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augustine
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11.07.2010, 17:54 / 2 x geändert
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Gerade habe ich ihr neues - angekündigtermaßen letztes - (als großes angelegtes) Buch gelesen:
STADT DER ENGEL oder THE OVERCOAT OF DR FREUD, Frankfurt 2010. Das werde ich in jedem Fall noch einmal lesen.
Interessiert das jemanden, oder die Autorin überhaupt?
Eine Frage habe ich:
C.W.s erstes Buch heißt MOSKAUER NOVELLE, Halle/Saale 1961; nur dort erschienen. Das hat eine überzeugte Kommunistin geschrieben, 30 Jahre alt. Lange war ich der Meinung, die Autorin habe es vergessen lassen wollen, als sie über diese politische Position hinausgewachsen war.
Das scheint aber nicht zu stimmen, denn im neuen, letzten Buch zitiert sie aus dem ersten, ohne aber den Titel zu nennen (ich hatte es zum Glück antiquarisch gekauft, ehe ich an die Passage kam). Andererseits liegt in diesem Buch ein Prospekt des Suhrkamp-Verlags, der offenbar eine künftige Gesamtausgabe vorbereitet - und da findet sich die MOSKAUER NOVELLE nicht. Kann es sein, dass Suhrkamp die Rechte vom Mitteldeutschen Verlag nicht erhalten hat?
augustine

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augustine²
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03.10.2010, 15:23 / 1 x geändert
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Die interessiert nun, wie ich sehe, gar nicht.
Ist inzwischen eine alte Dame, damit schon mal sowieso uninteressant - man ist jung und sieht gut aus (wie sie in jungen Jahren).
Ist eine Ost-Autorin, die haben ja irgendwie keine Literatur geschrieben außer wenn sie in den Westen gegangen sind oder wurden.
War SED-ZK-Kandidatin, kann also nix taugen.
Hat diesen Christa-Wolf-Ton, dem's an SPASS gebricht, ja; verarbeitet viel eigen Erlebtes (nicht nur!); vermag Gefühl und Reflexion zu verbinden.
Lebt in einer Literaten-Ehe seit ihren frühen Jahren: So was kann ja eigentlich nicht gut gehen.
Am Tag der deutschen Einheit 2010.
augustine


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Enola
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Weil niemand antwortet, interesseriert es auch niemanden?
Ich kann nur für mich sprechen:
Von Christa Wolf habe ich bisher nur Kassandra gelesen, ein Buch, das mir damals außerordentlich gut gefallen hat. Auch andere DDR-Schriftstellerinnen und Schriftsteller finde ich interessant. Aber was hat das mit Deinem Thema zu tun? Das neue Buch kenne ich nicht, genausowenig wie die Moskauer Novelle, und über die Rechte an Wolfs Texten bin ich nicht informiert, sodass ich nichts Erhellendes beitragen kann.
Wenn Du die Stadt der Engel gelesen und für gut befunden hast, fände ich eine Rezi hilfreich.
Gruß
Enola

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augustine²
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Ja, sicher: wenn niemand antwortet, kann daraus geschlossen werden: es interessiert niemanden.
Es ging ja nur so nebenbei auch um eine Verlagsrechtsvermutung.
Eine "Rezi" zu Stadt der Engel schreibe ich nicht, da sei sicher, Enola. Eine Rezension hätte ich geschrieben, wenn ich hier ein Umfeld dafür sähe.
augustine

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Enola
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Auch eine Rezension fände ich hilfreich, wenn sie mir denn die flapsige Bezeichnung verziehe. Ein Umfeld dafür? Wo würde sich eine Rezension denn wohl fühlen? Nicht dort, wo sie gelesen wird?
Wenn die Blume den Kopf hängen lässt, kann daraus geschlossen werden, dass es länger nicht geregnet hat. Genauso kann aber auch eine Maus an den Wurzeln nagen.

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Jolante
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Liebe augustine,
deine unmutige Vermutung, für Christa Wolf interessiere sich aus den von dir genannten Gründen hier niemand, mutet mich irgendwie kleinmütig an. Nun könnte ich aufzählen, was ich alles von C.W. gelesen habe und auch wie gerne, aber das wiederum erschiene mir wenig anmutig, habe ich doch ganz einfach keine Lust, mich hier über das Gelesene auszubreiten. Hättest du jedoch zu dem Roman (ist ja eigentlich keiner) "Stadt der Engel" eine Rezension geschrieben, ich wäre sicher auf diesen Zug aufgesprungen. Man sollte nicht von anderen fordern, was man/frau selbst nicht leisten will oder kann, aus welchen Gründen auch immer. Du weißt, augustine, ich bin dir gewogen, aber dieses Vonobenherabdozieren gefällt mir nicht. Das gilt gleichermaßen für "Lyrik von außen".
Es grüßt unvermutet mutig
Jolantea

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augustine²
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11.12.2011, 20:23 / 1 x geändert
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Christa Wolf ist am 1. Dezember gestorben.
In der aktuellen ZEIT sind drei lesenswerte Artikel.
augustine

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augustine²
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19.12.2011, 17:02 / 2 x geändert
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Sie war wirklich eine Besondere. Aber die "heutige Jugend" hat sie nicht mehr erreicht.
Die Trauerrede von Volker Braun
augustine

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zuppanova
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ehrende Trauerrede von Volker Braun, ja, und ich kann nicht umhin, nun hier auch Václav Havel zu erwähnen.
"Und hier stoßen wir auf den großen Unterschied zwischen dem Theater als künstlerischer Gattung und der theatralischen Dimension der Politik. Die närrische Vorstellung irgendwelcher Fanatiker auf der Bühne gehört zur Pluralität der Kultur, bedroht niemand besonders, bestätigt im Gegenteil eher diese Pluralität und schafft den Raum der Freiheit mit. Die närrische Vorstellung fanatischer Politiker jedoch kann Millionen von Menschen in unendliches Unglück stoßen.
Und das führt mich zu einem Punkt, der mich immer wieder beschäftigt, nämlich zum Thema der besonderen Ansprüche an das Gewissen und die Verantwortung, die gerade die Politik stellt." (Václav Havel)
. . . . . . . .Montägliche Grüße: zuppa

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augustine²
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23.12.2011, 17:38 / 2 x geändert
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Von jemand, der dabei war, habe ich die kleine Szene gelesen: wie eine Urenkelin im rosa Anorak der Urgroßmutter eine Handvoll Sand ins Grab nachwarf.
Wolf Biermann, schrieb derselbe, für den C.W. unterschrieben hatte damals in der Sache seiner Ausbürgerung, war nicht dabei. glaubt der Berichterstatter.
augustine

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