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augustine
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10.11.2009, 22:46 / 8 x geändert
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Falls hoffentlich trotz aller golgochischen Mären-Wogen wer Zeit und Lust hat zu mal wieder einem literarischen Rätsel, dann könnte er/sie sich mit diesem Text befassen.
"Die Trauung wurde in der kleinen Kirche des Dorfes vorgenommen. Wie wir nun alle so feierlich und gemessen den geheiligten Raum betraten, überkam mich doch ein beklemmendes Gefühl, daß wir eine Komödie aufführten, denn keines von den Brautleuten gehörte dem katholischen Glauben an. Von meinen Eltern wußte ich wohl, daß sie gar nicht daran dachten; [des Bräutigams] schönes Menschentum schien an jedem heiligen Orte am rechten Platz zu sein, wäre es nun ein griechischer Säulentempel, ein germanischer Hain oder eine bunte Heiligenkapelle gewesen, und ich bin überzeugt, daß an diesem Tage keiner der Anwesenden so im tiefsten Sinne fromm war wie er, obschon er eine positive Religion nicht bekannte; völlig unverständlich war mir nur [L.], die darauf beharrte, einen katholischen und einen protestantischen Gott zu unterscheiden, und nun doch den einen oder den andern verriet. Man sah ihr aber wohl an, daß ihr im Grunde alle Götter der Christen- oder Heidenheit einerlei waren neben ihrem Idol, meinem Vetter, und ich mußte für mich lächeln und dachte: sie wird sich schon vor ihrem himmlischen Vater zu rechtfertigen wissen, die Sophistin."
Etwas Ratespaß - und dass ihr's nicht zu schnell rauskriegt! - wünscht
augustine

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zuppanova
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augustine, eben auf dem abendabschlussrundflug das rätsel entdeckt.
bei mir besteht bestimmt nicht die gefahr, dass ich die lösung so ohne weiteres parat habe.
werde mich vorantasten müssen, und stelle - im moment noch ganz blind - als erstes gleich die frage:
stammt der text von einer frau? [*]
lg, zuppa
[*] begründen kann ich es nicht, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der text von einer frau geschrieben wurde.

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Jolante
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Grüß euch, augustine und zuppa,
der Textauszug, so kurz er ist, hat doch sogleich mein Interesse geweckt. Leider habe ich keine Ahnung, aus welchem Buch er stammt und aus wessen Feder er geflossen ist. Auch ich vermute, dass eine Frau ihn geschrieben hat. - Ist sie eine Zeitgenossin ?
Danke, augustine, für das spannende literarische Rätsel, das gut zu dem Thema passt, mit dem ich mich seit einiger Zeit befasse.
Jolante

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augustine²
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Hallo, ihr beiden, die ihr richtig 'gefühlt' habt, dass der Text von einer Frau ist. Keine Zeitgenossin.
lg augustine

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Gretchen
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okeeh, ich geb mal als schuss ins blaue den tipp ab, dass das auf jeden fall VOR 1945 geschrieben wurde, die sprache fühlt sich für mich eigentlich so an wie "zwischen ww1 und ww2 entstanden", aber weiß nicht, iss eben nur ein gefühltes gefühl ...
herbkluge gretchengrüße

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lost
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Das Rätselraten, seinerzeit, wenn ich nicht irre, eingeführt von einem gewissen Hanns van der Pursch - Gott schütze ihn, wo immer er auch wandern mag in diesen dunklen, sibirisch kalten Tagen! - hat Tradition im Hause.
Mein Problem aber ist nun, dass ich nicht mittun kann, da ich weiß, wer obigen Text verfasste.
Vor mehr als hundert Jahren schrieb dies eine Frau. Der Ich-Erzähler, der berichtet, ist jedoch ein Mann. Das ist ungewöhnlich, zumal der Roman jener Autorin durchaus auch autobiografische Elemente enthält. Die Autorin war eine für die gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Zeit sehr "emanzipierte" Frau. Sie verschaffte sich Zugang zur Universität, führte ein unstetes Leben, heiratete mehr als einmal, lebte als alleinerziehende Mutter.
Nun hat, das möchte ich noch erwähnen, Herr Frank im Forenheader rechts ein neues "Kästchen" eingefügt, ein Zauberkästchen, welches, klickt man es nur richtig an, den Garten Eden hier gesamt in eine and're Sprache übersetzt. Ein hübsches Spiel. Wird eine Übersetzung ins Englische angefordert, sieht der zu ratende Text aus wie folgt:
November puzzles?? 10/11/2009 22:46 Snippets
If we hope, despite all golgochischen Maren-waves who has time and desire to once again a literary puzzle, then he / could they deal with this text.
"The ceremony was performed in the small church of the village. As we entered all so solemn and measured the sacred space, but I was overcome by an oppressive feeling that we were a comedy, acted, as none was a member of the bride and groom to the Catholic faith. By my parents, I knew that she never intended, [the groom] beautiful humanity seemed tobe at any holy place at the right place, it would now be a Greek temple pillars, a Germanic grove or a colorful Saints Chapel was, and I am convinced piously that on this day no one present in the deepest sense it was like him, although he is a positive religion is not known, was completely incomprehensible to me only [L.], insisting a difference between a Catholic and Protestant God, and yet one or the other betrayed. You could see her but to have assumed that its basically all the gods of the Christians or pagans were all the same next to her idol, my cousin and I had to smile at me and thought: it is already evident before their heavenly Father knowing justify the sophist."
A little guessing fun - and that it's not too soon finds out! - Wants
augustine

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augustine²
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18.11.2009, 16:05 / 3 x geändert
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lost hat's rausgekriegt; zwei andere Lösungen habe ich privatim bekommen.
Ich habe einenText ausgesucht, der nicht aus der Gegenwart stammt, sondern 1892 zuerst erschienen ist:
Ricarda Huch, Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren.
Das Buch ist vergoogelt, und ich hatte auch nachgesehen, aber mit einer zu wenig prägnanten Stelle. Mit einer prägnanten konnte man es sofort finden - wenn man nur das wollte.
Bloß: es ist ja dann kein Rätsel.
Ich fürchte, es funktioniert zur Zeit überhaupt nicht, das literarische Rätsel, weil's zu anspruchsvoll ist. Zu anspruchsvoll?? Ja, weil zur Zeit viel zu viel unfreiwillig Kurioses, Plattes, Süßliches reingeschaufelt wird, das bewertet werden muss, wie's nötig ist, weil's sonst noch viel mehr Gleiches hinter sich herzieht. Es soll aber unser kleiner elitärer Planet bleiben. Dies ist ein Forum für Literatur und Germanistik, nicht für Kochrezepte, Schneidertipps und Gesundheitsempfehlungen!
Es soll nicht *****n gehen, nicht verjupageteppen, nicht sibirisch werden; und ob man sagen muss: verelskugeln auch nicht, wird sich zeigen; nebenan, während ich dies schreibe, erscheint der grauenerrregende Younis wieder, der leider gar kein Poet ist ...
Rechts sind wieder zwei neue Anmeldungen. Ich gebe zu, dass ich mich überhaupt nicht mehr darüber freue. Es ist leider sehr selten, dass jemand kommt, der/die zu schreiben weiß.
Und: stellt etwa doch wer anders ein Rätsel???
Heute ist der 18. 11. Das Forum ist vier Jahre alt.
Danke, Marcel.
augustine

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Gretchen
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hei, find ich klasse, dass das forum vier jahre alt ist und
noch kein pickelpfuhl geworden. und danke, augustine,
dass du darauf hinweisest. und danke auch für das
rätsel. ich hätts nicht rauskriegen können.
hipphipp-hurra für lost also. grüße!

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zuppanova
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"Novemberrätsel war nix"
doch, war was.
für mich jedenfalls war dieses novemberrätsel eine anregung und ein hinweis auf eine autorin, die ich wirklich nur dem namen nach kenne.
ich finde, auf diese weise kann man auch lektüre-hinweise geben.
Ricarda Huch - augustine, wie fändest du es, ihren namen auch in die kopfzeile des fadens zu schreiben, dann wäre gleich zu erkennen, um wen es hier geht. mir taugt so ein rätsel, auch wenn ich es nicht raten kann.
lg, zuppa

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