Gott · Papalagi · ·


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      Papalagi



Gott

   18.02.2010, 00:11



Die Stimme ist weg
Ich spüre die Wärme
Ich bin bloß ein Geist in der langsamen Ferne
Ich lebe in dir mein ewiger Herr
Und du bist der einzige
DIE, DAS oder DER….

 

      HEXI 18



maggisüppchen: 's ist fastenzeit!

   18.02.2010, 07:56



instantcomment zum instantgericht ... äh ... -gedicht.


"klar, derdiedas demütig gutgläubige mensch findet derdiedas o-m-gott überall:
zwischen den sechs zeilen eines gedichtfetzchens ebenso wie
in der 5-minuten-terrine von maggi."

das aschermittwochshexi

 

      Papalagi²



maggisüppchen: 's ist fastenzeit!

   19.02.2010, 20:39



Hi HEXI 18,
Deinen Kommentar finde ich sehr lustig.
Ich habe aber kein einziges Wort verstanden.
Machst du Werbung für Maggi-Suppen? Das glaube ich kaum.
Da ich gesehen habe, dass du einen Link zu meinem Account bei dem Forum Leselupe eingefügt hast, kann ich nur vermuten, dass du Werbung für meine anderen Gedichte und Prosatexte hier im Forum betreiben möchtest :-) Wenn es denn so ist bin ich natürlich sehr dankbar. Ich habe auch eine Homepage mit den Gedichten und sogar meinen eigenen Bildern, hier bitteschön http://fetzen.de.pn
Nun würde ich aber auch gerne erfahren, was du in Wirklichkeit mit deinem Kommentar gemeint hast. Wenn du Lust hast kannst du es hier dann noch ausführen. Aber natürlich nur dann wenn du maggist… äh ich meine natürlich wenn du magst :-)


LG

Papalagi

 

      HEXI 18



ja, i maggi!

   19.02.2010, 23:36 / 1 x geändert



okeeh, Papalagi, da du metaphern nicht kapierst, mal bisschen klar.txt für dich.


dein gedicht (?) "Gott" ist scheißemäßig schlecht.

ungefähr so (un)genießbar, wie ein maggitütensuppenbilligstinstantaufguss eben ist für menschen, deren geschmacksknospen noch nicht gänzlich glutamatverbrannt und aromagetriggert in die versengung (sic!) abgeascht sind. und meiner meinung nach kannz du's dir (und mir auch, hihi ...) direkt schenken, den ganzen anderen hempelgutratkrempel, den du auf deiner homepage undsonznochwo im nezz gesammelt hast, hierher nach lit-on zu schaufeln.

und der @minz odersonstwer kann dieses mein posting, so es die grenzen irgendeiner gutbürgerlichen nettikette überschreitet, gern wegradiern, da hab ich nix gegen.

immer aufrichtig: ... ... ...

 

      gregor libkowsky



ich mag es

   20.02.2010, 11:44 / 7 x geändert



Im direkten Gegensatz zum User "Hexi 18" (Kennen wir uns nicht von der "literatur-plautze", Jahrestreffen 2007 in Mockenfelde-Berbershagen?) möchte ich hier ausdrücklich erklären, dieses Gedicht spricht mich an, gerade in seiner kurzen und frisch-kompakten Form. Sind es doch zwei, scheinbar unüberwindliche Hürden, die es galt, im hohen Sprung zu überwinden. Einerseits die hehre Aufgabe, Gott ins Gedicht zu pressen, andererseits das Gedicht ins Forum zu drücken. Dafür Respekt und Anerkennung. Ja, DER, DIE, DAS ... wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm.

Ich hatte selbst einmal den Versuch unternommen ein Gedicht über Jesus zu schreiben, bin aber leider steckengeblieben.
Hier mein rudimentärer Versuch:

Mein erstes Jesus-Gedicht (zweistrophig)

Jesus, du, mit deinen Füßen
streichelst sanft der Erde Saum,
schenkst mir Worte voll der Gnade,
doch ich bin ein schlechter Clown

Immer wieder will ich künden,
preisen, loben deine Macht,
bin dein Diener in den Foren,
bleib dir treu, wenn keiner lacht


Du siehst, lieber Papalagi, Gott, Jesus und die anderen, das ist sehr schwierig. Ich kann es nicht. Das zu Beginn, das mit den Füßen und der Erde streicheln, ist ja nur, damit sich Clown auf Saum reimen kann. Also ehrlich: Zwei Strophen, das ist schon auch erbärmlich, wo ich eigentlich noch so viel sagen wollte. Aber da geht gar nichts mehr bei mir.

In Golgostan konnten wir voller Stolz 231 Götter unser eigen nennen. Der Einfachheit halber hatten sie aber alle den gleichen Namen: Pokumetsch (die Idee der Pokemon-Karten kommt von daher).
Nach den Sandkriegen wurde die Anzahl der Götter auf 21 reduziert. In Folge des Grätzki-Skandals konnten noch einmal 20 Götter von der offiziellen Liste gestrichen werden. Nun haben wir nur noch einen Pokumetsch. Und ich sage dir ganz ehrlich, einfacher ist es auch nicht geworden.

Mit vorzüglichem Gruß und noch viel aufrichtiger

Gregor Libkowsky (Es lebe Pokumetsch!)

 

      Margret v. G.



"Um's Wort ringen!" - ein Versuch M.v.G.s

   21.02.2010, 13:57



Da sich hier tiefgehende diskursive Kontroversen (User "HEXI 18" <-> User "gregor libkowsky") in Bezug auf ephemer auftretende frömmliche Wortspagätchen ambitionierter Laienprediger andeuten, möchte ich prophylaktisch, also um weiteren Schäden an der sozialen Substanz des Forums vorzubeugen, und um auch einmal ein Plädoyer für unbegrenzte Performativität zu lancieren, Folgendes explizit festhalten:

Das Gedicht "Gott" von Herrn Papalagi fand und finde ich von der Gesinnung her gut, offen und ehrlich und durchaus in Ordnung. Es ringt aufrichtig um Ausdruck, das ist wohl deutlich genug erkennbar, und da tut es doch nichts zur Sache, ob mit Erfolg oder ohne! Wichtig und entscheidend ist vielmehr, die Suche nach dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner ("du bist der einzige"), DIE, DAS und DER allfällige Extrempole des Universums auf ewig zu versöhnen imstande sein dürfte, niemals aufzugeben!

Legt man als Maßstab für ALLES, auch für Gedichte, die dreifaltige ("DER, DIE, DAS") Größe GOTTES (vgl. auch den eloquent nichts offen lassenden Titel des zur Debatte stehenden Werkes!) fest, dann kann man gar nicht mehr anders als ein uneingeschränktes "JA-und?" in die Welt hinein zu raunen! Fettarme Gedichtterrinen machen nicht dick - JA-und?, Tütensuppenlyrik hat den Vorteil, niemals schwer im Magen zu liegen, da sie so leicht ist wie ein bloßer Geist in der langsamen Ferne - JA-und? Dennoch oder gerade deswegen ist Gott groß. Bei IHMIHRIHM ist kein Poem unmöglich, und jetzt bitte mal an die eigene Nase den Finger: Sind wir nicht alle irgendwie etwas Maggi?

Vivat Pokumetzski!

Maggi von dem Güldenmund ... ... ...
Szweigztu-Institut für kulturell wertvolle Kondensationen, Golgostan/Schtschutschinsk





__________________________________________

Lieber Kommandant,

Ihre Vielseitigkeit und unermüdliche Produktivität überrascht mich stets auf's Neue! Hätten Sie die Güte, Ihr jüngstes, religiös motiviertes Werk unseren Archiven zur Verfügung zu stellen? Es zeigt so unverstellt dieses Zähe, Unnachgiebige, Kämpferische; dieses keinen Gott, keinen Engel, keinen Teufel, keinen DERDIEDAS Fürchtende, was so sehr typisch ist für die golgochische Volksseele, wissen Sie, deshalb ...

Immer die Ihre: M. v. G.

 

      ruelfig



Platzende Krägen

   21.02.2010, 21:57



Sie sollten sich schämen, Herr Welte, ein guter Christ lügt nicht, sagte schon Karl May. Heute hier angemeldet und schon langjähriger Leser?
Ihre Homepage gibt es gar nicht, schade, ich hatte auf Worte tiefster Demut und froher Einkehr gehofft.
Schöne Satire, sie Gotteskrieger. Gesinnung, das kommende Thema.
Fromme Grüße,
R

 

      Datura



Platzende Gottes-Krägen

   21.02.2010, 22:36 / 4 x geändert



jaja in Golgostan
schwirren Hexis rum
und verschmähen
den wahren Gottesausdruck
im Ge/Dichte
Der / Die / Das
ist
so
gemein

Pokumetzski!
(liebes Golgostan, mögest immer jenseits des nächsten Ostblocks bleiben)

Datura/Stachelapfel

 

      HEXI 18



Zum Teufel mit der Suppentüte!

   22.02.2010, 08:56 / 1 x geändert



Lieber Bernhard Welte,

eigentlich wollte ich schreiben, dass es mir bei den sechs Papalangizeilen ganz entschieden an der Verdichtung fehle, an der suggestiven Potenz, sowie auch an gekonnt gesetzten Leerstellen oder Unbestimmtheiten, über die ich als Leserin überhaupt einsteigen könnte. Und dass dem Textkörper jegliche Sinnlichkeit ("Ästhetik") abgehe, dass er platt und flach und bedeutung-s-los rumliege und aus nix als mordsdicken, mordshohlen Phrasen bestehe, dass da der göttlich-künstlerische Funke für diesmal nicht gezündet habe undsoweiter, ja, so selbstherrliches Zeux wollte ich schreiben.

Und ich wollte Sie, Bernhard, außerdem einladen, mit mir eine Runde auf meiner Maschine zu drehen, so als unverbindliches Horizonterweiterungsangebot, damit Sie auf andere Gedanken kämen.
"Ey", wollte ich schreiben, "ey, Bernhard, das macht doch kein Bock, so als Mann in Saft und Kraft immer nur Ordnung und Schönheit nachzugestalten und Unordnung und Hässlichkeit durch Musik, Tanz, Farbenspiel und all so trockenen Kunstkram[*] zu bannen. Nicht so viel reden von Liebe und Leben und Ewigkeit, sondern die Hexen bei den Hörnern packen, aufsteigen und abfliegen, aberhallomän, da zieht die Trennschärfe dann stoßweise glasklar in Dich ein, wenn Du Dich aufm Feuerstuhl an mich klammerst von hinten beim Ritt durch die Nacht, da geht Dir die Glühkerze endlich an, und fortan guggst Du jedem Gedicht wie mit Röntgenaugen unter die Wäsche und erkennst direkt, was ne gute Nummer ist und was nur kurzfristig schwillt."

Wollte ich schreiben. Schreib ich aber jetzt doch nicht, weil, Bernhard, Ihr fundamentalmoralistischer Appell macht mich betroffen, öffnet mir die Augen: Ich sehe, in welchem Sumpf der Selbstüberschätzung ich mich suhle, und ich erkenne, wie es mir an Demut mangelt von vorn und hinten, und ich muss an eine Freundin denken, eine einfache, ehrliche Landfrau, die Tag für Tag im Stall bei den Kühen sitzt, die Hände demütig an den Eutern, damit unsere Kinder täglich ihr Glas Milch trinken können, jawoll, und die Hildegard - sie heißt nämlich Hildegard, Bernhard - also, die Hildegard, die sagt immer, wenn Gott mal vorbeikäme und melken wollte, sie würd' ihn sofort ranlassen, sofort. (An ihre Kühe lässt sie sonst nie wen, nie!)

Das ist eben diese Demut vor Gott, die mir fehlt, und deshalb bin ich jetzt lieber still.

@libkowski: Verdammte Hacke, yaa, 2007 auf der lita-plautze, mönsch, da hast du abersowasvon die Sau rausgelassen, das vergess ich im Leben nicht mehr, die Lagerleitung war drauf und dran, Dich als Traktorfahrer zu Franz K. in die Strafkolonie abzuschieben, und mehr ins Details möcht ich gezz aber nicht gehen ...

Handzahm:

... ... ... Hexi 18




[*]Achtung! "Kunst" ist ein außerordentlich diskutabler Begriff!

 

      Papalagi²



...

   24.02.2010, 01:51 / 2 x geändert



Ihr seid ja alle irre hier! :-)

Und ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben. Es verspricht hier
wirklich lustig zu sein. Auf jeden Fall kann ich in puncto Satire von euch eine Scheibe abschneiden. Ich habe grade mal ein paar Zeilen auf das
elektronische Digitalpapier gebracht und Ihr kontert mit fast schon
mehrseitigen Ausführungen voll Galle, Humor, Geifer, Fertigsuppen
und ähnlichem. Ich find es irgendwie herrlich und lustig...

LG





(...)

 

      HEXI 18



Infopost

   24.02.2010, 07:28



Städter, 07.02.2010, 21:17 in seinem Kommentar zu Nachts kommt die Sehnsucht!

Zitat:
Ein Meer? Da bleibt man doch. Am Meer ist‘s schön, da kann man reinpinkeln, Wellen schlagen und untertauchen.


Okeeh, kleine Abschlussinfoveranstaltung noch extra für Dich, Papalagi: Was hier auf lit-on nicht so gut ankommt, ist substanzloses Geschwafel in Verbindung mit hoffnungslos flachtittigen Plattenbautexten, die Keinen anmachen. Und den ganzn Stuff von Deiner Homepage kennen wir ja nun schon, woll. Also servier uns, wenn Du was serviern willst, statt fader Maggimagerbrühen aus der Billigtüte doch bitte vollfruchtigen Direktsaft, frisch aus der Presse, gerne aromatisch gehaltvoll mit einem kräftigen Schuss hochprozentigem Esprit, ja? Danke! ;)



Hexi 18 & co. ... ... ...
Es ist tatsächlich nicht einzusehen,
warum nicht ein Gedanke die Attraktivität von Titten
einer 19-Jährigen haben sollte, an die man gerne fasst.

(Rolf Dieter Brinkmann, ACID)

 

      SimonLore



Gott

   15.06.2010, 23:55 / 2 x geändert



Nee, sowas kann man nicht bringen. Alles längst gedachte und besser gesagte Gedanken. Und warum sollte man in der letzten Zeile diese drei Artikel schreien?

Aber die "langsame Ferne", die gefällt mir irgendwie.

Noch ist mir nicht richtig klar, wie man an so einem doch eher unbemerkenswerten Stück derart lange herumdiskutieren kann - und habe spätestens jetzt begriffen, dass die Anzahl der Kommentare kein Indiz für die Qualität eines Beitrags ist.

---

@Gretchen

Ach Gretchen. Mein Posting mag vielleicht überflüssig gewesen sein, deines aber ganz gewiss. Welch köstliche Ironie, sich darüber zu beklagen, dass noch ein weiteres Kommentar angehängt wurde, indem man noch ein weiteres Kommentar anhängt.
Ach, aber irgendwie wird dieses Spiel so langsam langweilig. Es ist ja auch nichts anderes als verintellektualisiertes Sandkastengekabbel.

 

      Gretchen



mein Gott, ja

   16.06.2010, 03:34 / 1 x geändert



Zitat:
Noch ist mir nicht richtig klar, wie man an so einem doch eher unbemerkenswerten Stück derart lange herumdiskutieren kann - und habe spätestens jetzt begriffen, dass die Anzahl der Kommentare kein Indiz für die Qualität eines Beitrags sind.


Aha. Herzlichen Glückwunsch. Gut erkannt. Et lux perpetua luceat tibi ...

(Aber konntest Dir doch nicht verkneifen, an die derart lange Diskussionslatte ein weiteres überflüssiges Dingen dranzuhängen, woll.)

(Übrigens: >> ...dass die Anzahl der Kommentare kein Indiz für die Qualität eines Beitrags ist << - Nur, um auch mal 'ne Korinthe gepackt zu haben ...)


die Grete

--------

@ SimonLore:

"Ach Gretchen. Mein Posting mag vielleicht überflüssig gewesen sein, deines aber ganz gewiss. Welch köstliche Ironie, sich darüber zu beklagen, dass noch ein weiteres Kommentar angehängt wurde, indem man noch ein weiteres Kommentar anhängt."

ja, das ist so diese ironie von ... hmm ... vllt. gernhardt? vllt. annähernd gernhardt-vergleichbar. ich hab's nur wegen der ironie drangehängt, mein kommentar (ist das eigentlich richtig - "das" kommentar? oder hab ich da schon wieder eine korinthe gefunden? etwa gar eine, die du absichtlich hingelegt hast - für mich?), nur wegen der ironie. damit du eine köstliche freude hast. und das ist überhaupt nicht zynisch oder so gemeint.

und ja, es wird langweilig. es ist langweilig.

 

      Papalagi²



unerwartet aber erfreulich :-)

   01.09.2010, 19:29 / 1 x geändert



Ich möchte zwar keine Leichenschändung betreiben, in dem ich dieses Thema wieder ausgrabe aber…
Man hat mir mitgeteilt, dass dieses Gedicht von der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte für einen Lyrik-Sammelband ausgewählt wurde.  Die Anthologie „Ausgewählte Werke XIII“  wird  in jeder Buchhandlung erhältlich sein.

 Preis: EUR 66.-, sfr 129.- Umfang: 976 Seiten inkl. Hörbuch
Ausstattung: Halbleinenband mit Goldprägung, Kapitalband und Lesezeichen.
Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier, In jeder Buchhandlung erhältlich oder
bestellbar im POET SHOP der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte.



PS.

Ich weiß, dass es eigentlich nichts beweist und dennoch wollte ich euch dieses, aus meinem Blickwinkel, glückliche Finale des kleinen Gedichtes nicht vorenthalten.

Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen  :-) LG Papalagi

 

      Gretchen



erfreulich?

   01.09.2010, 19:51



ja, glückwunsch.

schade, mir kommen so dunkle, sonderbare
assoziationen á la -> http://www.literature-online.de/thema1634.htm
und dämpfen die wie ein löweneckerchen singen und springen wollende freude
über diese glückliche wendung der dinge ...

liege ich falsch? na, hoffentlich ...


. . . . . . . . . . . . . die Kröte

 

      SimonLore



unerwartet aber erfreulich :-)

   01.09.2010, 19:54 / 1 x geändert



Ach Papalagi, sorry, die drucken so ziemlich alles was da eingeschickt wird. Tut mir leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber verstehst du nicht das Geschäftsprinzip?

Jeder hält sich für einen tollen Dichter. Jeder will sein Gedicht in einem Buch sehen. Jetzt überleg mal, wie viele Autoren in dieser "Anthologie" veröffentlicht werden bei 1000 Seiten! Wenn sich nur jeder zweite von denen diesen tollen Sammelband kauft (66 €, für Autoren natürlich ermäßigt. Und wenn du 10 € zahlst, bekommst du auch eine Kritik für dein Meisterwerk), dann haben die die Druckkosten locker wieder drin und noch einen fetten Bonus.

Sorry für die Desillusionierung. Aber okay, ich war auch recht glücklich, als ich deren Brief bekam. Die erste Anerkennung meines verkannten Talents! Ich hab mir das Ding allerdings nicht gekauft. Das ist die beste Lösung: Ego-Politur ohne Aufpreis.

Und in den Buchhandlungen ist dat Ding nur erhältlich, wenn du's bestellst.

 

      awsad



unerwartet aber erfreulich :-)

   01.09.2010, 20:31 / 2 x geändert



SimonLore schrieb:
Zitat:
Ach Papalagi, sorry, die drucken so ziemlich alles was da eingeschickt wird. Tut mir leid, Dich enttäuschen zu müssen, aber verstehst du nicht das Geschäftsprinzip?



... manch einer denkt sich wohl: Was soll's, bezahl ich halt mal was, dafür hab ich ein Buch mit meinem Gedicht, das ich in der ahnungslosen Verwandtschaft und Bekanntschaft rumzeigen kann ... weiß ja keiner.


Grüße

 

      gregor libkowsky



Pokumetsch hat Sie erhört

   01.09.2010, 21:05 / 3 x geändert



An dieser Stelle von mir einfach nur:
Glückwunsch, Glückwunsch, Glückwunsch, Herr/Frau Papalagi.
Band XIII - das klingt gut.
Pokumetsch und alle anderen Götter aller Zeiten seien weiterhin mit Ihnen.
Wie ich schon immer sagte: Nicht der Anfang ist von Bedeutung (das Gedicht),
Gewicht hat nur das Ende (das Buch).


Es grüßt Libkowsky (Sandsturm)

 

      Papalagi²



   01.09.2010, 22:21 / 2 x geändert



So viele Kommentare und ihr alle habt irgendwie recht (abgesehen von der Bezahlung für die Veröffentlichung). Und ich würde euch auch allen zustimmen und mich in Schweigen hüllen, doch bevor ich eure Kommentare gelesen habe, hatte ich bereits die Antwort zu dem Kommentar von Gretchen geschrieben. Die Antwort will ich hier noch loswerden, wenn ich mir schon so viel Mühe gegeben habe.
Sonst stimme ich  SimonLore zu „Ego-Politur ohne Aufpreis“  find ich auch gut also sei es drum.





@ Gretchen   Alle Achtung du bist gut informiert. Und du hast damit gar nicht so Unrecht
Die bieten glaube ich so einiges an „Leistungen“ an. Gutachten irgendwelche Analysen, keine Ahnung.

Aber nein, ich sage es am besten mit anderen Worten.

Mein liebes Gretchen, ja, ja du hast mich erwischt, ich bin so klein und armselig, in meinem Drang
nach Anerkennung (vor allem die Anerkennung von Dir hat es mir angetan) versuche ich die User
des Forums zu beeindrucken indem ich Millionen dem Verleger bezahle, damit er mein Gedicht doch
endlich druckt. Ach ja und den folgenden Brief von dem Cheflektor habe ich gefälscht. LINK
Im Photoshop kann man das sehr leicht machen. Und im Übrigen wurde ich auch nicht für
"Kurd-Lasswitz-Preis 2010" nominiert LINK1 LINK2 (ja mein Geld reichte nur für eine Nominierung
aus, den Hauptpreis konnte ich mir nicht leisten) Habe ich noch etwas vergessen? Ja ich habe auch
die Nominierung für den "European SF Award 2010" bei der European Science Fiction Society
gekauft LINK1 LINK2 (schon wieder reichte das Geld  nur für eine Nominierung).
Ich armer, armer Teufel so viel Geld ausgegeben und doch keinen Hauptgewinn erhalten.
Aber was sage ich da, ich habe doch jetzt sicherlich den Trostpreis von Gretchen verdient.
Bitte, alle Hoffnung ruht jetzt auf Dir. Ich kriege von dir den verbalen, oder von mir aus auch in
der Form eins Bildes gestalteten, Trostpreis und du bekommst von mir all das Geld, das mir nach
all meinen Einkäufen noch übrig geblieben ist. Bitte, bitte sage nicht nein!
Es bleibt auch alles unter uns, das versichere ich dir.
In erwartungsvoller Demut.
Papalagi  

 

      Gretchen



au - au - au, da jault die arme sau

   01.09.2010, 23:55



behalte nur dein geld, papalucky,
behalte auch deine nominierungen: die
seien deinem armen ego von herzen vergönnt.

den berühmten lit-on-schwänzchenpreis verleihe ich dir gratis, für lau, wie man
da, wo ich herkomme, so schön sagt. halt ihn in ehren, denn vermutlich
ist der schwänzchenpreis das beste, was du je gekriegt haben wirst.

bitteschön
. . . . . . . . . . . . . =>. . . . . http://www.literature-online.de/thema1600.htm





... und -> hier kann man sich selbst ein bild machen, bei was für 'nem laden unser papalange gekauft hat ...

 

      SimonLore



Ach Papalagi

   02.09.2010, 01:43 / 2 x geändert



Hey Papalagi, was hat denn Gretchen eigentlich geschrieben, dass dich so auf die Palme bringt? Versteh ich jetzt nicht ganz. Und die SF-Nominierungen hast du doch für Bilder bekommen und nicht für Texte, versteh da den Zusammenhang nicht. Gretchens Link zu dem Faden für Druckkosten-Zuschuss-Verlage kann man doch nicht als Beleidigung auffassen! Sie wollte doch nicht sagen, du hättest dir den Platz in dem Buch gekauft, sondern versuchte ihrer Hoffnung Ausdruck zu verleihen, du seist nicht einem solchen aufgesessen...

Du solltest nicht auf sie sauer sein, sondern auf Menschen wie die Leute von der BdG, die mit dem traurigen Sehnen nach Ruhm all der Schreibtischschubladendichter ihr Geld verdienen. Zu nennen wäre da auch noch die Freunde von der "Frankfurter Bibliothek", die gleich zwei meiner Gedichte abgedruckt haben und mir versicherten, dieses Werk werde nicht nur in Wiener Staatsbibliothek, sondern auch in die Bibliothek des amerikanischen Kongresses eingestellt. Wow. Das einzig seriöse Angebot, das ich je bekam war der Förderband des FdS, und da hab ich die Einsendefrist verschwitzt. Hätt's sogar Tantiemen gegeben bei diese Lade. Schade.

In diesem Forum zumindest haben dein Gedicht mehr Menschen gelesen als in der BdG XIII, da kannste Gift drauf nehmen. Also komm wieder runter. Du machst wirklich aus ner Mücke einen Elefanten.

Den Schwänzchenpreis gibt es wirklich, wurde von Gretchen gestiftet, es liefen gerade die ersten Nominierungsrunden. Jeder durfte Vorschläge einreichen. Und jetzt kommst du daher und schreist förmlich danach. Das ist irgendwie schon recht witzig. Also ich musste hier herzlich lachen. Wie die Faust aufs Auge passt dat, mein lieber Scholli!

 

      awsad



   02.09.2010, 08:15 / 2 x geändert



Ja, Papalagi, lies mal hier:

Mutti, ich bin im Gedichtband

http://www.stuz.de/index.php?article_id=1567


Da ist auch eine Anleitung zu finden, wie man mittels eines Baumarktprospekts mühelos in Deinen Gedichtband reinkommt.

 

      SimonLore



Gartenmöbelgedicht

   02.09.2010, 09:57 / 1 x geändert



Ich denke, der Autor des Gedichtes "Avola", der unter dem Pseudonym Hascho T. Perl (Anagramm von Hochstapler) sein Gartenmöbel-Gedicht bei der BdG einsandte wird mir nicht übel nehmen, wenn ich es heir als Beispiel einstelle.

"AVOLA

Woche auf 2er-Sofa
glasig
zu Tische sind wir
vormontiert

Avola, sieh
sieh –
doch! Deine Tränen tränken
den Kissenstoff, dein
Geflecht aus Sonne
besteht.

Mein Gefühl: beschichtet.
Silbermatt.
Und du: keine Rückenlehne mehr
und keine Garantie
für mich."


Ich halte es für sehr gelungen.

 

      Willimox



Gedöns-Gedicht

   02.09.2010, 13:05 / 1 x geändert



Nunja, Simon und Gretchen (die Links sind einfach sowas von ergiebig) haben den Verlag und seine Methoden schon ausreichend beschrieben. Bleibt noch zu erwähnen: 2007 war der Vorzugspreis für Autoren 45,50 Euro. Wieviel im Jahre 2010? Und: 2007 gab es 3868 Autoren. Wenn nur die Hälfte die drei Exemplare käuflich erwirbt, dann ist der Verlag für seine misserfolgsarme Strategie durchaus zu rühmen.

Hier ein schönes Dokument, mit Link zum ganzen Text.


Bei einem Kurzaufenthalt im Ferienhaus am 9. Dezember findet er einen auf den 24. Oktober datierten Brief, der ihm mitteilt: „Endlich ist es soweit: Die Anthologie-Buchausgabe mit den besten Ergebnissen unseres Jubiläums-Gedichtwettbewerbs erscheint unter dem Titel ‚Ausgewählte Werke X’“. Und dann in einer separaten Zeile und unterstrichen: „Sie sind als Autor in dieser Anthologie vertreten.“

Er erfährt, dass er „bis zu drei Exemplaren des aufwendig gestalteten Bandes zum Autorenvorzugspreis von 45,50 Euro ... – der Buchhandelspreis beträgt 66 Euro... .“ beziehen könne und dass diese Exemplare bereits für ihn reserviert sind. Mit einer Einladung zur „Teilnahme an unserem 11. Gedichtwettbewerb im kommenden Jahr“ und „Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit mit vielen lyrischen Inspirationen. Ihre XXX *(siehe Anmerkung), Autorenbetreuung“ endet der Brief.

Im P.S. heißt es dann noch: „Entdecken Sie die facettenreiche Welt der Lyrik – mit dem staatlich zugelassenen Fernstudium ‚Das lyrische Schreiben’. Unter individueller Anleitung schulen Sie in diesem einjährigen Lehrgang ihr dichterisches Talent. ... “ Mit beiliegender Karte bestellt Hermann Gedöns am 21. Dezember ein Exemplar der Anthologie.

Am 7. Januar liefert die Post die Bestellung an die Ferienhausadresse aus. Hermann Gedöns öffnet das Paket. Das Buch hat die Maße 23x18x5 cm, wiegt 1,5 kg und hat 1023 Seiten. Im Vorwort heißt es: „Zugleich stellt die Anthologie ... einen repräsentativen Querschnitt des zeitgenössischen lyrischen Schaffens dar. Darauf sind wir – zugegebenermaßen – ein kleines bisschen stolz. ... (Wir) wünschen ... Ihnen nun viele inspirierenden Lektürestunden mit unserer Zusammenstellung der besten Wettbewerbsbeiträge des Jahres 2007.“

Auch Hermann Gedöns ist jetzt ein bisschen stolz. Sein Gedicht „Warum ich schreibe“ findet er in der korrigierten Fassung im Themenbereich „Innenwelt“ zentriert gesetzt oben rechts auf Seite 643 neben drei weiteren Gedichten, auf der Seite links daneben sind ebenfalls vier Gedichte abgedruckt.

Anhand der im Anhang verzeichneten 3868 Autoren schließt er auf ebenso viele Gedichte, übergibt das Buch samt Rechnung über 50,10 € seinem Alter Ego und schenkt die mitgelieferte Hör-CD mit den Gedichten von 94 der 99 im Buch ausgewiesen Preisträger und drei weiteren seinem Nachbarn. Dieser bedankt sich mit der Bemerkung: „Quod erat demonstrandum.“

http://www.keinverlag.de/texte.php?text=187386


Und ja: Die graphische Qualität der P-Arbeiten ist höher als die literarische, denke ich.




greets

ww




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