Gedicht · Janosch · ·


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        Janosch
        (Gast)

Gedicht

   05.11.2009, 16:47



Blätter fallen
Nebel steigen
Und umhüllen
Nackte Bäume

Aufgeweicht
Sind klare Linien
Licht hat nur noch
Halbe Kraft

Sanft beleuchtet
Diese Landschaft
Leicht ist
Diese Wanderschaft

Rauschen nur noch
Von der Ferne,
Denn der Nebel dämpft
Den Ton

Menschen ahnen
Blätter fallen
Ihnen im
Vorausgang schon.

 

      Gretchen



Herbsticht

   05.11.2009, 17:29 / 1 x geändert



Hei, also, mir gefiele (Konj.) auch:


Herbsticht

Menschen fallen
Bäume steigen
Und umhüllen
Nackte Linien

Halbe Kraft
Ist sanft beleuchtet
Von der Ferne
Und dem Ton

Der Vorausgang
Rauscht im Nebel
Durch der Bäume
Wanderschaft

Blätter ahnen
Menschen fallen
Ihnen in der
Landschaft schon

Herbst oh Herbst du
Färbst und leierst
Lyrisch blau
Den Traubensaft.


Gretchen
(Bitte nicht ohne mein schriftliches Einverständnis auf irgendwelchen Hassblogs veröffentlichen! Danke!)

 

      gregor libkowsky



Flatulentia infernale

   06.11.2009, 00:10 / 2 x geändert



von natur aus zurückhaltend, habe ich eine schwäche, herbstgedichte.
obwohl ich eigentlich nicht sollte, sagt der doktor. muss er aber jetzt nicht wissen, hat ja momentan mit der schweinegrippe zu tun. also janosch, du hast hier was angestossen, ehrlich, das geht mir an die substanz, aber egal, ich mach's jetzt einfach, ein herbstgedicht.

Flatulentia infernale
(Schwere Herbstblähung)

Menschen fallen,
Herbst geht um,
Zähne faulen,
Pickel wachsen.
Schlimme Zeiten,
die uns drohen.

Oh weh, der Nebel
kriecht in alle Löcher.
Wer jetzt noch ernten will,
hat sich verschätzt.
Die schönen Blätter sind gefallen,
von oben runter: Klatsch.

Nun liegt die Welt
auf meinem Magen.
Arg dunkel bläht sich
mein Gedärm.
Wie kann den Herbst
ich noch ertragen,
wie soll ich mich
zu ihm bekehrn?

Was von mir bleibt,
nimmt nun der Wind
und trägt es fort,
vielleicht zu dir.
Riechst du nicht schon
den Untergang?
Er ruft bereits:
Komm, folge mir!

Alles hängt mit Allem zusammen. Auch die Jahreszeiten. Besonders die.
Ihr Kommandant Libkowsky

 

      lost



Verdichtet: Zeiten wechseln, Tage kürzen

   06.11.2009, 07:54 / 1 x geändert



Nun, Janosch, wenn ich mir Konstruktionen wie

>> Menschen ahnen Blätter fallen Ihnen im Vorausgang schon. <<

ansehe, dann frage ich mich natürlich, ob Du das Dichten wohl bei unserem autor***** gelernt haben magst? Neben den formalen Aspekten gemahnt auch die Tiefe der im Text verborgenen Erkenntnise durchaus an Sanduhr-Lyrik.

Gretchens Entwurf hingegen hat zweifellos eines bis mehrere der gewissen Etwasse, die heutzutage so manchem Werk fehlen. Auch der Kommandant zeigt eine durchaus ernst zu nehmende Alternative. Sollte es zu einer Abstimmung kommen, votierte (Konjunktiv, nicht wahr?) ich für die G- oder auch für die gl-Version bzw. für beide.
Man könnte allerdings durch konsequente Verdichtung womöglich noch etwas optimieren.
Erlaube mir folgenden Vorschlag:


Verdichtet: Zeiten wechseln, Tage kürzen

Menschen fallen,
Ganz benebelt
Von dem blau-
En Traubensaft.

Blätter rauschen
An den Bäumen,
Ahnungslos,
Und fallen auch.

Deutschland hat nichts
Mehr zu bieten.
Dunkel dräut
Autorenkrampf.


Schade, dass Frau Rosing nicht mehr unter uns weilt.
Sie hätte sicherlich Freude gehabt an den vielen schönen Trochäen.

regards, lost

 

      Gretchen



sich dichter glauben ist nicht schwer ...

   06.11.2009, 17:29 / 1 x geändert



... dichter sein, dagegen sehr.
(oder: DER FLUCH DER SELBSTÜBERSCHÄTZUNG)





heihei, gut, dass greg den einen faden mit dem anderen verlinkt hat, da weiß man auch noch in 1064 jahren, WORAUF du, janosch, eigentlich antwortest. in der gäste-lounge haben wir die situation, dass man zwar einen faden starten kann, ohne sich registriert zu haben, aber ANTWORTEN schreiben können nur leute, die so richtig mit account als user angemeldet sind. hat der emme mal so eingestellt, wegen der vielen SPAMBOTS. könnte man vllt. irgendwann auch wieder ändern.

ansonsten: ja, gut, HUMOR ist - wie greggy nebenan schon sagte - immer cool, und im hinblick auf das eigene lyrische schaffen sogar noch VIEL cooler. und wenn EIN schlechtes gedicht VIERmal SPAß bringt (mindestens; ist ja ohne DUNKELZIFFER gezählt), dann ist die schmerz-lust-relation gar nicht mal SOOO ungünstig.

aber gezz muss ich noch was WICHTIGES ausstoßen, nämlich - jaja, stimmt, manch (großer) dichter musste SPOTT und HOHN erleiden. vor ÜBEREILTER IDENTIFIKATION ("auch ich bin ...") sollte man sich aber UNBEDINGT HÜTEN, weil sonst der ANGEMESSEN KRITISCHE BLICK auf die eigenen elaborate im NEBEL der SELBSTÜBERSCHÄTZUNG vom BAUM FÄLLT, sozusagen ...

grützchen






(verdammte hacke, ich hab voll den VERSALIENDURCHFALL, muss mich irgendwo ANGESTECKT haben oderwas ...)




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