Mann im Unterhemd · ögyr · ·


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      ögyr



Mann im Unterhemd

   13.12.2009, 22:16



Schiller im Unterhemd faulender Äpfel
begriff Erziehung als ästhetisches Phänomen:
Dass die Schönheit uns
an- und ausschalten kann.

Hässlich sind wir naiv Lebensliebende,
Idyllen in den Köpfen,
die Hölle im Herzen
und mit Dante einauswändig umgekehrt.

Das dunkle Loch der Amnes(t)ie
ist notwendig, das Schöne zu erkennen,
die Poesie der Einsilbigkeit:
„Dichten macht frei“ in dessen Vernichtungs-

lagern. Selbst hier bleibt uns
das Blühen, die Wurzel,
die radikale, die tagnächtliche,
permanente Revolution:

Der Aufstehkrampf am Morgen,
die Unruhe zur Nacht,
dem unerlegten Schlaf das Opfer des
Traumes abjagend.

Das wunderbare Dennoch: Wir werden, indem wir
sind, wo wir nie waren.
Und wir waren schon, wo wir
nie sein werden – und dann wieder.

 

      lost



einige Silben

   14.12.2009, 04:29



fast bin ich geneigt,
nach einem ersten, oberflächlichen Lesen,
diesen Text auch als Beitrag hierzu betrachten zu wollen.

sollte ich "einen Kern" präparieren, so schälte ich wohl als Textherz dieses heraus:

Das dunkle Loch der Amnes(t)ie
ist notwendig, das Schöne zu erkennen,
die Poesie der Einsilbigkeit:
„Dichten macht frei“


es wäre, fiele - nebenhin einmal ins Potentielle, ins Schiere gedacht; in den Schatten - das sechste Paket (welches ich mit dem Hauch eines Zweifels betrachte, ob es nicht "am Ende" "des Guten zu viel" sei; das aber nur ganz dünn und fastnichtwirklich geschrieben) fort: die Mitte.

lost

 

      Mary Poppins



baring the roots

   14.12.2009, 23:32



hi,
maybe some of them reading folks won't understand who is it, the man

Schiller im Unterhemd faulender Aepfel

so nanny Mary now will feed you with some information. just have a look and let's go back to one of them roots. ;)



»Eine Luft, die Schillern angenehm war, drueckte auf mich wie Gift. Einmal in seiner Abwesenheit setzte ich mich an seinen Schreibtisch. Ich hatte aber nicht lange gesessen, als ich mich von einem heimlichen Uebelbefinden ueberschlichen fuehlte, welches sich nach und nach so steigerte, dass ich einer Ohnmacht nahe war. Endlich bemerkte ich, dass aus einer Schieblade neben mir ein sehr fataler Geruch kam. Als ich sie oeffnete, fand ich zu meinem Erstaunen, dass sie voll fauler Aepfel war. Frau von Schiller sagte mir, die Schublade muesse immer mit solchen Aepfeln gefuellt sein, indem dieser Geruch Schillern wohltue und er ohne ihn nicht leben und nicht arbeiten koenne.«

(Johann Wolfgang von Goethe am 7. Oktober 1827 zu seinem Sekretaer Eckermann)




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