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augustine
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23.06.2006, 23:37 / 1 x geändert
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Beim Zeus.
In Griechenland kehrt der Glaube an die antiken Götter wieder ...
SZ vom 23.6.06, die beiden ersten Absätze:
Die Entscheidung war eine Überraschung: Im Oktober 2005 hatte der "Heilige Verband der Griechen antiken Glaubens Ellinais" seine Satzung bei einem Amtsgericht in Athen eingereicht, dieses konnte an den ethischen Maximen der Antragsteller - "im Einklang mit der Natur leben", "die Vorfahren ehren" - nichts Verwerfliches entdecken und so wurde der Verband Anfang des Jahres als Religionsgemeinschaft anerkannt. Seine Mitglieder dürfen sich nun ganz offiziell der "Verehrung der zwölf Götter des Olymp sowie der anderen von den alten Griechen verehrten Götter, der Helden und der Vorfahren im Allgemeinen" widmen, wie es seine Statuten vorsehen. Kulthandlungen sollen "gemäß der althergebrachten Sitten" in eigens zu errichtenden Gottes- oder auch: Götterhäusern vollzogen werden, sie können aber auch, mit Genehmigung der Behörden, "an den heiligen Stätten der antiken Griechen" ausgeübt werden.
Nicht wenige Hellenen registrierten den Beschluss mit antiklerikaler Schadenfreude: Die mächtige orthodoxe Kirche hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Zulassung von Ellinais zu verhindern, nun hat sie nach gut eineinhalb Jahrtausenden die heidnische Konkurrenz wieder am Hals. Andere sind ernsthaft besorgt: Muss man demnächst mit Eingeweideschauen auf der Akropolis? Mit Orakelsprüchen in Delphi und eleusinischen Mysterien? Doretta Peppa, Ellinais-Vorsitzende und frisch ordinierte Priesterin der Religionsgemeinschaft, beschwichtigt. Es gehe nicht um "religiösen Firlefanz". Sie sehe in der antiken Philosophie und Religion ein Remedium gegen die Zerstörung der Natur und die Versklavung des Individuums durch die westliche Zivilisation mit ihrer "judäo-christlichen Weltanschauung".

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Gretchen
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Nur kurz erst mal:
Solche Aktionen kommen mir reaktionär, hirnrissig, kindisch vor. Was soll das, was bringt das? Ich will mich keiner Religionsgemeinschaft oder Weltanschauung zuordnen, das finde ich alles überlebt (meine Sozialisation hier kann ich nicht löschen, klar). Die alten Götter neu auflegen: spiegelt doch Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit und vor allem die Weigerung oder Unfähigkeit, dieses unsichere Lebensgefühl AUSZUHALTEN. Ist ja, als sollten so viele Jahrhunderte der (Bewußtseins-)Veränderung(en) wegradiert werden. Geht doch nicht. Ist wie sich wegkiffen, oder wie Wasser holen wollen in Krügen mit Sprüngen. Jetzt ist jetzt ist jetzt, da muß was wirklich draus wachsen, wie auch immer.
(Das hat nichts mit deinem Gedicht zu tun, augustine, und soll auch nicht heißen, daß ich keine Freude an den alten Griechengöttern haben könnte: waren doch schlaue Füchse, tolle Hunde, coole Säue, die Jungs, und die Mädels wußten sowieso wie´s geht. Da hätt ich auch gern mitgemischt, in DER community .... - aber Jetztzeit, das ist eben anders.)
Gruß vom Gretchen.
(Und weil der Artikel aus der SZ stammt, fällt mir noch ein: da bei denen in Bayern gibt’s doch diesen König-Ludwig-Verein, Verband der Königstreuen oder was, das ist wohl so ähnlich ...)
@ augustine noch die Frage: was bedeutet "sehnsüchteln" m. d. alten Griechenland: darüber schreiben wollen, davon lesen wollen ...?... das wüßte ich gern, Gruß Gr.

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augustine²
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Hallo, Gretchen; hab' Dir eben geantwortet, und kurz vor senden war alles weg. Bin jetzt erstmal frustriert. Im moment muss genügen: ich bin Deiner Meinung, vor allem mit dem AUSHALTEN.
Lg a.

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arisia (Gast)
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27.06.2006, 19:15 / 1 x geändert
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hi, augustine
Interessant, was es alles so auf der Welt gibt,
kann mich dem, was Gretchen vorgebracht hat voll anschließen.
Ich sehe auch nicht den Zusammenhang zwischen den alten griechischen Göttern und Ökologie. Wäre gescheiter gewesen eine moderne, ökologisch orientierte Bewegung ins Leben zu rufen, dann könnten sich auch Menschen anschließen, die sich nicht von Religionen vereinnamen lassen wollen.
Allerdings kann ich die antiklerikale Schadenfreude der Hellenen nachvollziehen, da mir die "judäo-christlichen Weltanschauung" auch sehr suspekt ist, vor allem deswegen, weil die meisten, die sich christlich nennen, nicht christlich sind. Unsere ganze westliche Welt ist meiner Meinung nach mehr auf dem Alten Testament aufgebaut als auf dem Neuen Testament. Wenn wir, d.h. die westlichen Länder das Neue Testament leben würden, dann müßte die Welt eigentlich anders aussehen.
Troztdem, sind schon hübsche Geschichten, so rund um den Olymp. Aber wie Gretchen sagt: jetzt ist jetzt, nun ja, die Welt ist rund und bunt.
lg
arisia

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augustine²
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29.06.2006, 23:30 / 1 x geändert
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Gretchen - hi.
So kuriose (bis gefährliche) Vereinigungen gibt's auch auf germanisch (Externsteine; dort Neo-Nazis) oder keltisch (Stonehenge).
Ja, ausdrücklich nochmal: AUSZUHALTEN ist, dass wir uns alle Erklärungen für den 'Grund' der Dinge selbst machen.
Des mit die Bayern und ihrm kini-Kult ist aber was anderes ... Aber das erklärt uns zuppa vielleicht genauer, gell?
Grüße von augustine

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