Momento Mori !!! · Bernhard Welte · ·


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      Margret v. G.



Begeisterte Hoffnung!!!!!! Carpe Diem!!!!!

   01.03.2010, 07:42



Mein lieber, verehrter Bernhard,
reden wir uns mit Vornamen an, ja?

Als leitende Lyrikarchivarin des Szweigztu-Instituts für kulturell wertvolle Kondensationen, Golgostan/Schtschutschinsk, habe ich schon so manches Gedicht gelesen, das mich durch beredtes Schweigen zu beeindrucken wusste, das mich kraft seines tiefgründigen, wunderschönen, traurigen, magischen und kühnen Wortschmelzes tagelang nicht losließ, das nächtelang fort und fort murmelte in mir wie ein direkt vom Himmel mitten auf mich gefallener Zauberspruch, wie ein plötzlich über mir brechender Schatten, wie ein mit seinem philosophischen Leuchten meine finst're Tiefdunkelstund' erhellender Gottesblitz - bin mithin also, um es kurz zu machen, als alte, umtriebige Literaturschakalin mit den meisten Wassern der Poesie bereits begossen worden - - - und sehe nun, in all meiner poetischen Abgebrühtheit, fassungslos Ihr Werk, lieber Bernhard, auf Augenhöhe, zum Greifen nah vor mir auf dem Schirm, und möchte Ihnen zuseufzen:

Bernhard, ja, mich deucht, Sie sind ernst aus einer Tiefe, wie nur wenige sie erreichen!

Atemlosigkeit breitet sich aus in mir und ein großes,
stilles Staunen, dass es solche Texte noch gibt!
Ein Engel der Poesie geht durch den Raum!
Ein zarter Duft fächert sich mir entgegen:
Das ist ein Gedicht wie ein Parfüm!

Seit Ralph-Michael Bäähs Lebenslauf einer unbekannten Sanduhr kam mir kein Werk vor Augen, das mich vergleichbar so in ahnungsvolles, sehnendes, ja, wissendes Vibrieren versetzt hätte wie Ihr Momento Mori!!!! --- Jedes Wort sitzt hier exakt, trifft präzise ins Mark des Seins, stürzt tieftieftief hinunter auf den seelischen Abgrund der Leserin zu, den Marianengraben, den wir doch alle in uns tragen, nicht wahr - und ich möchte hauchen, flüstern, stöhnen, stammeln, röcheln, kreischen, brüllen - JA JA JA!!!!! WIR ALLE NICHT!!!!

Mehr mag ich jetzt nicht sagen!!!!
Ich bin zu angerührt, zu bewegt!!!!!!

In respektvollstem Schweigen,
zugleich auch guter Hoffnung auf viel noch Schöneres:

Ihre Margret ... ... ...

Derrière les décors
De l'existence immense, au plus noir de l'abîme,
Je vois distinctement des mondes singuliers ...
(Charles Baudelaire, La Voix)



PS
Dies ist nicht Ihr erstes Gedicht, Bernhard, Ihr erster Versuch, oder?
Nehmen Sie mir die Frage nicht übel, es ist nur der Ordnung halber;
erste Gedichte sollten nämlich -> hier <- eingestellt werden, verstehen Sie ...

 

      ruelfig



Momento mal,

   01.03.2010, 19:42 / 1 x geändert



Herr Welte, Moment mal!!! Ich schreibe mal ganz bewusst "Herr", um mich da auch ein Stück weit abzugrenzen, von dieser hermetisch auftretenden Herrenkultur, die diskriminiert und ausschließt. Was können denn die Starken, was kann ein "Du" dafür, dass sie/er ihr/sein Leben anders führten als ein selbsternannter "Herr" es wollte oder eben nicht? Und was, frage ich, ist mit cherchez la femme? Die Herrin mit den dicken Stiefeln, der Peitsche und dem Korselett? Nenene, so nicht und schon mal gar nicht falsch zitiert: Memento mori heißt das nämlich, so dämlich bin ich nicht, dass ich hereinfiele auf ihre Verdrehungen, das mag ihnen gelingen bei Bahnhofsnarren und ähnlichem Gesockse, bei tumben Bauern auf dem Trecker sitzt der dicke Autopeter ach ich könnt mich echauffieren.
In einer allerheilskultur kann man doch die fehlenden nichts mirnichtsdirnichts auf den Güllehaufen gehört doch kein Mensch der schreibend sich zu nähern sucht dem Sternenhaufen doch so fern und klingt nicht eine Melodei in jedem Idioten?
Also revisidieren sie gefälligst ihre authentistischen Machenschaften, sonst komm ich sie von unten bei, sie Schwindolar.
R

 

      augustine



Memento mori

   01.03.2010, 20:59



Dank dir, ruelfig, dass du den köstlichen Fehler des Herrn Religionslehrers im Titel benannt hast! Die sprachlich-literarisch so überaus gebildete Margarete hatte ihn leider übersehen in ihrer Rage.
Grüße von augustine

 

      Margret v. G.



Hier steht Spam: bitte löschen!

   01.03.2010, 21:36 / 2 x geändert



Ach, augustine, Du unterschätzest mich.
Was das Memento Mori anbelangt, ganz sicher.

Woher rührt, wenn ich fragen darf, Dein tauber und blinder Zorn auf mich?

Ich schlage vor, Du eröffnest einen Faden bei Verstöße und zählst auf, was ich eigentlich getan habe, dass ich bei Dir, Domina, so in Ungnade fiel? War ich nicht gefügig genug, hab ich mich nicht tief genug gebückt?
Bin ich zu klug? Zu groß geworden, zu autonom? Ist es etwa dieses Phänomen wie bei "Schneewittchen", wo der Spiegel auf einmal nicht mehr nur sagt: "Frau Königin, ihr seid die Schönste hier!" - sondern noch diesen unangenehmen Nachsatz anfügt ...

Eröffne doch einen Faden im Ring oder auch dort, in der Wuthöhle. Da magst Du Dich über meine gesammelten vier~fachen Unfähigkeiten auslassen nach Belieben und so unsachlich und blinwütig wie Du nur willst.

Argumente hast Du ja wohl nicht.

Ich werde aber tun, worum
@minz&modz mich bitten.

Margret

 

      Margret v. G.



se baigne dans la mer ... aaah!

   02.03.2010, 08:02 / 1 x geändert



Mein bester Bernhard,

es gibt ja so schwere Stunden, da möchte man ... oder auch frau ... am liebsten auf dem MotorradaufdemTraktorübernAckerbrettern.
Sie wissen schon, Bernhard, diese Zeiten ohne Seelenbalsam, wo man heimatlos sich fühlt oder zu werden droht, man steht mit dem einen Bein auf dem Index, mit dem anderen im Exil, hat kein veni-vidi-vici mehr zur Hand, das carpe-diem ist teuer geworden, und von allen Seiten wird man mit memento literalimorali beknallt, die guten Worte erfrieren im harten, kalten Vertreibsand, aye, man fühlt sich wie ein alter Eichenbaum auf freiem Feld im Donnersturm ...
Aber immerhin scheinen doch Sie als Autor von meinem Kommentar zu Ihrem Dichtwerk sich angesprochen zu fühlen, das ist schön!

Es ist, leider, nicht immer so, dass AutorInnen meine Beiträge verstehen; insofern erhellten Sie, Bernhard, mir diesen gestrigen Märzabend mit Ihrer gelassenen und ehrlichen Antwort auf meinen Kommentar - ein veritabler Gottesblitz, der da durch meine Dachkammer (ich lebe sehr bescheiden, undercover quasi) pflügte, ja, so möchte ich es formulieren. Und ich denke, auf die eine oder andere Weise hat auch trotz seines Polterns Herr ruelfig von Ihrem Text profitiert, oder doch zumindest die Kernaussage verstanden.

Dieser Link hinter meinem Namen bedeutet nichts. Wahrscheinlich eine Fehlfunktion der Forensoftware, das ist ja alles sehr diffizil.
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, distanzierte ich mich kürzlich von Gretchen und noch von einigem anderen Geziefer. Ohnehin dürfte dieses gräßliche Gretchen hier bald ausgepielt haben, wenn mich nicht alles täuscht. Seien Sie also unbesorgt!

Könntest Du, Kollege Bernhard, nicht eines Deiner gitarrengestützten Lieder für den Forenpodcast aufnehmen?

Nun muss ich aber enteilen, sonst verpasse ich meinen Zug. Ich fahre ans Meer, weißt Du, Bernhard, ich muss dringend ein paar Tage ausspammen ...

Margret Silberzunge ... ... ...

Derrière les décors
De l'existence immense, au plus noir de l'abîme,
Je vois distinctement des mondes singuliers ...
(Charles Baudelaire, La Voix)

 

      Willimox



Memento mori

   23.05.2010, 08:23 / 4 x geändert



Care, Carissime Bernharde,

adamans litteras tuas tamen mihi correctio quaedam - sit verbo venia - exprimenda erit.

"Und Momento mori kommt aus dem Lateinischen, da gibt es nichts drüber zu albern, und es heißt : Bedenket, daß ihr bald sterben müsst."

Illud "memento mori" sane modum imperativum cum connotatione futuri involvit. At numerus singularis non neglegendus est. Nuper consodalis dixit illum numerum in singularibus occasionibus collectivum referre. Recte dixit. "Mementote" (sic) alloquitur plus quam unam personam. Et "memento" plus quam unam personam alloqui potest.

Quid dicere volo? Artifex, tu artifex illustris, formam convertere, evolvere audeat. Cur non"mementote" scribere? "tote" in lingua Germanorum!

Tote totusque tuus

Willimox




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