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08.01.2010, 01:06 / 1 x geändert
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Aus aktuellem Anlass einige Worte zur Fabel (Merkmale usw.).
"Wenn wir einen allgemeinen moralischen Satz auf einen besonderen Fall zurückführen, diesem besonderen Falle die Wirklichkeit erteilen und eine Geschichte draus dichten, in welcher man den allgemeinen Satz anschauend erkennt: so heißt diese Erdichtung eine Fabel." - So Lessings vielzitierte Fabeldefintion aus seiner ersten Abhandlung Von dem Wesen der Fabel.
Gut zu nehmen als erster, grober Abriss dazu, was denn eine Fabel sei, ist diese -> Zusammenfassung.
Kurz nun den Fokus gelegt auf das in engem Zusammenhang mit der didaktischen Absicht der Fabel zu sehende, einfach überschaubare und rhetorisch geschickte Bauschema, welches bei Wahrung der strengen Form ein dreigliedriges ist, beibehalten (mutatis mutandis) von der Antike bis zur Moderne:
1. Ausgangssituation
2. Konfliktsituation
...2.1 Aktion oder Rede
...2.2 Reaktion oder Gegenrede
3. Lösung
Natürlich ist das aufgezeigte Grundschema variabel (auch je nach historischem Kontext). Die Konfliktsituation beispielsweise kann aus einmaliger Rede und Gegenrede bestehen, sie kann auch durch doppelten oder mehrfachen Wechsel ausgedehnt sein, oder aber die Fabel ist so sehr reduziert, dass die Lösung des Konflikts in actio und reactio selbst schon steckt.
Beispiel: Der Wolf und das Lamm - verschiedene Versionen (Verse / Prosa / in der zeitgenössischen Variante von Helmut Arntzen äußerst reduziert).
Das Interesse an der Fabel blieb durch die Epochen stets wach; mag sein, dies ist ihren potentiell agitatorischen Qualitäten und auch ihrem pragmatischen Situationsbezug geschuldet. Zwei Beispiele für jetztzeitige Fabeln, relativ willkürlich gewählt:
[1] Der verliebte Elefant
[2] Die verliebte Dampfwalze
________________________________________________
-> Chaiselongue
-> big polis
-> das Überleben der Spezies
-> deep impact: die Bedrohung
-> mermaid
-> Schwarzwasser
-> Podcast (Schwarzwasser und big polis)

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