Zeitreise · augustine · ·


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      augustine



Zeitreise

   23.06.2006, 23:44



Vorrede 2:
(Vorrede 1 ist der Anfang eines Zeitungsartikels von heute: "Beim Zeus"):
Ich sehnsüchtele manchmal ein wenig mit dem alten Griechenland. Und da muss ausgerechnet heute, als ich das nachfolgende Gedicht schon bearbeitet hatte, mir dieser Artikel in die Augen fallen....
Bin gespannt, was da für Reaktionen kommen. augustine

ZEITREISE


Fortgeflogen bin ich, leise, eines Abends,
Lag auf einem leichten Blumenteppich,
Blau und silbern war er, traumerlesen.
Einen weiten seidnen Mantel hatte ich um mich.
Wollte also fort. Wohin? In nie Gesehenes Bekanntes.
Wollte Schwestern haben, Schwester sein,
Wollte weiße lange Kleider tragen.
Zwielicht kam, der Teppich glitt zur Erde,
Und ich fand im dichten Wald ein weiches Bett aus Moos,
Hüllte mich in meine zarte Seide.
Salomonsiegel, schnell gewachsen,
Wachten rings um mich,
Und ein zahmer Hirsch lag mir zur Seite.
Dann, unfassbar schnell, dann stand ich, weiß gekleidet,
Stand ich wirklich am Altar der Göttin.
Artemis ist sie, vielleicht Astarte oder Isis. Große Mutter.
Mag es sein, wie's will. Sie fechten keine Wahrheit aus.
Ich dien der Göttin nun im Licht des Mondes
Oder Glanz der Sonne,
Und ich leb mit meinen Schwestern nah bei ihrem Tempel,
Leb in Hütten, leb in Hainen, wo der Ölbaum wächst,
Der Weinstock auch und roter Mohn im Frühling.
In der Heimat meiner Seele angekommen bin ich,
Bin zu Hause.

7.5.2005/23.6..2006

 

      Jolante



RE: Zeitreise

   24.06.2006, 12:58



Grüß dich, augustine,

dein magisches Gedicht ist mir in den Kopf gestiegen wie ein leichter Sommerwein. Dabei liegt mir das Thema ziemlich fern, denn mit "Verschwisterungen" und gar "Göttinnen" habe ich es eigentlich nicht so. Aber das wiederholte Lesen dieses Gedichtes machte mich sehnsüchtig, melancholisch und dennoch froh. Und.....es ist auch sprachlich durchaus auf der Höhe. Gratulation !

lg Jolante

 
        arisia
        (Gast)

RE: Zeitreise

   26.06.2006, 13:28



Hi, Augustine,
mich hat das Gedicht, eher die Worte, auch sehr angesprochen, zumal ich auch sehr starke Verbindungen zur Mythologie habe, die Sehnsüchte gehen bei mir aber eher in die keltische Richtung.
Aber, Augustine, nicht beißen, so ist es noch kein Gedicht. Nicht die Länge, ich liebe diese Art von langen Gedichten; es ist der Rhytmus der stellenweise nicht einem Gedicht entspricht und dann enthält es auch teilweise Alltagssprache wie z.B. .... "hatte ich um mich", "wollte also fort", "wirklich", "mag es sein, wie's will", "bin zu Hause".
Die Farbe des Blütenteppichs würde ich der Leserin, dem Leser überlassen, ist ja schon im "traumerlesen", (wunderschönes Wort) enthalten, dieses wird durch die Beschreibung der Farbe geschwächt. Das "Lag" in der 2. Zeile ist überflüssig. Was mir noch gut gefallen würde, würde von den Vokalen her noch mal auf das "Fortgeflogen" anspielen, der "Teppich" und die "ichs" würden korrespondieren, ein Innenreim, so:

Fortgeflogen bin ich, leise, eines Abends,
Auf einem leichten Blumenteppich,
Traumerlesen er, traumverloren ich,

Ich hab' jetzt einfach mal so geschrieben, wie ich mir dachte, annähernd

Fortgeflogen bin ich, leise, eines Abends,
Auf einem leichten Blumenteppich,
Traumerlesen,
Ein weiter Seidenmantel schützte mich.
Fort wollte ich, wohin? (Anfangsreim + Rythmus +Verstärkung)
In nie Gesehenes Bekanntes!
Schwestern wollt' ich haben, Schwester sein,
Wollte weiße lange Kleider tragen.

Zwielicht kam, der Teppich glitt zur Erde,
Ich fand im dichten Wald ein weiches Bett aus Moos,
Gehüllt in meine zarte Seide,
Sah ich sie wachen,
Sah Salomon(en)siegel, (schnell gewachsen,) eher weglassen
Rings um mich herum,
Ein zahmer Hirsch lag mir zur Seite.
Dann,
unfassbar schnell stand ich, (so bringt es die Dramatik ohne
Stand ich weiß gekleidet, das "wirklich" zum Ausdruck)
Stand ich am Altar der Göttin.

Artemis ist sie, vielleicht Astarte oder Isis,
Große Mutter.
Sie fechten keine Wahrheit aus.
Ich dien' der Göttin nun im Licht des Mondes,
Im Glanz der Sonne auch. (so bringt es den Rythmus)
Mit meinen Schwestern leb' ich nah' bei ihrem Tempel;
Leb' in Hütten, leb' in Hainen, wo der Ölbaum wächst,
Der Weinstock auch und roter Mohn. (Frühling weglassen, sonst verlangt es auch
In meiner Seele Heimat bin ich angekommen, (nach anderen Jahreszeiten)
Angekommen bei mir zu Haus'. (Rythmus + Verstärkung)

liebe Grüße
arisia




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