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wobbegong
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10.12.2009, 11:39 / 1 x geändert
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augustine
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Nett, vielleicht mehr als nett.
Kann ich aber nicht beurteilen, denn ich hab' keine Kompetenz für Schwyzerdütsch, ein bisschen kann ichs gesprochen verstehen.
Wenn du verstanden werden möchtest - warum also dies?
augustine, die vermutet, dass irgendwas hieran hinterfotzig ist, sich aber weiter nicht dazu auslassen möchte.

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Elise
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Hallo wobbegong,
darf ich eine Übersetzung versuchen?
Keine "künstlerische", nur schlicht eine "Verhochdeutschung"?
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Mein Schulweg ist für mich ein Weg voller Gefahren gewesen.
Von unserm Bauernhaus hinaus, von meinen Eltern fort über die Felder und die Landstraße -
hinter jedem Baum und Strauch hab ich damals Bedrohliches gesehen.
Wie dann an einem Winternachmittag die Sonne fast untergegangen war
und der Nebel aufstieg, rannt' ich in meiner Not zum Nyffler-Schneider,
hab an's Fenster geklopft.
Der Schneider - wie im Bilderbuch -
hockte auf seinem Tisch. Er hat mich begleitet.
Zu unserem Schutz nahm er seine große Schere mit.
Wenn ich heut denselben Weg wieder gehe,
dann spür' ich die Angst noch.
Aber der Schneider ist nicht mehr
und das Haus steht nicht mehr.
Als Schulkind hab ich gern gehofft, dass es hinter diesen schlimmen Phantasien
eine hellere und lichtere Welt geben könnte.
Vielleicht wie die Zirkuswelt, in die ich mit meinen Geschwistern
hab hineinschauen können.
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Das Wort "mängisch" kenne ich nicht. Was genau bedeutet "gäng"?
Ein alemannischer Dialekt. Südbairisch? Schweiz?
Einer meiner Großväter war Schneider. Meine Mutter, seine Tochter, wurde nie bei ihrem richtigen Nachnamen genannt, sondern hieß "Schneider's Annl". Und auch ich, seine Enkelin, war "Schneider's Lisle". Kennengelernt habe ich ihn nicht. Er starb relativ jung.
Es gibt hier eine Abteilung Dialekte.
Darf ich den Faden dorthin verschieben?
Mit Gruß, Elise
("nichts" vermutend)

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ruelfig
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10.12.2009, 19:22 / 2 x geändert
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Hallo wobbegong,
mein Schwyzerdütsch besteht aus dem Wort: Melkmechterli (oder wie immer sich das schreibt). Aber die Schweizer sind mehrheitlich erstmal ein nettes Volk mit Verstand. Und bei Schneidern fällt mir gleich der Schneider Wibbel aus meiner Heimatstadt ein und Röggelchen und en de rätämätäng. Schön, dass du den Herzen Anstoß gibst, sich ihrer jeweiligen Heimaten zu erinnern. Wußtest du schon, dass der Rheinländer "ilef" sagt für elf? Und dass man in Krefeld Wurst mit einem kurzen, harten "r" ausspricht?
Aber vielleicht ist dies in einem der zahllosen anderen alemannischen Dialekte geschrieben? Wer will das wissen?
Isch nit,
R

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wobbegong²
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10.12.2009, 21:54 / 3 x geändert
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ruelfig
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10.12.2009, 22:41 / 1 x geändert
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do bissene eschte Schobbejong, wisse dat, Jobbeschong?
On dann mösse noch de Wobbe de Schobb elong . Nä,
wat es dat ze schrobbe, min Jong. Dä Tong es te long, wisse?
Te schriwe bescheppterest Weis es beschisse, do Jeck.

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Randfigur
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Gerade die Verwendung von Schwyzerdütsch lässt diese "Kindheitserinnerung" glaubhaft werden,
Ich kann mich auch nur anschließen und mich bei Elise für die Übersetzung bedanken, allenfalls hätte ich mich hierzu nicht zu äußern getraut.
Allein die Melodie beim Lesen hat schon Freude gemacht. Wobei das wahrscheinlich eine Frage des Geschmacks ist.
Bei allen Besuchen hatte ich jedoch erhebliche Schwierigkeiten die Menschen zu verstehen, die in einer erheblichen Schnelligkeit sprachen.
es grüßt
die Randfigur

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Elise
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Hallo wobbegong,
keine Sorge, die Übersetzung war raschstens getan; der Dialekt, in dem ich aufwuchs,
tut ganz ähnlich. Und "zurückgeben"? Warum sollte ich etwas erwarten? Wofür?
Ich las es gern. Wegen dem Schneider. Wegen der Geschwister. Wegen
dem Kinderblick in den Zirkus hinein. Weil da ein Fetzen Hoffnung
auf Wunder schimmert, weil da eine Anderwelt scheint.
Weil es "echt" ist. Für mich.
Elis
PS
Das Gedicht eines ausgemachten Einzelkämpfers will nicht
bei den Dialekten (Link) stehen, weil es sich fürchtet?
(Mein Kopf schüttelt sich.) (Vor Lachen.)

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Jolante
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Hallo Gedicht,
auch wenn der Poet, der dich verfasste, "Goodies" von mir verschmäht, so wende ich mich einfach an dich persönlich, um dir zu sagen, wie sehr du mich anrührst, auch wenn der Poet dafür nur ein Hohnlächeln übrig haben sollte. Für mich bist du ein seltsames, zauberhaftes Gebilde, das mich in eine Welt hinter den Wörtern führt.
Fürchte dich nicht!
Jolante

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