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miawhite
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- Erzähl mir eine Geschichte. Eine wahre.
- Es gibt keine wahren Geschichten.
- Die Sonne. Gibt es die Sonne?
- Nein.
- Erzähl mir eine Geschichte. Eine Lüge.
- Keine Geschichte ist eine Lüge.
- Die Sonne scheint.
- Deine Wahrheit.
- Ich will eine Geschichte.
- Du schreibst sie gerade selbst.
- Eine Geschichte ohne Handlung?
- Auch Worte handeln.
- Es regnet.
- Nicht unbedingt.
- Warum sagst du das?
- Das Korsett der Worte.
- Aber Worte befreien.
- Manchmal.
- Du schaust gequält.
- Wie soll ich mit Worten erklären, dass sie für Erklärungen nicht reichen?

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Gretchen
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hmm. passt irgendwie zum neuen forenheader ...
(den ich sehr passend gewählt finde, btw.)
ratlos nachdenklich: die nachtschichtkröte

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Samsa
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19.10.2009, 20:36 / 1 x geändert
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- Erzähl mir eine Geschichte. Eine wahre. - Es gibt keine wahren Geschichten. - Die Sonne. Gibt es die Sonne? - Nein. - Erzähl mir eine Geschichte. Eine Lüge.
Ich verstehe den Frager nicht: Warum gibt er so schnell auf und schließt bloß von der Nicht-Existenz der Sonne auf bessere Verhältnisse in der Lüge. Da muss doch vorher noch mehr sein ...

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gregor libkowsky
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19.10.2009, 22:17 / 2 x geändert
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Eine kleine Geschichte, die weder wahr noch gelogen, denn es gibt keine wahren Geschichten, doch keine Geschichte ist ein Lüge.
Nachdenken über die Bedingtheit der Sprache, über die Entfernung des Wortes von der eigentlichen Fixierung hin zu den Dingen, die bezeichnet werden wollen oder sollen.
Wittgensteins Traum einer Präzisionssprache schimmert hier zwischen den Zeilen hervor und der Wunsch, die Sprache von sinnlosen und unsinnigen Texten zu befreien. (link)
Nun, mit diesem Vorhaben ist er letztendlich gescheitert, so wie auch manches Literaturforum im selbigen Bestreben (dies nur als kleine Randnotiz).
| Zitat: |
| Ich verstehe den Frager nicht: Warum gibt er so schnell auf und schließt bloß von der Nicht-Existenz der Sonne auf bessere Verhältnisse in der Lüge. Da muss doch vorher noch mehr sein ... |
Das verstehe ich dann wieder nicht.
Für mich ein Text, der zum nachdenken einlädt, findet Ihr Kommandant Libkowsky.

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Samsa
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20.10.2009, 15:00 / 3 x geändert
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- Erzähl mir eine Geschichte. Eine wahre.
Wahrheit = wirklicher Sachverhalt - logisch sollte folgen:
- Erzähl mir eine Geschichte. Eine falsche.
Denn: eine Lüge ist eine auf Täuschung angelegte Aussage.
Warum verschiebt der Frager die Ebene Wahrheit / Falschheit hin zur Lüge?
Das leuchtet mir nicht ein.
Und: Ich wiederhole mich - auch wenn ich mich falsch (!) ausdrücke: Warum gibt der Frager so schnell auf und schließt von der Nicht-Existenz der Sonne auf bessere Verhältnisse in der Lüge? Nur weil es im Kino kein rotes Popcorn gibt, gehe ich doch nicht ins Bordell ...
Samsa, Dresden

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gregor libkowsky
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also nochmal kurz. ich kann beim besten willen hier keinerlei verschiebungen, wie sie, herr samsa dresden, hier zu entdecken glauben, wahrnehmen.
aber damit wären wir ja schon beim eigentlichen thema.
die bedingtheit, die enge, das subjektive korsett unserer sprachlichen welterklärung, darum geht es hier. sprache ist keine mathematik. worte verschwimmen. falsch oder wahr ist nicht die anzulegende messlatte. eine geschichte weist darüber hinaus, hat mehr bedeutungsebenen, sendet vielschichtigere signale aus.
der text "die wahrheit. das wort" sollte nicht als mathematikaufgabe gelesen werden.
libkowsky, golgostan

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Samsa
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... lassen wir es eben stehen, wie es steht. Mir doch egal.

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