Brief an Elisabeth · Voland Urian · ·


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      Voland Urian



Brief an Elisabeth

   10.02.2010, 09:17 / 2 x geändert



Liebe Elisabeth,

ich denke, eine Vorstellung ist nicht mehr von Nöten, das hat liebenswerter Weise augustine bereits übernommen.

Welch glücklicher Tag, meine Saat wollt an dieser Stätte nie recht gedeihen und nun ein persönlicher Brief – eine direkte Anrufung - mit solch herzlicher Ansprache, ich bins entzückt. Wie könnt ich Dich armes Menschenkind da ohne Antwort lassen? Bin ich doch gewiss besser als mein Ruf.

Nein, nein, ich glaube nicht an das Böse im Menschen, viel mehr an das Menschliche. Ich liebe die Menschen sogar über alle Maßen - mit all ihren Fehlbarkeiten. Bei mir darfst Du Dich ganz angenommen fühlen und musst Dich nicht krampfhaft als Heilige geben.

Ach, ich und genervt, wo denkst Du hin. Allerdings kann ich Dir nicht ganz verhehlen doch von der deutschen Sprache ein klein wenig etwas zu halten. Es ist sicher müßig Dir die Errungenschaften der gehobenen deutschen Sprachkultur vorzuzeigen, allerdings hat es mir Celan vor einiger Zeit sehr angetan. Für mich ist es kein Paradoxon, dass der gute Mann sein wohl bekanntestes Gedicht in Deutsch verfasste. In keiner anderen Sprache hat es diese Wirkung.

Mensch Elisabeth, mit der Erlösung aller Menschen hast Du mich wirklich am Wickel. Ich treffe mich ab und zu mit IHR. Ja, ja, SIE ist der große Boss. Ich bringe IHR immer Scotch Single Malt und kubanische Zigarren mit, da steht SIE drauf. Manna ist auf Dauer ja auch langweilig. Zwar ist SIE kein junges Gemüse mehr aber eben die heißeste Mama, die Mann sich vorstellen kann. Die Jesus-Sache war IHR großer Coup, seither grinst SIE immer frech, wenn SIE mich sieht und ich bin dahin. So sei’s IHR verziehen, dass es bei mir Herunten recht still geworden. Darum treibe ich mich lieber Oben rum, da bei Euch. Ihr seid aber auch zu amüsant!

Den göttlichen Funken haben wir wohl alle in uns, selbst ich. Er piekt ein wenig, schmeckt nach Gewissen und hat so einen miefigen Mottenkugelgeruch von Reue. Ich geb mir zwar reichlich Mühe den ollen Karfunkel zu verbergen, ist aber schwer genug, wenn man eigentlich ein netter Kerl ist.

Ei, ei, ei, Elisabeth, was hast Du auch für ein hübsch klingendes Pseudonym. Du könntest geradezu eine von den Meinigen sein, wie sympathisch und severitas - die Gestrenge fand ich schon von je her anziehend. Die strengen und fleißigen Eiferer sind es, die mir am schnellsten verfallen. Das ist der Grund, warum ich Dich so mag, Du Putziges.

Und hey, nichts für ungut wegen der Sperre. Ich muss Dein Blut doch am kochen halten, die Unterkühlten sind so gar nicht mein Ding. Oh, sei Dir sicher, wir treffen uns bestimmt wieder, ich freu mich schon.

Bevor ich es vergesse, da es Dir die laute Heilstrompete so angetan hat, lies doch mal wieder beim guten alten Johann Wolfgang nach „Prolog im Himmel“, könnt eine erquickliche Lektüre für Dich sein. Hat ihm sicher meine Großmutter gesteckt, wie das zwischen IHR und mir am Ablaufen ist, allerdings höflicher Weise den „keinen Unterschied“ verschwiegen. Der Hannes Wolfi war ein Feiner und hat das schön eingefangen damals, nur musst der nicht so plärren dabei, was ganz angenehm war.

Also Lisi, bis bald denn. Teufel, Teufel aber auch, Du bist mir eine.

@ augustine
Du, liebe augustine, bist nicht immer ganz über mich erhaben aber eben doch augustine. Mein Name sei mathematische Regel und sofern die Formatierungssymbole nicht entfernt, auch leicht erklärt. Da, wie ich ja weiß, Du schon die nächste Flut wähnst, keine Sorge, dies war ein einmaliger Auftritt und der Vorhang ist schon fast gefallen. Will Euch ja nicht mit Rauch und Brandgeruch den herrlichen Garten verpesten. Was ich hier gelassen sieh bitte als kleines Schwefelquellchen an, das da still sprudelt und zum Bade einlädt, die alten Römer waren dafür jedenfalls zu haben.

Mag Dir und Euch ein lieber Teufel sein

Voland Urian

 

      augustine



Brief an Elisabeth

   10.02.2010, 14:07



Die nächste 'Sintflut' meinst du, Urian? Ja, die kommen sehr häufig. Da sind dann manchmal heftige Schwimmbewegungen nötig, wenn man nicht weggespült werden möchte aus einem Garten, den doch einige nun schon über vier Jahre gepflegt haben, einer holden Insel im weltweiten Meer.
Aber sieh mal an: heute kamen zwei erfreuliche Texte, darunter deiner - Ingar. Ich glaube nämlich, dass du der sein könntest, der in früheren Zeit sich hier manchmal von außen moderierend zu Wort gemeldet hat. Wenn das stimmt, hast du es nun wieder getan. Ich hoffe, es tut Elisabeth gut, und sie kann es annehmen.
Sei gegrüßt von augustine (ohne den Anspruch der Erhabenheit, deshalb die Verkleinerungsform des Namens)

 

      Ingar



nicht ich -

   10.02.2010, 18:01 / 1 x geändert



Zitat:
heute kamen zwei erfreuliche Texte, darunter deiner - Ingar. Ich glaube nämlich, dass du der sein könntest, der in früheren Zeit sich hier manchmal von außen moderierend zu Wort gemeldet hat.

Zur Klärung: Nein, von mir wurde hier nichts geschrieben.

Wahrscheinlich bin ich der treueste stille Leser dieses Forums, denn der Blick auf diese Seite ist mir so sehr Bedürfnis und Gewohnheit geworden wie die Tasse Tee in der Frühe, und es stimmt auch, dass ich mich einige Male zu Wort meldete, nicht jedoch heute, nicht unter einem anderen Namen.

Meine Interpretation dieses Briefes wäre: "Elisabeth" und "Voland Urian" entspringen ein- und demselben Haupt. Der Versuch einer Person, mit Heteronymen, mit verschiedenen Schreibidentitäten zu spielen. Shakespeare, Pessoa, die Lasker-Schüler, Tucholsky fallen mir in diesem Zusammenhang spontan ein. In Foren, deren Mitglieder u./o. Betreiber einen eng gesteckten Einfühlungshorizont haben, spricht man solchenfalles von einem "Troll".
Die Idee zu diesem Brief mag aus einer Bemerkung des lost in dem anderen Faden entstanden sein ("Wer an den Teufel schreibt, darf sich nicht wundern, wenn Beelzebub antwortet" o. ä.). Das ist aber nur meine ganz subjektive, spekulierende Deutung. Im Grunde weiß ich nichts und möchte mich nicht weiter einmischen.
Meine Devise: gelassen bleiben und abwarten. Es ist doch auch spannend, "das alles" ...

Herzliche Grüße in die Runde,
Ingar

 

      Ismael Samanth



nicht ich -

   10.02.2010, 18:12 / 1 x geändert



Schließe mcih Ingar in einem Punkt an. Ich wars auch nicht. Allerdings gebe ich zu, die Bezeichnung "Troll" habe ich schon einmal erhalten in einem Forum, allerdings war das Niveau desselben so fragwürdig, dass ich es den Lesern dieses Forums selbst überlasse, sich zu diesem hinab zu begeben.

Liebe Grüße

der Samanth

PS: "Elisabeth" ist eigentlich ob des Briefes an sich verlegen und hat beschlossen ihn für sich - ohne ihn zu kommentieren - zur frohen Kenntnis zu nehmen. Im Übrigen gibt es in meiner Stadt mehrere Elisabeths und sogar noch eine Elisabeth mit dem gleichen Nachnamen, die auch schriftstellerisch tätig ist. "Meine Elisabeth" hat noch nie ein eigenes Buch publiziert, und ist auch nicht mit vollem richtigen mamen im Netz vertreten oder googelbar.

 

      augustine



nicht ich -

   10.02.2010, 19:17 / 3 x geändert



Du 'warst es nicht', Ingar, nun gut; immerhin haben wir auf die Weise dieser falschen Zuschreibung erfahren, dass du noch immer ein stiller Mitleser bist. Mir gefällt es, das zu wissen.
Vielleicht erfahren wir ja auch, wer diesen freundlichen, überlegten Teufelstext geschrieben hat. Dass es die hier auftretende Elisabeth nicht gewesen sein kann, war mir klar - sie scheint nicht fähig zu sein zu dem abwägenden Denken, das diesen Text prägt.
Grüße von augustine

edit: Ich will keine Textanalyse machen. Nur - manchen wird diese Anmerkung von mir nicht wundern -: Celan als "der gute Mann" zu bezeichnen, das ist denn doch daneben. Übrigens hat er die Todesfuge zuerst auf rumänisch geschrieben (genaue Übersetzung: "Todestango").

edit @Urian:
pn's zu schreiben, aber die Möglichkeit der Antwort auszustellen, finde ich nicht fein.
augustine

 

      Marcel Frank



nicht ich -

   10.02.2010, 20:24



"immerhin haben wir auf die Weise dieser falschen Zuschreibung erfahren"

Dass diese "Weise" die Regel und nicht die Ausnahme ist, wollen wir

die wir als Chancentod an der Abseitslinie entlangzüngeln und allein aus spam-prophylaktischen Gründen jeder Versuchung nachgeben, einen nicht oder anonym gezeichneten Text auf einen bestimmten Verfasser hin zu identifizieren oder sonstwie sprachkompetent festzulegen (inkommod oder nicht)

doch einmal festhalten.

 

      Gretchen



briefchen an voland

   11.02.2010, 00:12



hei, du, psst-psst, voland urian ... hier, gugg - hier bin ich, hei - darf ich dir was flüstern? also, pass auf - ehrlich, ich hab null einzuwenden gegen eine kleine schwefelblubberquelle im garten, denn ich häng mich sowasvonverdammtgern in heißes wasser. und ist's nicht grandios, gerad' jetzt im winter, raus zu geh'n und sich in die teufelsquelle zu legen, ohyeah, und dabei an die charismatisch vibrierende und vibrieren machende stimme von Nicholas Barron zu denken?! --- ach, noch was: schreib mir doch auch mal nen brief, ich krieg NIE post --- und, ja, da fällt mir NOCH was ein, vielleicht könntest du da was machen, nämlich, weil ich suche doch immer noch wen, der mich zur alleinerziehenden mutter machen könnte, darf gern auch bisschen älter, gereifter und gebildeter sein, sollte interesse an der literatur haben, woll, an der sprache; so bisschen mentaler tiefgang wär auch nicht schlecht, also, ne neigung zum hinterfragen der dinge, zum jonglieren, differenzieren, auch spekulieren - und ... naja, ein guter lover sollte er sein ... ähm - wüsstest du vielleicht wen, lieber voland, mit dem du mich mal bekannt machen könntest?

[size=8]du, voland, ich glaube an dich! echt!


das Gretchen
(lammfromm!)

 

      Voland Urian²



nicht ich - briefchen an voland

   11.02.2010, 14:13 / 1 x geändert



Ach herrjeh, lieb augustine und auch frommes Gretchen,

nun muss ich gar mein heiliges Versprechen brechen und doch noch einmal auf die Bühne treten. Ein bedauerlich Versehen, dass PN und E-Mail ausgestellt. Darob ich bitt Euch - verzeiht, mit einem tiefen Kratzefuß. Bin ja ein Teufel und nicht fehlerfrei genauso wenig wie erhaben. Sofern Ihr mich hinterm Vorhang nicht schon bar entdeckt, will ich um Mitternacht auf Aschermittwoch für alle meine Larve heben und so dem Mummenschanz das treffend Ende geben.

Mit einem lieben Gruß an alle hier, die wir doch stehts für uns und andre Masken tragen

Euer
Voland Urian

 

      Gerd



ich war Voland Urian

   17.02.2010, 00:19



Ihr Lieben,

die Zeit fliegt und schon ist Aschermittwoch - Fasching, Fastnacht, Karneval vorbei, wie auch aller Spaß verflogen, so ist die Demaskierung ohne Lachen und es gibt kein fröhliches Helau noch ein Hallo.

Ich hatte angekündigt, dass die civitas diaboli zeitlich begrenzt und ich meine Maske heute heben werde. Sorry LIZZY, ich halt es wie versprochen. Spam oder Unterminierung des Forums lag mir gänzlich fern.

Meine Larve "Voland Urian" war, wie Ingar (sei gegrüßt Du freundlicher Leser) recht vermutet, in erster Linie aus Elisabeths Anrufung und als letzter Schubs, aus dem Kommentar des verehrten lost entstanden, wonach sich jener, der den Teufel anruft, nicht zu wundern brauche, wenn Beelzebub antwortet. So hielt ich es zu Karneval für angemessen den Teufel zu mimen, um Elisabeth nicht ohne Antwort zu lassen und etwas keck den Spiegel vorzuhalten.

Manche fanden offensichtlich Gefallen an der Mummenschanzerei und so kam es zu einem Maskenball, der mir nicht als böswilliger Angriff auf unseren kleinen Planeten erscheinen will, wer auch immer LIZZY mit der hübschen Nase war oder ist. Dass es zu Fasching auf einem Maskenball ein wenig ausgelassener zugeht, liegt allerdings in der Natur der Sache und ist für mich kein Teufelswerk.

Wir haben Winter und es ist kalt in unserem Garten geworden - Aufregung hat Konjunktur. So ist viel Lärm und um gehört zu werden, muss man auf den großen Orgelpfeifen recht lauten spielen. Wer mich als altes Mitglied kennt, weiß, dass mir mehr die leisen Töne liegen. Früher hatte es hier noch mehr Vielfalt auf der vollen Klaviatur.

Egal, die Eulenspiegelei hat ihr Ende und ich will Euch weder weiter narren, noch lamentieren, hab ich es doch binnen Tagen zu der zweifelhaften Ehre gebracht, dass sich wenigstens drei Mitglieder aus Protest absent gemeldet haben. Dies ist selbst juey zu ihren besten Zeiten nicht gelungen. Welch grausiger "Erfolg" für einen Maskentrug.

Ja, ich war es, Gerd, mir ist "Voland Urian" entsprungen, der nun als Zerrbild ausgedient. Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, welchen ich damit zu nahe getreten. Nun mögt Ihr allen Unmut über mir ausschütten, ich will es mit Fassung tragen.

Ach ruelf, eins noch, Dein Outlaw Tale ist "hübsch" geworden, vielleicht mag man sich in stiller Minute ja erkennen.

Traurige Grüße in die kühle Nacht

Gerd

 

      augustine



kalt im Garten - nicht nur wg. Winter

   17.02.2010, 00:56 / 2 x geändert



Lieber Gerd,
den fünften Absatz deiner 'Enthüllung' finde ich am wichtigsten.
Karneval/Fasching ist, wenigstens ursprünglich, kirchlicherseits eine weise Einrichtung gewesen. Ein immerwährender Fasching (hier) wäre (mir) nichts. Tendenzen dazu sehe ich.
Wo sind denn die Quelltexte, mit denen man sich anders auseinandersetzen könnte, als sie verbal abzuschießen? Der immer wieder reingespülte Müll muss immer wieder Müll genannt werden, ja, wenn man denn was sagen möchte. Oder aber man ließe ihn unkommentiert in den Keller fahren.
Aber dies ist wieder nur für die Katz' gesagt, ich weiß schon.
Aber wer immer auch die/den Samanth nun offenbar doch beredet hat, sich hier fernzuhalten - er oder sie seien bedankt.
augustine

 

      ruelfig



ich war Voland Urian

   17.02.2010, 07:24



Hallo Gerd,
keine Sorge, die Faschingsscherze waren schon als solche zu erkennen und von mir auch nicht gemeint (und abgemeldet hab ich mich ja auch nicht direkt). Mir ging es hier um eine andere Flut.

 

      Jolante



ich war Voland Urian

   17.02.2010, 10:57



Lieber Gerd,

ich habs dir schon per pn gesagt, dass ich dir die Maskerade keineswegs krumm nehme. Mir ging es um den Samanth, um ComaWhite u.ä. Dass die Verhohnepipelungstexte auch nicht nach meinem Geschmack sind, verhehle ich nicht. Ich war noch nie ein Freund von Maskenbällen und so sind mir auch maskierte TexterInnen bisweilen etwas unheimlich. Nun ist Fastnacht vorbei. Alle, die sich an dem Ulk beteiligt haben, hatten ihren Spaß, und ich bin nun diejenige, die sich schämen muss, weil sie keinen Spaß verstanden hat. - Asche auf mein Haupt!

Aschermittwochgrau, aber Frühlingsduft witternd
grüßt Jolante




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