Wehret den Anfängen nicht · augustine · ·


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      augustine



Wehret den Anfängen nicht

   08.12.2005, 19:43 / 7 x geändert



WEHRET DEN ANFÄNGEN NICHT


Süße Sehnsucht,
Süße, niemandem sagbare,
So neu sich fühlende Kühnheit der Blicke.
Zuviel noch. Unsicherheit. Rückzug.

Und wieder Neugier.
Sekunden offenen Blicks,
Unendliches Vermuten.
Verlorene Worte auf Zetteln.
Schwer auszuhalten.
Du bist im Spiel,
Und du weißt es.

Weiteres Tasten, später:
Blicke fragen lockend, antworten offen.
Hand sucht die andre und lässt sie nicht mehr.
Kuss auf die Stirn, wie scheu noch,
Dann Lippen, Zungen, dann alles,
Alles, alles offen mir, dir, erlaubt,
Alles zum ersten Mal,
Jede Berührung.
Dieses erste Mal – nie wiederholbar.

Wehret den Anfängen nicht.
Lasst ihnen, was Zauber ist darin.
Und was verfehlt ist, haltet es aus.

 

      Marcelinho Doido



RE: Wehret den Anfängen nicht

   10.12.2005, 18:30



Die Zeilen sind recht gelungen. Schade nur, dass es am richtig Guten vorbei geschrieben ist. Einige Zeilen passen nicht. Lass das "Du weißt es" (zweite Strophe, letzter Vers) weg, den letzten Vers der dritten Strophe ebenfalls und die Moral am Ende verwirrt. Da die Moral schon im Titel steckt wäre es gelungener sie am Ende nicht zu wiederholen. Das schafft Nähe (zu den Zeilen), die Moral am Ende zerstört ein Gesamtbild und weckt auf aus der Vesunkenheit (in die Zeilen). Der Mensch im Allgemeinen wird ja nicht gern belehrt... ;-)
Was sagt Süße(2)? Man weiß nicht so recht, ist Süße (2) = Sehnsucht oder Kühnheit der Blicke? Kühnheit ist nicht süß.So passt's nicht ganz hat man das Gefühl.
Setz hinter alles (1) dritte Str. einen Punkt. Hört sich besser an. Nimm den Titel als Ende des Gedichts, mit Absatz.
Alles in allem eine schöne Beschreibung. Da kommen Erinnerungen bei jedem. ;-)

Liebe Grüße
m.d.

 

      augustine²



RE: Wehret den Anfängen nicht

   10.12.2005, 23:49



"Am richtig Guten vorbeigeschrieben" - bist Du eine unfehlbare Instanz?? (Weiter unten packst Du weniger autoritär zu - "hat man das Gefühl")

"Süße Sehnsucht" UND 'süße/ Kühnheit', ja, beides. Jemand anders anzusehen als alltäglich, im Blick etwas verraten von der Sehnsucht, also auch: wagen, nach außen zu bringen, was bisher nur im Inneren war - das, finde ich, hat beides 'Süßigkeit'. Und im "ü"-Laut soll das alles noch verbunden sein, lautlich.
"DOCH Neugier" - das möchte ich ändern; denn schon in den Blicken war ja auch Neugier enthalten.
Nein:kein Punkt hinter "alles", die Wiederholungen sind's doch, die im Wort den unaufhaltsamen Strom des Begehrens ausdrücken, vielleicht das machen/bewirken, was Du die "Versunkenheit" nennst - freilich: Du sagst: in DIE Zeilen, nicht: in DEN Zeilen.
"Du" am Ende des 2. Packens ist Selbstanrede (2x), im 3. aber Anrede des Anderen. Ja, problematisch.
Die allerletzte Zeile kann wegbleiben.
Was Du nicht bemängelst: die "verlorenen Worte auf Zetteln". Im Gedicht kann ich das nicht begründen. Drin bleiben soll es trotzdem.

Danke für Dein Lesen und Schreiben! Liebe Grüße a.

Technisch: B/I/U geht bei mir nicht, daher die Versalien. Und eine Bearbeiten-Funktion habe ich noch nicht gefunden.




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