Der Stilblüten-Faden · gregor libkowsky · ·


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      gregor libkowsky



Der Stilblüten-Faden

   04.07.2010, 16:54 / 1 x geändert



Auch im "lit-on" bereichern wunderschöne Stilblüten den bunten literarischen Garten. Leider verblühen sie zu oft schon vor ihrer Zeit. Dieser Faden möge dazu dienen, die Schönsten der Stilblüten in Form eines Gedichtes oder eines Textes gebührend zu würdigen.
Die Stilblüte sollte als Zitat vorangestellt werden. Selbstverständlich lässt die Schönheit der Blüte ihren Schöpfer bescheiden und namenlos in den Hintergrund treten.



(Hoffentlich werde ich selbst nicht zu häufig zitiert.)

 

      Emmi



Ein Straußerl für den lieben Herrn

   05.07.2010, 09:07



Libstocksky!

Woaß halt need so genau,
ob i's richtig versteh',
wenn zum Sträußerl i bind'
Bleamai gelb, rot und blau.
. .. ... ... ... -
Aber 's Sträußerl iis schee,
's iis a Fraid, woas oans find't.


Zitat:
Ich bete, dass nicht meine Schokoladenseite getroffen wird.

Zitat:
Greife mit den Händen nach vorne in die unbequeme Zukunft hinein in dem Versuch sie aufzuhalten und mache die Augen zu

Zitat:
Es pocht in mir schwer, hier oben, vorne dicht unter der Stirn.

Zitat:
Die Zeit zieht sich in die Länge und umschließt mich in ihrer herzhaften Umarmung.

Zitat:
Es ist zu spät um noch die verbleibendenSekunden zu zählen.

Zitat:
Die Nüstern ziehen die Luft bis zu dem Hals hinein und die Hufen
bohren sich noch tiefer in den weichen Humus der Erwartung.

Zitat:
Alles ist wie gelähmt in der erstarrten Spannung bis zum zerreisen nah, die Flügel schlagen nicht mehr.

Zitat:
Sie umschließen meinen Rumpf und schützen dabei die wichtigsten Organe, meine Flossen stehen ab und
schimmern durch das Wasser, jetzt, jetzt kommt es endlich.

Zitat:
Ich atme das letzte Mal aus und verschwinde in der endlosen Dunkelheit.

 

      gregor libkowsky²



Ein"Schweinehund- Dieter- Bohlen"

   08.07.2010, 10:36 / 2 x geändert



Zitat:
Deshalb dachte ich manchesmal, der innere Schweinehund müsse lieber ein fieser, disziplinierter Kerl sein, ein Schweinehund- Dieter-Bohlen zum Beispiel, der einem immer wieder unterbewusst zwingt seinen Allerwertesten zu schwingen, statt einen faulen und bequemen, alten Hund auf der Wohnzimmercouch sitzen zu haben, aber dann wäre es ja auch kein richtiger Schweinehund, den man immer wieder bis aufs Härteste bekämpfen muss..



Schweiku (Ein Aufruf)

Die Schweinehunde
wackeln stetig mit dem Po:
Macht's doch ebenso!

 

      SimonLore



Eigentumsfrage

   08.07.2010, 13:26 / 1 x geändert



Zitat:
Kurzzeitig überlegte ich sogar zu sagen, dass ich plötzlich am Wochenende vom Teufel bessesen worden war.


Am Wochenende, da hat mich der Teufel besessen,
Ob im Eigentumssinne oder sitzmöbelhaft
Oder gar sexuell, hab ich leider vergessen...
Doch 'nen leck'ren Stilblütensalat ham wir gegessen.

 

      SimonLore



Augenblicke...

   09.07.2010, 18:31 / 2 x geändert



Zitat:
Manchesmal fiel mir dennoch nichts logisches ein und bei der langsam anfallenden Panik, die bei jedem Blick meiner Uhr verstärkt wurde, kamen mir blitzartig die absurdesten Ideen...


Nichts andres hör ich, nur
Des Schweinehundes Weigern,
Beim Blick von meiner Uhr,
Wie mit gedeckten Zeigern.
Und nur um zehn nach zehn
Kann ich sie lächeln sehn...

 

      augustine



einer statt aller

   17.07.2010, 20:07



Zitat:
die Bläue des Tags umschwebt sein leises Denken,

augustine

 

      SimonLore



ein weiteres...

   17.07.2010, 20:22



Zitat:
der Dichter ringt um Worte, denkt an Matten, / an grüne, ihm geneigte Matten...


...warum auch nicht? Die Dichter hatten
Schon andre Themen, sonderbar.
Warum nicht grün geneigte Matten,
Statt rotem Mund und güld'nem Haar?

 

      aswad



ein weiteres...

   17.07.2010, 20:35



Zitat:
... verblühen zu schwarzen Fingern, die sich ihm entgegenrecken;



Ich find das direkt irgendwie Schweinkram, auch wenn's nicht so gemeint war; - natürlich nicht!

:)

 

      Gretchen



trage dein herz stolz vor dir her!

   31.07.2010, 12:50



Zitat:
Andante a-moll
Ostinato am Bachlauf
Geh, trage das Herz!


komm, sagte die mutter, geh! geh, trage das herz
auf die wiese, die früher das ende der welt war. geh,
sagte die mutter, trage das herz hinaus, denn es stinkt, kindchen,
geh, geh, wohin es dich trägt, dein rosarot moderndes
herzmüskelchen, geh, meinetwegen

geh spielen
am bachlauf, der heute mal wieder
so was von ostinato - ich weiß
nicht, das muss an der klimaveränderung
liegen, oder liegt es an mir? keine ahnung, jetzt geh schon,

die mutter erhob ihre stimme ein wenig, geh, trage
dein herz selbst und lass mich
in ruhe, ich bin so a-mollig andante heut, wegen dem
wetter. oder ist es etwa schon wieder
das prämenstruelle syndrom?



. . . . heiter grüßt

. . . . . . . gretchen

. . . . . . . . . . .

 

      augustine



Sprache müsste der Lyriker können

   31.07.2010, 22:42 / 3 x geändert



Das,

Zitat:
Danke, Candida, dass du mich auf die (berechtigten) Logikfehler in meinem Text hinweist.


werter Lyriker, ist eine Stilblüte, weil es eine Aussage ist, mit der du unbeabsichtigt etwas sagst, was du nicht meinst und was falsch ist: denn nicht die Logikfehler (besser: Fehler in der Logik der Sprache o. ä.) sind ja berechtigt, sondern dass C. dich darauf hingewiesen hat. augustine

 

      augustine



dies schrieb das Bärbelchen

   02.08.2010, 15:38 / 1 x geändert



Zitat:
Hi-HO, lieber Lyriker,

es ist schön, mit dir auf einer Welle zu liegen, und auch Cadina!!! :))

Mir gefällt dieses Forum sehr gut, wegen den interessierten Austausch und weil doch sehr viel Durchblick da ist. Nicht bei allen, aber wenigstens du und einige zum Beispiel.

Hast du Oskar Wilde schon gelesen? Ich habe gehört, er wäre schwul. ^^ Stimmt das ? ^^

Mir ist noch ein Spruch eingefallen.


MAN SIEHT NUR MIT DEM HERZEN GUT :)

von Antione Sankt Exupery ich weiß nicht genau wie man den schreibt ich kann nicht französisch abe res ist ein schöner Spruch vielleicht weiß es jemand wie man ihn schreibt, es ist der mit dem kleine Prinz °° :)

Vielen Dank!!!

 

      SimonLore



Lebertran

   16.10.2010, 11:25 / 2 x geändert



Zitat:
Und leben allein bestimmt mit Lebenden wie Leben ist


Soso, aha, ich weiß bescheid.
Die Worte reiner Weisheit troffen
von jenem Munde, wohl besoffen -
oder anderweitig breit.

 

      augustine



kotzende Gedanken

   12.11.2010, 14:10



Die Getrennt- oder Zusammenschreibung bei Verben ist nicht so ganz ohne. Deshalb dies auch hier aufbewahrt:

Zitat:
Glück ist wenn Umstände deinen Gedanken entsprechen,
Pech ist wenn diese zusammen brechen,

augustine

 

      gregor libkowsky²



Wie im Comic

   28.01.2011, 17:25 / 3 x geändert



Zitat:
Es war Sonntagnachmittag, 14 Uhr 32 - wo waren die Leute? Am Kaffeetisch kleben geblieben? Im Kino in einen Film verbissen? Im Bett verschlafen?


Im Kaffee Krusenstein, an einem beliebigen Sonntagnachmittag

Manchmal bleibt man kleben,
so läuft es ab, das Leben,
ein Kaffee erst und dann ein Bier
schon steigert sich des Bauches Gier:
"Herr Kellner, noch 'n Film - für hier,
nein, halt, zwei Filme, wir sind vier."

Zitat:
Mein Kopf schnellte nach unten, auf die Tastatur und starrte ...


Mit Köpfchen schreiben
ist nicht einfach:
Die Tastatur ist oft zu schmal,
der Kopf zu groß.
Probier's doch mal.

 

      SimonLore



Klemmer

   29.01.2011, 21:08



Zitat:
Klemmer bestattet mich
Geblieben:
Traurige Fahnen im Wind


Moderne Kunst: Schaut her wies geht,
von dem ihr einfach nichts versteht!

 

      gregor libkowsky²



Das große Abendteuer

   06.04.2011, 17:51



Zitat:
zuneigung wird zu achtung was wiederum zur bewunderung reift... eine berührung wird zu einem abendteuer... ein kuss zu einer weltreise... ein blick der alle fenster öffnet.


Abendteuer (Für Bärbel)


Ja, da wird der Abend teuer,
spürst du erst das große Feuer,
das die Liebe in dir facht.
Eigentlich bist du längst schon pleite,
stehst beim Wirt tief in der Kreide,
doch du lädst sie trotzdem ein.
Wer will schon alleine sein?

 

      Gretchen



Liest man nur mit dem Herzen gut?

   16.04.2011, 15:37



Eben diesen schönen Kommentar entdeckt,
dem ein Ehrenplätzchen in der hall of famous style-blossoms nicht vorenthalten werden sollte.
Zitat:
Also ganz ehrlich. Ich bin zwar hier unterste Kategorie, aber zufällig finde ich den Text sehr interessant.
Ich weiß nicht, ob ein Herz gesund oder krank sein muß, um so etwas zu schreiben. Meines ist krank, und genau dies fühlt man an manchen Tagen, wenn es auch in sehr nüchternen Bildern geschildert wurde.

Manchmal sollte man eine Fingerspitze voll Fantasie beim Lesen mit einbringen, dann versteht man auch, was ' der selbe Glanz in ihren Augen' zu bedeuten hat.

Also ganz ehrlich, da tritt mir zufällig direkt eine Fingerspitze voll Glanz in die leeren Stahlbetonpuppenaugen. Vor gerührter Freude. Weil sich wieder einmal zeigt: Wer bereit ist, Fantasie beim Lesen mit einzubringen, kann immer viel fühlen. Auch wenn etwas in sehr nüchternen Bildern geschildert wurde. Oder, wie dieser Typ, der für den Kleinen Prinzen verantwortlich zeichnet, mal gesagt haben soll: Man liest nur mit dem Herzen gut. Und mit dem kranken Herzen liest man noch viel besser.

Antwort des Autors auf zitierten Kommi:
Zitat:
[...] danke [...] für deinen Kommentar. Er ist insofern sehr hilfreich, weil er zeigt, wie der Blick eines normalen Menschen auf diesem Text ist, denn für solche schreibe ich ja, nicht für die Turmbeinelfen dieses Forums...

Menetekelhaft erscheint da nun in sattem Pink die Gretchenfrage an der weißen Wand:
Ist diese Antwort des Autors ironisch zu verstehen?
Wenn nicht, dann issa hier wohl im falschn Film,
äh - falschn Forum ...


. . . . . . . GglGg (Ganz ganz liebe Gretchengrüße)
. . . . . . . . . . . . . aka -> Margret von dem Güldenmund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Heidrun Xirzenbach
. . . . . . . . . . . . . aka -> Pegamund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Hexi 18
. . . . . . . . . . . . . aka -> Moonlightqueen

. . . . . . . . . . . . . . . . . .
-> www (Link)




Zur Erinnerung an das, was wir verloren haben (bzw.: was uns erspart blieb):
- http://www.buch-schreiben.net/kurzgeschi...php?story=50920
- http://www.autorenweb.de/abfrage_texte.php3?id=14847
- http://www.buch-schreiben.net/forum/2737...n-wo-anders.htm

Ach ja, und Elisabeth Rosing, die Gute, hat alle in diesem Forum in Zusammenhang mit Shirley's Siobhan begangenen (Un-)Taten protokolliert, ge-screen-shoted und auf ihrem Blog veröffentlicht:
- http://toedliche-menschenspiele.blogspot...it-anderen.html

 

      homecooking



Die Turmbeinelfe

   16.04.2011, 16:01 / 1 x geändert



"... denn für solche schreibe ich ja, nicht für die Turmbeinelfen dieses Forums..."

Die Turmbeinelfe jammert sehr:
"Die andern Elfen können alle schweben
wie die Möven. Nur ich, ich armer Wurm
kann's nicht. Weil mir mein Bein als Turm
gewachsen ist, bleib ich am Boden kleben."
Die Turmbeinelfe hat es schwer.

 

      homecooking



Anna Tomie

   22.04.2011, 16:54



"Zuweilen blickte sie mit ihrem hübschen Mund versonnen in meine Richtung ..."

Du verwirrst jeden Mann,
süße Anna Tomie.
Dein Mund schaut mich an,
Dein Auge nie.
Dein Auge lauscht
wie die Spülung rauscht,
nimmst dann vom Klo das Knie
und wäscht Dir danach die Ohren.
Im Bett frag ich vergeblich: Wie?!
Ach, wärest Du niemals geboren!

 

      homecooking



Uff!

   25.04.2011, 20:11



"und mir die schmerzlichen Erinnerungen in meinen medialen Temporallappen hinein prügeln"

 

      gregor libkowsky²



Kulturelle Erbbelastung

   10.11.2011, 18:52



Zitat:
Ich würde mit Salute und Kommandante keinen Unfug treiben, ihr wisst sicherlich, dass ihr kulturell schwer erbbelastet seid diesbezüglich!



haltebucht

die zurückgelassenen gedichte in habacht gestellt
sollten ohren an ihnen vorüber ziehen
versgrundstellung und marsch marsch
über die geschmacksbürste bis
zur letzten silbe

dann
entschieden zwischen die strophen gehen
das gelände verreimen
schwere elisionen in stellung bringen
die wege elliptisch behandeln

auf jeden fall
die stellung halten

 

      augustine



Defizite

   14.11.2011, 22:40 / 2 x geändert



Man kommt ja nicht mit - es macht auch eigentlich keinen Spaß...

Zitat:
ich erkenne mittlerweile, dass es ein zu hocher anspruch ist, mittlerweile in versfüßen zu dichten, weil wie man an dieser diskussion schon sieht, in einem komplexen gedicht wie besagtes, möglichkeiten verborgen sind, die duch die fixierung oder berücksichtigung von metrikaspekten sang- und klanglos untergehen würden.


Zitat:
Suchen nach etwas Essbaren.
Ergebnis: träger Sattheitsgefühl.


Zitat:
mit dem Fahrrad im Walde,
der durch herausragender Baumwurzeln felgengeschädigt


Aus des sprachunkundigem Masochisten Neustem, etwas von fern wohl sogar als Sonett Gemeintem. Hélas.


augustine

 

      FreshMoods



Mise en abyme

   15.11.2011, 09:39



Auch das lässt sich unendlich fortsetzen:

Zitat:
Sprache ist die Anhäufung von Buchstaben, sonst nichts zunächst.




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