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Gretchen
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29.05.2010, 20:00 / 2 x geändert
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Für Euterpe blüht der Herpes
zugeeignet lost und willimox für Gunst und Kunst der Antwort
Oh, badetest Du doch, Euterpe, Musenweib,
Im bleichen Mondlicht brünstig aulosblasend Deinen blanken Leib!
Der Alabasteranblick deines unberührbar weißen Räkelfleisches wäre süßer Schmerz,
Mich inspirierend! Wie litt ich gern an Dir - für Dich! Mein liebeglühendes Poetenherz
Gäb Dir, Du schöne Seele aller Kunst, ich hin samt meiner lustvoll durchvibrierten,
Vier- und noch mehr-fach vor- und rückwärts buchstabierten
Dichterpein! Oh stürb' ich doch mit Dir auf Seidenlaken (welche sündig rot
Sein sollten), mich in Dich ergießend, jenen metaphorisch vielzitierten Liebestod,
Der jeden wahren Dichter innerlich bewegt:
Ihm zunächst lyrisch die Gedärme knittert,
Dann brusterschütternd aufwärts strebt und kraftvoll ihn durchglüht,
Sodann sich samtig weich auf seine Zunge legt
Und, während des Poeten Herz noch rast und zittert,
Als ein Gedicht, Euterpe, Dir zu Ehren Herpesblasen bildend, an der sensiblen Lippe ihm erblüht.

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Gretchen²
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Heia, liebes Icke,
ja, Du, die Seele ist natürlich die Säle vom Gedicht, und ohne wär' alles Tuten und Blasen für nix, und vielleicht hast Du recht, und sie sollte, von allen Redundanzen entborgen, ganz rein u allein da stehen und leuchten ohne ein Wort mehr um sich herum.
Also, ich werde Deine Änderungsvorschläge angemessen überdenken.
Mehr zur Säle siehe auch: -> dada.
Mit sälenvollen Grüßen für die
schöne Anregung dankend:
Gretchen

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Willimox
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30.05.2010, 11:15 / 2 x geändert
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@städter:
Ich selber sann noch über die Inversion in Zeile 4f. von gretchen nach,
das aktive ich versteckt sich in der fünften zeile und das objekt "liebeglühendes Poetenherz" besetzt die Erststelle im Aussagesatz,
da stieß mir deine antwort auf: ein bisschen schnarrend (ein bisschen?) im ton und großlippig-herablassend und ulanenhaft-wegwerfend-schnippisch, auch irgendwie nur das würdigend, was ihm vertraut zu sein scheint, aber eben oft nicht ist. Der rechte Kritiker ist anders. Lies dazu, was Günther zu sagen weiß, nun ja, du wirst es nicht verstehen.
correctio um 14.52: Du verstehst es
An den rechten Kritiker
Man freut sich auf dein Ohr als auf den besten Richter,
Und du verstehst es nur, worinnen sich der Dichter
Des Nahmens würdig macht. Du siehst den Nachdruck ein,
Den unsre Kunst versteckt. Du prüfst den ächten Schein
Und den erhabnen Schmuck und der Juwelen Güte,
Womit Euterpe prahlt. Du feurest das Gemüthe
Durch ein von Lieb und Neid befreytes Urtheil an,
Woraus sich der Poet so sehr ergözen kan,
Als er sich sonst betrübt und in der Seele kräncket,
Wenn keiner Achtung giebt, wie schön sein Vers gedencket.
(vgl. Günther-SW Bd. 3, S. 51)

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lost
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Euterpe - Herpes (phonetisches Spiel)
den Aulos blasen (Aulos; wer weiß schon, was das ist?) + Herpesblase = Herpesbläserin
Was Willimox am anderen Ort (Link) zur "Parodie" erwähnt, mag hier ebenso gelten. Es sei mir verstattet, den dort feinsinnig von ihm zitierten Heine herüberzuholen:
Ach Gott! im Scherz und unbewußt
Sprach ich was ich gefühlet;
Ich hab’ mit dem eignen Tod in der Brust
Den sterbenden Fechter gespielet.
regards ...

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