An SL: Vogonenlyrik - die Wahrheit! · Gretchen · ·


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      Gretchen



An SL: Vogonenlyrik - die Wahrheit!

   29.06.2010, 20:37



Vogonisches Liebesgedicht

Oh zerfrettelter Grunzwanzling, dein Harngedränge ist für mich
Wie Schnatterfleck auf Bienenstich.
Grupp, ich beschwöre dich, mein punzig Turteldrom
Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwördeln
Denn sonst werd ich dich rändern in deinen Gobberwarzen
Mit meinem Börgelkranze, wart´s nur ab!


(aus: Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)

---

29.06.2010, Dienstag ... oder?


Lieber SimonLore!

Muss Dir unbedingt schreiben! Wegen der ->Vogonischen Episteln des Herrn von Goethoven nämlich! Die Welten überlagern sich, weißt Du, Scheibe für Scheibe, das Universum ist ein oberschwäbisches Dorf, ein Netzwerk skurrilster Beziehungen und Bezüglichkeiten! Zufälle gibt es, nicht zu fassen! Also, pass auf:

Happ ja früher broterwerbswegen den ganzen Bürokram für ->Evi Raun (Folge 69ff), die berühmte Sonettistin, gemacht, Fanpost erledigt, Überweisungen geschrieben, Abmahnungen beantwortet und so. Wenn ich dann an Evis zierlichem Neo-Biedermeyer-Schreibtisch mit den Schnörkelchen saß und ihren Papierkram vor mich hin wegarbeitete, räumte nebenbei ->Gerda Worcszisniecky (Fol. 332, 380, 428, 620) die Wohnung auf, was auch wegen Evis Hang zu einem eher nonchalanten Lebensstil immer dringend nötig war (!), und beim Aufräumen und Raumpflegen redete diese Gerda W. ununterbrochen (!) und erzählte mir auf diese Weise nach und nach ihre ganze Lebensgeschichte inklusive aller schicksalsgegebenen Haken und Ösen en detail.

Ja, und jez kommz!

Gerda Worcszisniecky hatte nämlich, abenteuerlustig wie sie damals war, in jungen Jahren als Cleanspace-Fachkraft für Feinentstaubung auf einem Vogonen-Raumkreuzer angeheuert - sehr gut bezahlter Job übrigens, mit vielen Zulagen und allen in der alten Welt vor Beginn der Wanderarbeiterära üblichen Sozialleistungen! Na, egal, worauf es eigentlich ankommt, ist folgender Umstand:

Beim Eintritt des Kreuzers in die Hypersphäre erlitt sie, unsere Gerda W., eine ziemlich schwere Beschleunigungs-Psychose. Einziges Remedium, ultima ratio, Fluchtpunkt, Halt und Anker in dieser Phase hyperräumlicher Identitäts-Ver-wir-ung, treueste Krücke auf dem Weg zurück zum eigenen Ich war für Gerda das Verfassen unsäglicher Gedichte - Liebesgedichte vor allem, denn Gerda W. unterhielt, wie sie mir gefühlvoll staubwedelnd an einem jener beschaulichen Nachmittage in Evis auratisch aufgeladener Künstlerinnenwohnung anvertraute, während ihrer Beschleunigungs-Psychose (und davor und danach sowieso) eine leidenschaftliche Beziehung zu einem grobberen Wotwalgrunzwanz aus der kxwanzigsten Galaxis (er war im Bordmenü-Management-Team des Vogonenkreuzers tätig), mit dem sie noch heute gelegentlich Beam- und Bang-Mails austauscht ... naja, was ich sagen wollte, ist: Sobald das Schiff durch den Hyperraum durch und sie, also Gerda, wieder bei klarem Verstand war, distanzierte sie sich natürlich direkt von der ganzen Lyrik; verkaufte die Urheberrechte an ihrer Psychosedichtung, und zwar an einen gewissen Prostetnik Vogon Jeltz, der dann den gesammelten paranoiden Output unter seinem Namen veröffentlichte, und mindestens einer dieser Texte (siehe oben) ist inzwischen ziemlich (!) bekannt.
Heftig, oder? Nicht?

Also, SimonLore, so unglaublich das auch klingen mag, es ist nichts als die Wahrheit, und mehr steckt nicht hinter der Vogonenlyrik. Selbstverständlich sind diese Informationen streng vertraulich, und ich baue auf deine absolute Diskretion! Dem Friedrich H. von Goethoven kannst du die Wahrheit natürlich ruhig mitteilen, das schadet nicht, denn Goethoven ist ja wohl mit allen Wassern des Literaturbetriebs gewaschen und dürfte mit derlei Geschichten umzugehen wissen. Und bitte, bitte, vergiss nicht, ihm auch ganz viele Grüße zu sagen von mir, vom irdisch gebundenen, kariert existierenden, zeitwärts gedehnt sprachverhafteten, immer unverzagt allein in den Sonnenuntergang reitenden -

. . . . . . . . . . Gretchen. . . .



Ach so, ja, vllt. interessiert's wen - die Evi Raun hat inzwischen geheiratet und heißt jetzt Evi Raun-Kling.

 

      SimonLore



An SL: Vogonenlyrik - die Wahrheit!

   29.06.2010, 20:50 / 3 x geändert



In atemloser Bestürzung las ich Deine Zeilen. Gretchen, wenn Du recht hast, bedeutet das, dass auch Goethovens Werk letztlich ein Plagiat ist - oder doch zumindest auf der Basis eines Plagiates errichtet. Wie allgemein bekannt ist, bezeichnete ja Friedrich Hugo von Goethoven den Erzdichter Prostetnik Vogon Jeltz als sein größtes lyrisches Vorbild. Ich würde nie wagen, ihm die erschütternden Anschuldigungen mitzuteilen, die Du gegen sein Idol äußerst. (Nun, er würde es wahrscheinlich auch gar nicht hören.) Aber der Same des Zweifels wurde gesät und es ist mir nunmehr völlig unmöglich, ihn zu ignorieren. Tatsächlich habe ich mich schon immer darüber gewundert, wer die Übertragung dieses Stückes in irdische Sprache besorgt hat - wo doch Babelfische meines Wissens keine Schriftsprache übertragen können. Nirgendwo in der Literatur konnte ich einen Hinweis darauf finden. Wenn das, was Frau Worcszisniecky Dir erzählte, tatsächlich wahr ist, so müsste die komplette abendländische Kulturgeschichte neu geschrieben werden. Ich kann nur sagen - ich bin erschüttert!

Das von Dir zitierte Werk, dass ich in lyrisch versierter Runde immer wieder gerne mit Pathos vortrage, ist ein Meilenstein pangalaktischer Poesie. Die Satzkreationen stehen scheinbar im Gegensatz zur Grundmetapher der Humanität der neurotischen Dichterseele, der es mittels der Versstruktur gelingt, dieses zu sublimieren, jenes zu transzendieren, und die fundamentalen Dichotomien so miteinander zu verbinden, dass man einen tiefen und nachhaltigen Eindruck in alles erhält, worum es in dem Gedicht geht.

Diese Worcszisniecky, von der Du schreibst... Kann es sein, dass sie ursprünglich aus einem Land stammt, dessen auffälligstes Merkmal das vollständige Fehlen von Sand ist? In meinem golgochischen Wörterbuch zumindest wird dieser Name mit "kleines braunes Viech" übersetzt.

Es gibt verschiedene Verschwörungstheorien die sich allesamt darum drehen, dass in eben diesem Land einst in grauer Urzeit recht unförmige gelbe Raumschiffe gelandet sein sollen. Böse Zungen behaupten, dies sei der historische Anfang der weltberühmten Dichtkunst Golgostans gewesen.

Seit Jahren suche ich nach Beweisen für oder wider diese Theorie. Deine zugestandenermaßen schockierende Mitteilung könnte der entscheidende Hinweis sein. Muss weiter recherchieren. Womöglich gäbe es ja auch in den Archiven des Szweigztu-Instituts Anhaltspunkte für die Klärung dieser Frage, deren Wichtigkeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Vielleicht fühlt sich ja die hochverehrte Margret von dem Güldenmund hier berufen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.




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