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kirmesbollo
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24.11.2009, 19:29 / 1 x geändert
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Lass los,
ich glaub schon fast
nicht mehr
als du an mich.
Liebe ist Schwäche,
hat dir der Krieg gesagt,
doch das ist nicht meiner
und mir ist kalt
in deinen Gedanken.
Lass los.
(Mai 2007)

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Jolante
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"Kruppstahlvater": der Titel verrät fast zu viel, denn aus dem kurzen, eindringlichen und pointierten Gedicht ist unschwer herauszulesen, was der Titel besagt. Es geht um den bekannten Vater-Sohn-Konflikt einer Väter-Generation, die noch vom letzten Krieg und den davor liegenden Jahrzehnten geprägt ist. Nur keine Gefühle zeigen, gelobt sei, was hart macht, so hat es der Vater gelernt und in diesem Geiste hat er seinen Sohn erzogen. Aber der macht nicht mit, Er will nicht akzeptieren, dass Liebe Schwäche sei. Er gehört einer Generation an, die ihre Gefühle zulassen und zu ihnen stehen möchte, auch wenn das noch längst nicht allen Söhnen gelingt und auch die heutige Generation ein ambivalentes Verhältnis zu "Softies" oder schlimmer ausgedrückt, sogenannten "Weicheiern" hat.
Was mir an dem Gedicht besonders gut gefällt, ist die Umrahmung der Verse mit dem zweimaligen Appell "Lass los", weiterhin sein formschöner Aufbau und die Klarheit der Gedankenführung. Der Pfiff liegt für mich in der doppelbödigen Formulierung "Ich glaub schon fast nicht mehr als du an mich."
Das hat gerne gelesen
Jolante

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Gerd
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26.11.2009, 13:55 / 1 x geändert
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Hey bollo,
Jolante hat schon so vieles treffend gesagt, wozu ich beipflichten kann, doch nicht widerholen will. Darum nur, was es darüber hinaus von mir noch zu sagen gäbe.
Dieses "Lass los" hat etwas von gepackt sein, zum einen mental, doch zum anderen auch sehr physisch. Ich assoziere damit den festen Griff des Vaters am Genick oder am Arm des weinenden Kindes mit dem Kommentar "Ein Indianer kennt keinen Schmerz." oder schlimmer noch "Ein deutscher Junge weint nicht!", wo doch eine Umarmung oder wenigstens ein Wort des Trostes so viel mehr bewirkt hätte.
Grüße in der Hoffnung kein Weicheier zu erziehen aber auch kein Kruppstahlvater zu sein
Gerd

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