Seit zwanzig Jahren
sind sie mir egal wie fremd:
Haikuabstinent.
Ich danke allen aus meiner Haikuabstinenzgruppe für die Unterstützung und dass ich mich immer wieder habe fallenlassen können. Ihr habt mich immer aufgefangen. Meistens jedenfalls.
@Hirsch: Auf die zehn Jahre kannst du stolz sein. Viele schaffen das nicht, eine lange Zeit, sicherlich nicht einfach, es juckt doch öfters in den Fingern, ich kenne das. Doch ein Rückfall ist nicht so schlimm. Komm zu uns, lass uns darüber reden.
Wollenes Haiku
lief ein beim Waschen im März.
Jetzt passt es nicht mehr.
ohmei, hab oft im waschkeller zu tun (siehe hier, gleich der erste der beschriebenen keller), vorhin war ich auch unten, und da hab ich so vor mich hin sinniert, über das graue haiku vom Bernhard Welte hab ich sinniert, und da ist mir mein wollenes eingefallen, reinste, feinste angorawolle in hellgrün, ein selbstgestricktes aus der zeit, wo ich noch zeit zum stricken gehabt hab, und jetzt ist es eingelaufen, zu heiß gewaschen ...
Gregor in U-Haft?
Wie lautet der Tatverdacht?
Kann man ihm helfen?
@libkowsky: Schwerer Rückfall, ja. Nicht die passenden Copingskills zur Hand für die akut virulenten Stressoren, und das Community Reinforcement, das in meine Richtung fließt, geht gegen null. Die nächste H-A-SimP-Gruppe (= Haikuholics Anonymous & Selfimproving Poets) ist über 300 km weit weg, und ich müsste ja dreimal wöchentlich hin anfangs, sie arbeiten nach dem 12-Verse-Programm, weißt du, in Analogie zu den 12 Schritten und den 12 Traditionen der AS. Tja. Was werden wird? Ich weiß es nicht. Bleibt mir wohl nur ein Exerzitium bei Agnostica ...
Der Sonnschein küsst keck
maigrüne Haikuknospen.
Stilblüten kichern.
(Gewidmet allen, die nicht raus können!)
@Kommandant libkowsky: Eine Schande ist es. Eine Schande. Gegen die Horkruxer wurde ja schon vom alten Augustinus in seiner De civitate Dei gehetzt. Dann die gnadenlose Eskalation ihrer Verfolgung im finsteren Mittelalter, der Codex Horcrucicus Satanalis Niger Gigas ("Großer Schwarzer Horkruxhammer"), die Exzesse der Scheiterhaufen (Rauch- und Aschewolken über ganz Europa!), die Streckbänke, die Wassertröge, die Brandeisen und Feuerzangen, die Nagelschäler, Zungeneisen, Augapfelschaber, Ohrenkannen ... das macht man zwar nicht mehr, schließlich gibt es inzwischen Geständnisgeneratoren, die wesentlich effektiver sind als die alten Folterinstrumente, und humaner, viel humaner natürlich. Trotzdem.
Trotzdem. Eine Schande IST es und schlimm genug, dass man heute, im 21. Jhd., immer noch nicht wirklich weg ist von der Verteufelung der Horkruxer, und dass man Leute, die kruxen, immer noch einsperrt statt sie therapeutisch zu unterstützen. Es soll aber eine erste Selbsthilfegruppe geben, habe ich gehört, die Horkruxers Anonymous Help Aid (HAHA), die sich regelmäßig in St. Panaritium treffen, mit Initiations-Exorzitien und allem Drum und Dran in mehreren Entwöhnungsschritten. Und eine Gruppe für Angehörige und /oder Co-Abhängige ist im Aufbau. Immerhin. Immerhinque.