In der U-Bahn · Deutschflüster · ·


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      Deutschflüster



In der U-Bahn

   26.02.2010, 10:26 / 1 x geändert



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Edit 26.07.2010

- Faden von *.TXT nach Entwürfe verschoben - Elise
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ein Handy klingelt. Ein Dutzend Leute greifen an den Gürtel, in die Hosentasche, in die Jackentasche, kramen in der Handtasche und melden sich. Da es nur bei einem klingelte, verpacken alle anderen, die ihr eigenes, meist recht originelles Handy-Klingel-Geräusch noch nicht gänzlich auswendig wussten, wieder an ihren Ursprungsort und verzerren dabei das Gesicht, als wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Ganzgesichtsgymnastik gekommen. Betroffene Peinlichkeit wäre der korrekte Ausdruck.

Der, welcher nun wirklich gemeint war, ist der ’Gewinner’ dieser Runde. Ihn hat’s tatsächlich getroffen. Er wird angerufen. Hurra! Er meldet sich mit einem lockeren ’Hallo?!’ Mir persönlich völlig unverständlich, aber der Angerufene nimmt eine andere Körperhaltung an, so als ob Günter Jauch ihn auf den Stuhl gebeten hätte. Er stellt sich ’interessanter’ hin, posiert sozusagen.

Die Verbindung ist schlecht. Der Angerufene mit der Körperhaltung eines Bodybuilders während der Ausscheidungskämpfe brüllt wie ein Büffel ins Handy “ich kann dich kaum verstehen...“ Da wurde es mir zu bunt. Ständig auf der Suche nach nobelpreisverdächtigen Dialogen frage ich: “versteht er Sie schlecht oder Sie ihn?“ Diese Frage wirft Verwirrung auf. Das Aufeinandertreffen derart vieler Personalpronomen in ungeordneter Reihenfolge, ist in der Tat auch phonetisch nicht direkt zu verstehen, eine Fangfrage demnach.

Unter Umgehung der evtl. als Gegenfrage getarnten und eigentlichen Antwort “Hä?“, bekam ich ein: “ich kann ihn kaum verstehen“ zu Ohren. “Aha“, sagte ich “und Sie sind der Ansicht, dass wenn Sie lauter sprechen auch gleichsam besser hören können – eine interessante Theorie...“ Nun wurde mein Gesprächspartner gänzlich in meinen Bann gezogen und das Telefonat erschien plötzlich gar nicht mehr so wichtig.

Wie auch. Bei der miesen Verbindung. Eine U-Bahn ist nun mal kein Fesselballon. “Bist du blöd Mann?“, erreichte es meine Gehörgänge, “ich kann den Typ kaum verstehen...“ „Das ist mir klar“, entgegnete ich in meiner ekelhaften Süffisanz. “Aber dann sollte doch ’der Typ’ am anderen Ende der Strippe brüllen und nicht du, oder?“

An der nächsten Haltestelle musste ich aussteigen. Das war die Rettung für mich oder ihn. Ich überlege noch...

 

      HEXI 18



nostalgisch, lustisch und ernzscht auch!

   26.02.2010, 18:18 / 2 x geändert



ja, das ist diese art von humor, die irgendwann anfang der sechziger jahre aus der mode gekommen ist. schön, auch mal so was nostalgisches hier auf lit-on zu lesen!

und ja, isch happ so heffftisch laschn müzzn, mein zwerchfell ist ganz nass jez!

Hexi 18 ... ... ...

Es ist tatsächlich nicht einzusehen, warum nicht ein Gedanke
die Attraktivität von Titten einer 19-Jährigen haben sollte,
an die man gerne fasst. (Rolf Dieter Brinkmann, ACID)




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