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      nobody



Kürzestgeschichte

   20.10.2009, 00:06



Edit 26.07.2010

- Faden von Kurzgeschichten nach Entwürfe verschoben - Elise


__________________________________________________



Ein Regentropfen


Gerade ist er neu entstanden, hoch oben in den Wolken. Im Licht der Blitze funkelt er wie ein Kristall. Er ist nicht besonders groß, aber auch nicht klein. Er ist gebaut wie alle die anderen Tropfen, die vor ihm und mit ihm entstanden sind, nichts an ihm ist einzigartig, nichts sein eigen.

Er kennt sich selbst nicht, kennt die Welt nicht. Er weiß nicht, dass er fällt.
Er hat keine Angst. Er ist nicht mutig, nicht tapfer.
Er ist blind, er ist taub.
Er fühlt nicht, er denkt nicht.

Plötzlich erwacht er. Bewusstsein regt sich. Erst ist es ganz klein, bewegt sich kaum. Doch mit jedem Meter den er fällt wird es größer, wird stärker. Sanft weckt es Gefühle. Weckt die Angst, weckt die Liebe. Es macht sehend, macht hörend.
Macht einzigartig.

Der Tropfen sieht die Anderen fallen, sieht wie sie die ersten Baumwipfel passieren, oder auf den Blättern, Ästen und Früchten auftreffen und unbeirrbar Richtung Erde rollen. Doch alle sind sie gleich. Er bedauert sie nicht, er ist anders.

Erst spät wird ihm klar, dass auch er auf der Erde auftreffen wird. Im letzten Moment sieht er sich selbst, erkennt seine Zugehörigkeit, erkennt seine Identität.

Dann prallt er auf.

Er ist in einer Pfütze, wieder eins mit vielen anderen, wieder taub und stumm, wieder gefühllos und leer.

 

      Gretchen



joa, datt iss ...

   20.10.2009, 01:16



... ne ziemlich abgegriffene nummer.

erinnert mich an verklemmte bemühungen gewisser religions- und biologielehrkräfte mit feuchter aussprache, irgendwelchen schülerInnen, die von chinesischer zungenanalakrobatik mit natursektgarnierung bis zur orgasmusverzögerung durch strangulation schon das meiste hinter sich haben, aufklärungsunterricht erteilen zu wollen, indem sie in zart gehauchten naturgleichnissen von blümchen, bienchen, schmetterlingchen und regentröpfchen säuseln. oder stammeln.

also, was ich damit sagen will: dieser text wirkt verschärft vorgestrig. zwischen den zeilen singt der schlesische schwan, das goldene kalenderblatt lässt erbaulich grüßen, und die moral tropft säuerlich in alle pfützen.

was machen mit sowas? für humor iss-ett zu traurig, und für ernst fehlt viel zu viel, sprachlich, inhaltlich, espritmäßig, gestaltungstechnisch undsoweiter. könnt direkt von autor***** sein, der text. iss doch auch sein thema, die einzigartigkeit, und das "bewusst"sein ... naja. egal. auf besseres wetter warten. dann trocknen lassen.

grätchengrützchen

 

      augustine



   20.10.2009, 13:58 / 3 x geändert



Als nobody unter/vor Gretchens Augen zu gelangen, wenn sie Nachtdienst hat, ist verschärft gefährlich.

Es gibt für mich keinen Anlass, diesen Text zu verteidigen. Bloß mit Bienlein und Blütlein hat er nix zu tun, eher mit netten kleinen Märchen wie z. B. diesem hier. Dabei sind ja Märchen in ihrer Erscheinungsform als fantasy doch sehr en vogue...Naja, wer's mag.

Eine "Kürzestgeschichte" kann ich nicht erkennen, die müsste noch kürzer sein.

Wer meint, hier seine Schreibplattform gefunden zu haben, sollte sich doch in einem Mindestmaß deklarieren. Es gibt einen eigenen Faden dazu. Das heißt aber noch lange nicht, dass jemand dann in diesem kleinen Forum herzlich willkommen geheißen und mit Tröpfchen freundlichen Lobs gefüttert wird.

augustine

 

      Samsa



...

   20.10.2009, 15:07 / 3 x geändert



Für mich ist nur der Augenblick des Aufpralls interessant, ehrlich. Schade.

Wobei ich behaupten möchte, dass der Tropfen an sich nach dem Eindringen in die Pfütze nicht mehr DER Tropfen und also für "subjektive" Eigenschaften nicht mehr haftbar zu machen ist ... also ist der Teil hinter dem zweiten Komma in meinen Augen falsch.

Er ist in einer Pfütze, wieder eins mit vielen anderen, wieder taub und stumm, wieder gefühllos und leer.

Erst, wenn er auf dem Weg nach oben wieder zusammengesetzt wird, kann er wieder ...

Samsa, Dresden

 

      gregor libkowsky



Schlimmer Augenblick des Aufpralls

   20.10.2009, 20:36 / 4 x geändert



Also jetzt mal ehrlich, das ist mir hier viel zu hochgestochen. Platsch, es regnet und die Oma wird nass, so haben wir in Golgostan gedacht. Einfach und klar. Und der Onkel Brimbuszki sagte dann noch, siehst du, Oma, wenn es draußen regnet, dann wirst du nass. Das konnte der Onkel Brimbuszki einfach so locker sagen, denn er war ja unser Ortsvorsteher und er kannte sich mit noch viel mehr Sachen ziemlich gut aus, aber das ist jetzt eine andere Geschichte.
Und gleich noch etwas: Stellen Sie sich vor, sehr geehrter Herr Nobody, während der Golgochischen Sandkriege, was glauben Sie denn, wenn wir uns, unter Einsatz unseres Lebens, robbend dem Feind näherten, dem Meer also, wenn wir also in dieser militärisch so heiklen Situation jedes einzelne Sandkorn, über das wir dahinglitten, in die zittrigen Finger genommen hätten, uns gegenseitig unsere glücklichen Funde triumphierend mit hochgestreckten Armen gezeigt hätten, was glauben Sie, wie weit wir gekommen wären.
Ich will es Ihnen sagen, gar nicht weit, wären wir gekommen. Aber nicht der verlorenen Zeit wegen, nein, der Enttäuschung wegen, denn jedesmal, wenn ein durch unser persönliches Aufnehmen in den Stand der Individualisierung gebrachtes Sandkorn kurz darauf wieder fallen gelassen werden musste (wegen Hand frei zum schießen und so Sachen), jedesmal dann kamen uns hartgesottenen Sandsöldnern die Tränen. Denn eines wussten wir in diesem Moment: Nun ist es
Zitat:
wieder eins mit vielen anderen, wieder taub und stumm, wieder gefühllos und leer.

Kurze Pause. Auch mir kommen gerade wieder die Tränen. Nur noch kurz mit dem Fön über die Tastatur. Okay. Gut jetzt. Weiter also.

Was ich sagen möchte ist, das alles, was Sie hier beschreiben, haben wir vor langer, langer Zeit in Golgostan nicht nur in der Theorie durchdacht. Wir haben es durchlebt. Korn für Korn. Da mussten wir uns keine Esoterikeinläufe verpassen, keine Möwe Jonathan als Wassertropfen, kannten wir gar nicht.

"Trugistiffel jesztre estresz muelue, ikristun tutnizterd belgen do."
Das war es, woran wir uns gehalten haben, damals in Golgostan. Sinngemäß übersetzt bedeutet das: Stell die Oma auf den Hof, kommt sie nass ins Haus, ist der Regen nicht vorüber.


Auch wenn es nicht gleich den Anschein haben möge, diese meine Geschichte hat trotzdem sehr viel mit der Ihrigen zu tun. Das nur am Rand erwähnt, denn eigentlich gehören die Golgostan-Geschichten hierher.


Ich danke Allen für Alles,
Ihr Kommandant Libkowsky

 

      ruelfig



Kürzestgeschichte

   20.10.2009, 21:18



Hallo nobody,
warum funktioniert diese Geschichte nicht? Wegen "plötzlich". Plötzlich empfindet ein Teil der unbeseelten Natur wie ein Mensch, entwickelt eine Persönlichkeit, reflektiert, erinnert sich und plant eine Zukunft? Da lacht der Indianer.
Wenn denn dann so etwas geschähe, warum widerfährt es nicht allen Tropfen? Warum nur dem Einen? Was ist das für eine Sicht der Dinge? Alle Tropfen, sich bewusst geworden, treffen sich in einer Pfütze und werden eins, meinetwegen, ändern den Lauf der Welt, neuer Urknall und haste nicht gesehn aber so? Verschwindet das Fünkchen, erlöschet das Licht und vor wie nach ist Nicht. Versteh mich nicht falsch, von mir aus hätte dein Tröpfchen am Weltregieren fangen können, aber so? Vergebliche Dichtersmüh.
LG,
R

 

      derSibirier



Kürzestgeschichte

   11.11.2009, 20:31



begegnen sich zwei tropfen in der pfütze und träumen gemeinsam vom wässerchen trüben.

 

      ruelfig



Kürzestgeschichte

   11.11.2009, 22:29



Stehen zwei Stühle in der Kneipe, sagt der eine: da kommt wieder ein Arsch. Und jetzt, was willst du sein?




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