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      ruelfig



Gotisch

   27.08.2009, 21:39 / 1 x geändert



Die Klinge singt, es sinkt das Schwert
im Sturzflug auf der Feinde Nacken.
Ein Held hält Blutvergießen für verkehrt,
doch kann im Kampf sich nicht für packen.
Wer Brötchen will, der muss sie backen,
und wer in Hitze schwitzt, ist falsch am Herd.

Roh trennt vom Rumpf sich manche Runkel,
Fontänengleiche Tränen kalben in die Nacht.
Dem Helden scheint sein eigner Antrieb dunkel,
ist nur das Kampfgeschrei vorbei: es ist vollbracht.
Dann folgt das Volk gefühlvoll einer Macht,
die erst Gemetzel will und dann Geschunkel.

 

      kirmesbollo



Gotisch

   29.08.2009, 08:54 / 1 x geändert



hallo ruelfig,

ein klangvolles dingen ist das. das entfaltet potential nach wiederholt lautem lesen. viele hübsche kleine assonanzen und spielereien mit klang und wohlgewähltem gereime machen deinen text zu einem spielzeug für die stimme. dazu noch die möglichen lesarten, die hier nicht so plakativ moralisierend daherkommen wie in vielen deiner texte zu politisch-religiösen themenfeldern, sondern angenehm viel platz zum selberdenken lassen. ich finde, das ist ein recht großer wurf. da werden dir vielleicht selbst die nicht aus dem pott stammenden leser/innen den stolperer in die moderne („sich für etwas packen“) verzeihen, der in diesem doch eher dunkel dräuendem text ein wenig überraschend platziert ist.

Groetjes: bollo

 

      ruelfig²



Gotisch

   30.08.2009, 20:00



Mein lieber Bollo,
da hüpft meine Herz vor Freude, dass der Klang ankommt und die Spielereien Lesarten offen lassen. Ich weiß ja um mein Problem mit der zu offensichtlichen Hinweisigkeit und verspreche, daran weiter zu arbeiten.
Das mit dem "packen", ja, da hast du Recht, da sollte ich noch was regionalverträglicheres finden.
Tot ziens,
Ruelfig




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