zuppanova
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Städter, wie angekündigt, will ich nun schreiben, was mir blieb von Deinem Gedicht.
Erinnere mich deutlich an die Form, den konsequenten Aufbau. Vier Pakete zu je vier Zeilen, dabei zwei Zeilen (jeweils die zweite und vierte) jedes Päckchens im Reim, die erste und dritte Zeile ohne Endreim. Keine Satzzeichen.
Die Motivik sehr homogen, nämlich verschiedene Zirkusszenen. In der ersten Strophe eine Artistin, die Pirouetten dreht. Der Name, "Vera", irritierte mich, da ich nichts damit verbinden konnte/kann. Wofür steht "Vera"? In der zweiten Strophe ging/geht es um den "Clown", der sein Leben "zertrinkt" (eine Wortschöpfung, die mir auffiel). Tiger kamen auch vor. Keine Elefanten.
Den Zirkus verstehe ich als ein spezielle Facette des theatrum mundi, des barocken Welttheaters. Dazu fällt mir noch ein, dass Zirkusmotive bei Max Beckmann (Malerei) wichtig sind, und in der Literatur zum Beispiel bei Kafka. Ein weites Feld ...
Ich weiß noch, dass ich einerseits geneigt war, Deinen Text als Medienkritik zu verstehen, andererseits aber auch den Eindruck hatte, es sei eine verschlüsselte Darstellung eines bestimmten Erlebnisses bzw. einer Situation oder Befindlichkeit, was sich, da sehr persönlich, einer Interpretation eigentlich entzieht. Die Art der sprachlichen Darstellung war fremd für mich, ungewohnt insofern als "meine" Sprache oder Ausdrucksweise von anderer Art ist. Deinen Text brachte ich in assoziative Verbindung mit einem -> eigenen, der ebenfalls chiffriert ein bestimmtes persönliches Erlebnis darstellt.
Nun habe ich - und ich hoffe, Du empfindest dies nicht als übergriffig - versucht, das nachzudichten, auszudrücken, was mir als "Anmutung" Deines Textes im Gedächtnis blieb.
Du findest meinen Versuch hier: http://www.literature-online.de/thema1957.htm
Es ist inzwischen sehr spät, und ich fliege eilig davon.
LG, zuppa

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