlich und dreist" würd ich auch weglassen, es wäre für mein Gefühl dann pointierter, die Aussage ist ja sowieso klar.
Gut, die TERRA NOSTRA.
Liebe Grüße, Elis (noch relativ wach ...).

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arisia (Gast)
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hi, elise,
danke für deinen Kommentar, die TERRA NOSTRA liegt mir sehr am Herzen, da dieses Gedicht, oder wie immer frau es nennen mag, einer sehr realen, bedrückenden Situation entsprungen ist.
Ich war als Couch eines Mitarbeiters in einer Sitzung eines Stahlkonzerns über den Einbau oder eben Nicht-Einbau von Filteranlagen.
Ich müßte das Gedicht entweder ganz überarbeiten oder es aus "historischen" Gründen doch so stehenlassen. "Mensch" steht da wegen der Zäsur, damit LeserIn ins Stocken, ins Stolpern gerät. Zwei betonte Silben hintereinander.
"Leistungsverweigererin" ist natürlich ein Wortungetüm, wurde dort aber wörtlich so gesagt, in Bezug auf Mitarbeiter wie auf den Planeten. Ein unglaubliches Szenario, wenn die Manager andere Kleider angehabt hätten, wäre es das reinste "Biedermeier" gewesen. Deswegen die beiden Begriffe "gemütlich und feist", zurückgelehnt, kaffeetrinkend, unaufgeregt, sich eher dümmlich verwundernd über die Aufregung der betroffenen Bevölkerung, die eine Petition wegen besserer Filtereinlagen eingereicht hatte. Gleichzeitig die Beobachtung meiner therapeutischen Augen, wie gehetzt, gestresst und unglücklich diese Menschen unter ihrer Oberfläche waren, ohne daß das ihnen auch nur im geringsten bemußt war. Es war erschreckend.
Letztendlich führte diese Besprechung dazu, daß ich solche Aufträge nicht mehr angenommen habe, was mir arg an den Geldbeutel ging, aber doch mein Gemüt schonte.
Ich kann heute noch kaum nachvollziehen, daß ich damals nicht die Beherrschung meiner selbt verloren habe und ihnen nicht an den Hals gesprungen bin und sie geschüttelt habe. Ich habe weder vorher noch nacher so menschen- und planetenverachtende Aussagen vernommen. Ich war tagelang wie im Schockzustand.
Noch jeztzt, da ich das schreibe, merke ich, wie sich mein Magen vor Zorn verkrampft.
Liebe Grüße
arisia

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Elise
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ja. Ich verstehe. Zorn. Kenne ich auch, dieses Zornknäueln im Magen ... Bombenlegerin werden. Später vielleicht. Jetzt nicht.
Lieben Gruß, Elise Schattenfroh.

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