Funeral-Blues (W.H. Auden) · Silbendrexler · ·


english poetry · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Texte zitieren auf literature-online.de

Kipp-Phänomene: Brillante Rhetorik

Mein Buchhändler

welt

Dichte Reime

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Reise durch lit-on

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Ein Dogma

Distanz

in die nacht

Jahrestage


 

      Silbendrexler



Funeral-Blues (W.H. Auden)

   09.09.2009, 09:50



Beim letzten Schauen von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" blieb ich (einmal mehr) an dem wunderbaren Gedicht von W.H. Auden hängen. Allein die Übersetzung gefiel mir nicht so richtig. Deshalb hier mein Versuch:

Stop all the clocks, cut off the telephone,
Prevent the dog from barking with a juicy bone,
Silence the pianos and with muffled drum
Bring out the coffin, let the mourners come.

Let aeroplanes circle moaning overhead
Scribbling on the sky the message He Is Dead,
Put crepe bows round the white necks of the public doves,
Let the traffic policemen wear black cotton gloves.

He was my North, my South, my East and West,
My working week and my Sunday rest,
My noon, my midnight, my talk, my song;
I thought that love would last forever; I was wrong.

The stars are not wanted now; put out every one:
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the woods:
For nothing now can ever come to any good.

Übersetzung

Stopp‘ all die Uhr’n, und kapp‘ das Telefon,
Dem Hund gib saft'ge Knochen, dass er nicht bellt nur einen Ton
Mach‘ schweigen die Pianos und dumpf die Trommel schlage,
Jetzt bring‘ heraus den Sarg – uns Trauernden zur Klage.

Lass‘ Flieger jammernd kreisen und aus tiefster Not
Ans Firmament die Nachricht schreiben: Er ist tot!
Den Tauben um den weißen Hals gib krepp’ne Kragen,
Und Straßenpolizisten schwarze Handschuh' lasse tragen.

Er war mir Nord, mir Süd, mir Ost und West;
Der Woche Müh’ und dann des Sonntags warmes Nest.
War Sang und Rede mir, war Tag und Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewig - falsch gedacht!

Verlösch‘ die Sterne mir, was hätt‘ ich noch daran,
Den Mond verhüll‘, die Sonn‘ vom Himmel bann‘.
Feg‘ aus den Wald, vergieß‘ des Meeres Flut,
Nie mehr wird’s sein, so wie es war. Nie wieder gut.

 

      augustine



Funeral-Blues (W.H. Auden)

   09.09.2009, 14:27 / 1 x geändert



Hallo Silbendrexler,
schön, dass du selbst besser zu machen suchst, was dir nicht gefällt.

Hier eine andere Übersetzung zum Vergleich:

Er ist tot

Stoppt jede Uhr, laßt ab vom Telephon,
verscheucht den Hund, der bellend Knochen frißt, die roh'n.
Laßt schweigen das Klavier, gedämpft die Trommeln schlagt,
bringt raus den Sarg, ihr Trauergäste klagt.


Die Flieger laßt in Kreisen - Trauer sei Gebot
an den Himmel schreiben: Er ist tot.
Den Tauben um den weißen Hals gebt starre Kragen,
die Polizisten sollen schwarze Handschuh' tragen.


Er war mein Nord und Süd, mein Ost und West,
der Woche Last, des Sonntags Fest,
mein Wort, mein Lied, mein Tag und meine Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewiglich – wie falsch gedacht.


Die Sterne sind jetzt nicht erwünscht, jagt sie davon;
verpackt den Mond, hängt zu die Sonn';
fegt weg den Wald, gießt aus des Meeres Flut.
Nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.

die ich fand

Es gibt noch andere; und das Diskutieren von Übersetzungen hat hier schon schöne Gespräche hervorgerufen. Das hast du dir ja sicher angesehen.
Gruß augustine




Views heute: 2.351 | Views gestern: 5.897 | Views gesamt: 5.490.289