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Retep
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Edit 26.07.2010
- Faden von Kurzgeschichten nach Entwürfe verschoben - Elise
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Pepe Lentejo stieg die Treppe hoch. Gestern war er achtzehn Jahre alt geworden. Er dachte an die letzte Nacht und pfiff leise vor sich hin. Dass er heute seinen Arbeitsplatz verlieren würde, wusste er noch nicht.
Die Aktentasche mit der Post schlenkerte er umher, er musste aufpassen, dass sie nicht den Boden streifte. Seine Arme waren ziemlich lang, seine Beine kurz.
Freundlich grüßte er die Putzfrau, die ihre Arbeit hier fast beendet hatte, ging dann den Gang entlang in Richtung des Büros seines Chefs.
Ihm war er vor drei Monaten als Hilfskraft zugeteilt worden. Er verachtete diese Arbeit, irgendwelche Akten oder Papiere zu irgendwelchen Leuten zu bringen. Er verachtete diesen Anzugsträger, der ihn wie Dreck behandelte, der ihn auch für private Arbeiten bei sich zu Hause einspannte, ohne dafür etwas zu bezahlen. Dennoch war er froh, dass er überhaupt eine Arbeit hatte. Er war einer der wenigen seines Viertels, der ein paar Pesos verdiente.
Und bis gestern hatte er sich auch selbst verachtet.
Er ging bis zum Ende des Flures, öffnete die Bürotür, an der ein Schild „Jorge Gonzales“ stand.
Zu seiner Überraschung sah er den Typen da an seinem Schreibtisch sitzen, natürlich im Anzug und mit Krawatte, ein Buch hielt er in der Hand.
„Pepe, wie oft muss ich dir noch sagen, dass man anklopft, bevor man irgendwo eintritt. Nicht mal das kannst du dir merken!“
„Entschuldigung, Chef, ich dachte Sie wären noch nicht da“, sagte Pepe.
„Ja, da staunst du, hier wird gearbeitet. Ich bin heute morgen direkt vom Flugplatz ins Büro gekommen.“
Gonzales schaute ihn nicht direkt an. Dieser Schleimscheißer schaute überhaupt nie jemanden direkt an, dachte er.
„Sag mal Pepe, hast du schon jemals ein Buch gelesen“, fragte er, hielt dabei das Buch hoch, mit dem er sich gerade beschäftigt hatte.
„Ja, schon.“
„Was für ein Buch war das denn?“
„Die Abenteuer von Onkel Roberto.“
Gonzales lächelte verächtlich und wedelte mit dem Buch in der Gegend umher.
„Ich meinte ein richtiges Buch, nicht so einen Quatsch“, sagte er.
Pepe Lentejo legte die Post auf den Schreibtisch. Möglichst schnell hier wegkommen, dachte er.
„Ich habe heute einen Arzttermin, muss wieder weg“, sagte er.
Gonzales hörte ihm überhaupt nicht zu, er hörte Untergebenen, wie er seine Mitarbeiter nannte, nie zu.
„Sag mal Pepe, wie lange arbeitest du denn schon hier, wenn man das überhaupt Arbeit nennen kann, was du hier treibst.“
„Drei Monate.“
Dieser Arsch behandelte ihn so, wie er schon oft in seinem Leben behandelt worden war. Er dachte an seine Arbeit im Supermarkt, wo er Einkäufe der Reichen in Tüten oder Kartons eingepackt und sie zum Auto getragen hatte. Ein paar lumpige Pesos hatte er dafür bekommen, mal mehr, mal weniger, je nach Laune der Einkäuferin. Fast hingeschmissen hatten manche ihm die Münzen, manchmal musste er sie vom Boden aufheben.
Er erinnerte sich an seine Arbeit als Gärtner, Rasen hatte er gemäht, Wege sauber gemacht. Ins Haus hatte man ihn fast nie gelassen.
„Na ja, das ist ja eine ziemlich kurze Zeit, dass du hier im Rathaus bist, viel lernen konntest du da nicht“, sagte Gonzales.
Er schaute ihn wieder nicht an, sondern blätterte in dem Buch umher.
„Du weißt wahrscheinlich nicht, dass ich deutsche Vorfahren habe. Als ich bei meiner kürzlich verstorbenen Großmutter gestern den Speicher aufgeräumt habe, fand ich dieses schlaue Buch. Der Autor heißt Rosenberg, hat es schon vor längerer Zeit geschrieben.“
Pepe interessierte das alles überhaupt nicht, er musste so schnell wie möglich hier weg.
„Ich gehe dann mal zum Arzt, Señor“, sagte er.
Gonzales war aufgestanden, kam mit dem Buch in der Hand näher, fasste mit der anderen den Kopf von Pepe an und drehte ihn hin und her. Dann führte er ihm zum Waschbecken, wo ein großer Spiegel angebracht war.
„Schau uns beide jetzt mal an“, sagte er. „Fällt dir etwas auf?“
„Ja schon, Sie haben ein weißes Hemd mit Krawatte an, ich ein T-Shirt.“
„Nicht auf die Kleidung sollst du achten. Das ist ja wohl klar, dass ich als dein Chef, als Bürovorsteher, der schon viel im Leben erreicht hat und noch mehr erreichen will, anders angezogen bin als du. Schau mal unsere Köpfe an.“
„Sie haben keine Haare auf dem Kopf, ich schon.“
„Pepe, ich weiß ja, dass dir das Denken schwer fällt. Lass jetzt mal diese einfachen Unterschiede, schau mal auf die Form unserer Köpfe. Ist die gleich?“
Ich muss jetzt endlich hier weg, dachte Pepe. Die Zeit läuft mir davon. Bei einem Arzttermin wäre ihm das egal gewesen, aber er hatte ja etwas anderes vor.
„Señor Gonzales, ich glaube, ich muss jetzt gehen. Ich muss pünktlich beim Arzt sein, sonst behandelt der mich nicht. Vielleicht können Sie mir morgen das alles erklären, ich habe einen wichtigen Termin.“
„Was heißt hier „wichtiger Termin!“ Hier kannst du jetzt etwas lernen, was auch für dich wichtig ist.“ Er klopfte mit der Hand auf das Buch.
„Schau noch einmal auf die Form unserer Köpfe. Meine Stirn ist wesentlich höher als deine, also bin ich viel intelligenter als du. Dein Kopf ist rund wie ein Kürbis,“ sagte er und strich Pepe über die Haare.
„Meiner ist schmaler. Du gehörst zu den Menschen, die sich noch auf einer niederen Entwicklungsstufe befinden. Außerdem sind deine Arme viel zu lang und deine Beine zu kurz. Das sind alles Rassenmerkmale, von denen heute allerdings kaum einer spricht.“
„Sie glauben als wirklich, dass jemand, der einen Kopf hat wie ich, nicht intelligent sein kann?“
„Kein berühmter Mann hatte deine Kopfform, alle hatten Köpfe wie ich. An der Kopfform kann man den Charakter und die Fähigkeiten eines Menschen sofort erkennen. Das ist eine Wissenschaft, die schon viele tausend Jahre alt ist.“
Pepe wurde langsam immer wütender. Dieser Anzugträger glaubte doch tatsächlich nur an seine eigene Intelligenz, verachtete ihn, versuchte ihm seine Überlegenheit zu beweisen.
Er musste sich diesen Blödsinn anhören und würde seinen Termin noch verpassen.
Er schaute Gonzales an und lächelte verkrampft.
„Das mag ja alles richtig sein, was sie da sagen. Ich habe Schwierigkeiten, Zahlen zusammenzuzählen Ich kann mich kaum verständlich ausdrücken, wie sie immer sagen. Ich weiß, dass ich nie Bürovorsteher werden kann, nie ein Auto oder Haus wie sie haben werde. Ich bin vielleicht auf einer niederen Entwicklungsstufe, wie sie behaupten, aber sexuell stimmt bei mir alles. Fragen Sie mal ihre Frau, die kann ihnen bestätigen, dass ich die Wahrheit sage.“
Pepe Lentejo nickte Gonzales zu, dem es die Sprache verschlagen hatte, sein Mund war weit aufgerissen, die Augen traten ihm fast aus seinem schmalen Kopf. Er verließ schnell das Büro. Er schaute auf die Uhr im Flur, er würde seinen „Termin“ noch erreichen.

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ruelfig
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Hallo Retep.
hier klopfst du rassistische und rassische Vorurteile, nein Ressentiments, auf das Übelste fest. Pepe ist, wie schon seine langen Arme, sein Schädel und sein schnoddriges Benehmen andeuten, der bessere Ficker, der Latin Lover, der Stenz. Gonzales ist die Mißgeburt in Person, arrogant, überheblich und wunderbarerweise durch die einfache Lektüre eines Buches Naz, Übermensch und Überdeutsch. Wie Kindergartig ist das denn? Hier hast du dir mal alle billigpolitischkorrektenklischees auf einmal erlaubt und arbeitest auf einen erbärmlichen Schenkelklopfer hin zum Schluss: du denken, ich pimpern. Das ist billigste Antifagrotte ganz unten. So, finde ich, kann man sich nicht positionieren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: das ist billiges Kabarett und nur auf ein wohlfeiles Nicken eines ohnehin schon gegen "das Böse" gefeiten Publikums gezielt. Im Schlimmsten Fall erreichst du mit diesem Stück genau das Gegenteil von dem, was du angeblich anstrebst.
Grüße,
R

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Retep²
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Hallo ruelfig,
"das ist billiges Kabarett und nur auf ein wohlfeiles Nicken eines ohnehin schon gegen "das Böse" gefeiten Publikums gezielt. Im Schlimmsten Fall erreichst du mit diesem Stück genau das Gegenteil von dem, was du angeblich anstrebst."
Außer dir, sah bisher nur noch einer den Text so an, wie du schreibst. Hatte den Text ursprünglich vor einigen Jahren in spanischer Sprache geschrieben. Ich kannte "Pepe Lentejo", die Geschichte ist in einem fernen Land (in Südmaerika) so ähnlich passiert.
Kein Mensch da hat den Text so einfach aufgefasst wie du.
Ich denke, es wäre sinnlos, auf deine Argumente näher einzugehen.
Gruß
Retep
P.S.: Aber deine Kommentare werden schon besser, nicht schlecht, vulgäre Ausdrucksweisen ein wenig einzuschränken. Mach weiter so, das wird schon noch.

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yannick.scherer
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04.07.2009, 19:14 / 4 x geändert
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Hallo Retep,
ob du es gewollt hast oder nicht: du bedienst mit diesem Text einen riesigen Haufen Klischees. Ich vermute, du wolltest zweierlei erreichen: die Darstellung der Rosenbergschen/nationalsozialistischen Ideologie als böse und verachtenswert, sowie einen "Lacher" am Ende. Letzteren kann man vielleicht noch ausfindig machen, aber die Umsetzung des ersten Punktes ist dir schlicht und einfach nicht gelungen.
Das Problem ist, dass du durch deine Darstellung der beiden Personen alle Aussagen Gonzales' unterstützt:
Pepe scheint schon allein äußerlich eher einem Affen als einem Menschen zu gleichen ("Seine Arme waren ziemlich lang, seine Beine kurz."), er ist nunmal von eher schlichtem Gemüt (einziges gelesenes Buch: "Die Abenteuer von Onkel Roberto."; "Ich habe Schwierigkeiten, Zahlen zusammenzuzählen Ich kann mich kaum verständlich ausdrücken. [...]"), er hat es zu nichts gebracht und wird es wohl auch niemals zu etwas bringen. Und durch die "Pointe" reduziert er sich/du ihn letztlich (nach langer Vorbereitung durch den Dialog mit Gonzales) selbst auf seine niedersten Triebe.
Und Gonzales wiederum hat Erfolg (zumindest mehr als Pepe), ist arrogant und überheblich, repräsentiert (gewollt) eine nicht nur sozial, sondern in seinen Augen auch rassenideologisch übergeordnete Klasse. Dadurch, dass du ihm deutsche Vorfahren gibst (der eigentliche Zweck war hierfür wahrscheinlich, das Buch glaubwürdig in die Geschichte einzubringen), erzeugst du unweigerlich und unumgänglich den Kontrast zwischen einem Deutschen (und der Nationalsozialismus liegt hier niemals fern) und einem Latino. Und dass, obwohl sowohl Pepe als auch Gonzales im gleichen Land leben, dementsprechend ähnliche Mentalitäten vertreten.
Soll heißen: Auch Gonzales ist Latino, nur nicht für den Leser.
Seine momentane Weltanschauung hat er dann auch aus einem einzigen Buch, als läge sie ihm bereits im Blut wie eine Krankheit, die nur darauf wartet, auszubrechen. Er ist von vornherein derjenige, der eine Stufe höher steht als die anderen. Und er macht das auf arrogante Art und Weise deutlich.
Du unterstützt diese Klischees, weil du es nicht schaffst, deine Position deutlich zu machen. Du gehst vielleicht davon aus, dass jeder von vornherein alles, dem er gegenübersteht, in Frage stellt. Wie ruelfig schreibt:
"So, finde ich, kann man sich nicht positionieren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. [...] Im Schlimmsten Fall erreichst du mit diesem Stück genau das Gegenteil von dem, was du angeblich anstrebst."
Es ist nun einmal so. Und wenn du sagst, dass in Südamerika keiner den Text so gesehen hat, dann liegt das einfach daran, dass hier in Deutschland die deutsche Geschichte naturgemäß präsenter ist als in anderen Teilen der Welt.
Du schreibst, dass außer ruelfig (und mir) nur noch ein anderer den Text auf diese Art und Weise aufgefasst hat. Ich bin mir sicher, dass er dir auch gesagt hat, warum. Und was du verbessern könntest. Hast du ihm da Gehör geschenkt, oder dachtest du "es wäre sinnlos, auf [s]eine Argumente näher einzugehen"?
Ich würde mich freuen, wenn du hierzu etwas ausführlicher und inhaltsreicher antworten würdest, immerhin habe ich meine Kritik ebenso ausführlich und konstruktiv dargebracht. Und verzeih' ruelfig seine Ausdrucksweise. Er ist eben Poet. ;)
Schönen Abend,
Yannick

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Retep²
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Morgen Yanick,
zunächst mal etwas Grundsätzliches: Ich freue mich über jeden Kommentar, wenn er konstruktiv ist, sich mit dem Text beschäftigt und nicht mit pseudopsychologischen Schlüssen über den Autor .
Ich bin mir bewusst, dass man alles viel besser schreiben kann, als ich das hier mache. Darum stelle ich Texte ein, um sie dann zu bearbeiten. Manchmal sehe ich, dass ich ziemlich falsch liege.
Mir wird langsam klar, dass das Textverständnis viel stärker von den jeweiligen Lebensbedingungen des Lesers abhängt, als ic h dachte.
Nun zum Einzelnen:
"Ich vermute, du wolltest zweierlei erreichen: die Darstellung der Rosenbergschen/nationalsozialistischen Ideologie als böse und verachtenswert, sowie einen "Lacher" am Ende. Letzteren kann man vielleicht noch ausfindig machen, aber die Umsetzung des ersten Punktes ist dir schlicht und einfach nicht gelungen."
Das war nicht meine Absicht, es ging mir nicht um nationalsozialistische Ideologie, sondern um das Verhältnis "Chef" - "Untergebener".
Der eine, ein bornierter Großkotz, der andere ein pfiffiger Jugendliche.
Beide sind Latinos und fühlen sich auch so.
"So, finde ich, kann man sich nicht positionieren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. [...] Im Schlimmsten Fall erreichst du mit diesem Stück genau das Gegenteil von dem, was du angeblich anstrebst."
Darum ging es mir nicht.
"Es ist nun einmal so. Und wenn du sagst, dass in Südamerika keiner den Text so gesehen hat, dann liegt das einfach daran, dass hier in Deutschland die deutsche Geschichte naturgemäß präsenter ist als in anderen Teilen der Welt."
Das sehe ich jetzt auch so.
Der Text wurde dort als kleine lustige Episode verstanden, ohne große weltbewegende Absichten.
Ich habe den Fehler gemacht, dien ursprünglichen Text einfach zu übersetzen, ohne an unterschiedliche Gegebenheiten zu denken.
Man kann den Text durchaus so auffassen, wie du es getan hast.
Ich bedanke mich, dass du dich so ausführlich mit dem Text beschäftigt hast, habe was dazu gelernt.
Einen schönen Tag wünsche ich dir.
Gruß
Retep

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lost
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ach, so war das also. Herr Retep übersetzte den ursprünglichen Text einfach aus dem Spanischen, ohne an unterschiedliche Gegebenheiten zu denken. damit wären natürlich alle Mängel dieses sprachlich recht dürftig geratenen Versuchs einer Posse (?) hinreichend erklärt: der langweilige Aufbau, die unbeholfenen Satzkonstruktionen mit teilweise verwischten Verb-Subjekt-Bezügen, die Plattheit im Ausdruck, die Abwesenheit jeglicher stilistischen Finesse, Frische oder Eigenständigkeit. meine bescheidene Vermutung geht nun dahin, dass womöglich alle von Herrn Retep hier vorgestellten Texte "einfach" und "ohne an unterschiedliche Gegebenheiten zu denken" hergestellte Übersetzungen aus dem Spanischen sind, denn sie leiden alle an ähnlichen Symptomen sprachlichen Unvermögens.
nun, so viel nur, ohne ins Detail zu gehen (denn: wozu Zeit investieren, um den schlechten Text eines Autors zu untersuchen, der gerne nimmt, zu geben aber nicht willens, wahrscheinlich auch nicht fähig ist); womit - neben einem Unbekannten, Herrn ruelfig und Herrn Yannick - meine Wenigkeit als vierter gegen Dutzende(?), Hunderte(?), Tausende(?) zufriedener oder gar begeisterter LeserInnen steht. mag sein, jener Dichterfürst hatte doch recht, als er vor vielen Jahren ausrief:
Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen!
lost

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yannick.scherer
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Hallo Retep,
du wolltest also das Verhältnis Chef - Untergebener darstellen. Ja, zu so einer Geschichte passt die Pointe am Ende dann auch wieder. Nur dass der Chef eben nicht nur ein Großkotz ist (er hätte ja auch mit einer teuren Uhr angeben können oder dem neuen Cabrio vor der Tür, einem Whirlpool vielleicht), sondern eine auf etremste Art und Weise radikale Weltanschauung vertritt, macht das ganze zunichte. (Ich weise hier nochmal auf den unterstrichenen Satz in meinem vorhergehenden Beitrag hin.)
Du hast ja gesagt, diese Geschichte wäre in einem fernen Land "so ähnlich" passiert - ich muss sagen, es verstört mich ein klein wenig, dass du, der ja der deutschen Geschichte zumindest nahe ist, nicht erkannt hast, dass hier nicht das Verhältnis Chef - Untergebener Anlass zur Sorge und Gegenstand des Konfliktes ist.
Kannst du mir das spanische Original als PM schicken?
Yannick

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Retep²
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Ach lost,
der Spruch gefällt mir:
"Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen! "
Es gibt auch noch anderes:
Si tacuisses, philosophus mansisses.
und herzlichen Glückwunsch zu deinen tiefenpsychologischen Kenntnissen!
Einen wunderschönen Tag wünsche ich dir noch und pass auf deine Gesundheit auf, zu starke Erregung kann schaden.
Retep

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Retep²
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05.07.2009, 16:24 / 2 x geändert
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Das spanische Original habe ich nicht nicht hier, ich kann es dir frühestens im März zuschicken. (Von November bis Ende Februar bin ich immer in Südamerika, habe da ein Häuschen am Meer und versuche dem Winter hier zu entfliehen).
Gruß
Retep

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lost
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wie kommst du nur darauf, man brauche "tiefenpsychologische Kenntnisse", um festzustellen, dass (d)ein Text nichts taugt? mit deinen "tiefenpsychologischen Kenntnissen" allerdings scheint es ja nun nicht gerade zum besten zu stehen, denn was gibt dir Anlass zu der Vermutung, ich sei erregt? bist du etwa getroffen, da du so winselst? immerhin hast du aber wohl - womit ich zugegebenermaßen gar nicht rechnete - die eine der beiden Pointen meines Kommentars verstanden. die andere offenbar nicht.
lost

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Retep²
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Ich bezog mich auf deine Aussage:
"der gerne nimmt, zu geben aber nicht willens, wahrscheinlich auch nicht fähig "ist);
Die hat mit dem Text nichts zu tun.
Retep

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yannick.scherer
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05.07.2009, 18:12 / 2 x geändert
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Was lost damit meint, ist, dass die Kommentar-Regeln besagen, dass deine eigenen Beiträge "in einem gesunden Verhältnis zu Deinen eingestellten Gedichten und anderen Texten" stehen sollen, du aber eine ganze Reihe von Texten veröffentlicht hast, ohne dich auf nennenswerte Art und Weise zu den Werken anderer zu äußern. Das ist schade.
Und jetzt mal ganz nebenbei (halt es mir bitte zugute, dass ich bisher immer freundlich war): Nur weil etwas nichts mit dem Text zu tun hat, heißt das nicht, dass man sich nicht damit befassen kann. Du wirst im ganzen deutschsprachigen Web wohl kein Forum finden, wo du so viel lernen kannst wie hier. Und dazu gehört sicherlich auch, ab und zu in den Spiegel zu schauen.
Yannick

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lost
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Ich bezog mich auf deine Aussage:
"der gerne nimmt, zu geben aber nicht willens, wahrscheinlich auch nicht fähig "ist);
Die hat mit dem Text nichts zu tun.
Retep, es macht mich staunen, wie empfindlich und korrekt du darauf achtest, ob (m)eine Aussage mit dem Text zu tun hat oder nicht, zumal du selbst nicht unbedingt mit gutem Beispiel vorangehst. deine Reaktion nämlich auf zwei vielleicht zwar ironisch getönte, jedoch durchaus textbezogene und insofern ernst zu nehmende Kommentare, welche zum einen inhaltliche (ruelfig), zum anderen formal-stilistische (lost) Probleme und Schwächen deines Schreibversuches anmerkten, ohne jedoch dich als Person oder Menschen anzugreifen, bestand in eher hilflos anmutenden, wenig überzeugenden, irritierend unangenehmen Versuchen, die beiden Kommentatoren zu provozieren bzw. ihre Ausführungen lächerlich zu machen mit "Aussagen", die äußerst wenig "mit dem Text zu tun" hatten - es sei dir hiebei zugute gehalten, dass ein Text wie dieser freilich schwer zu verteidigen ist; wer einer Kritik nichts entgegenzusetzen hat, entweder weil er sie gar nicht begriff, oder auch, weil es an Gegenargumenten ganz einfach fehlt, versucht natürlich, davon abzulenken durch "Aussagen", die "mit dem Text nichts zu tun haben" wie: "Ich denke, es wäre sinnlos, auf deine Argumente näher einzugehen." - "Ich freue mich über jeden Kommentar, wenn er konstruktiv ist, sich mit dem Text beschäftigt und nicht mit pseudopsychologischen Schlüssen über den Autor ." - "herzlichen Glückwunsch zu deinen tiefenpsychologischen Kenntnissen!" - "pass auf deine Gesundheit auf, zu starke Erregung kann schaden."
es ist natürlich nur allzu verständlich, wenn jemand, argumentativ vollkommen in die Enge getrieben, sich so zu retten versucht.
mit besten Wünschen für einen beschaulichen Sonntagabend
verbleibe ich
lost

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yupag
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Hallo!
Über den etwas mühsam konstruierten Bezug zur Rassenpolitik des dritten Reiches möchte ich mich nicht weiter äußern, dazu ist genug gesagt geworden. Ich sehe das etwas zwiespältig, könnte mir aber vorstellen, dass es so etwas in Südamerika gibt. Ich weiß aber nicht, ob der Bezug, so wie er in der Geschichte hergestellt wurde, sehr glücklich ist.
Was mich stört, ist der Arztbesuch, d.h. der Termin zu diesem Besuch. Ist es wirklich denkbar, dass ein 18jähriger Schnösel, der vermutlich nicht viel Geld hat und froh sein sollte, eine Anstellung zu haben, einen Arztbesuch auf diese Weise anführt und damit herumjongliert? Kann er sich erlauben, so mit seinem Chef umzugehen, obwohl, was verständlich ist, er ihn nicht leiden kann?
Als Satire hättest du es noch weiter ausbauen können. Er provoziert den Chef, um die Kündigung zu bekommlen und um dann froh und vergnügt von suüdamerikanischem Hartz IV zu leben.
Gruß yupag

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Retep²
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Hi Yupag,
-der Bezug ist für einen Text, der in Deutschland veröffentlich wird, nicht glücklich.
- in etlichen Ländern Südamerikas ist ein Arztbesuch kostenlos, man muss aber genau die Zeit einhalten!
- Hartz IV oder Ähnliches gibt es in den meisten Ländern Südamerikas nicht.
Überarbeitet werden muss die Geschichte auf jeden Fall.
Danke für deine konstruktiven Anmerkungen.
Gruß
Retep

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yupag
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Das mit Hartz IV war natürlich nur sinngemäß, als satirische Pointe gedacht. Aber vielleicht solltest du dem Protagonisten einen anderen dringenden Termin verpassen, Arztbesuch in diesem Zusammenhang klingt für mich irgendwie komisch. yupag

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Retep²
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Arztbesuch ist in diesen Ländern der einzig wichtige Termin.
Könnte nur noch die Beerdigung seiner Mutter anführen.
Retep

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k.thomas
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Wäre die Geschichte ein Fußballspiel, so hätte Pepe 1:2 verloren.
Er verliert seinen Arbeitsplatz -> 0:1
Dann schießt er ein Eigentor: auf die plumpe Beleidigung, dass er bei seiner Kopfform ja nur dumm sein kann, hätte eine brilliante Antwort erfolgen müssen, die diese widerliche Nazi-Ideologie ad absurdum führt. Stattdessen kommt nur etwas Dummes, so daß Jorge sich auch noch bestätigt fühlen muß. -> 0:2 ( Hätte ich meinem schelmischen Helden nicht angetan )
Immerhin erreicht er seinen Arzttermin, obwohl Jorge seine Reden für wichtiger hält -> 1:2
Wie wäre es mit 3:0 für Pepe ? Er gibt eine solche Antwort, daß Jorge sein Nazibuch in den nächsten Mülleimer schmeißt, er behält trotzdem seine Arbeitsstelle ( oder erhält deswegen eine neue, bessere ) und er hält seinen Arzttermin ein.

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kirmesbollo
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16.09.2009, 18:43 / 1 x geändert
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hallo retep,
ich bin lange um die kleine geschichte rumgeschlurft und hab mich gefragt, was mich daran stört. du schreibst, es ginge um das verhältnis des cheffe zu seinem „untergebenen“. klar, da ist das spannungsfeld zwischen den protagonisten, das grundsätzlich für die für eine lesenswerte geschichte nötigen konflikte sorgt. ich habe mich (ist ja klar) auch sofort auf die seite des geschundenen arbeitssklaven geschlagen, da gibt's nix. doch im verlauf der geschichte verliert der „held“ allmählich an sympathie für mich als leser, da seine gedanken, so verständlich sie auch sein mögen, verbittert und eher phantasielos erscheinen. der gipfel ist dann die geistreiche eröffnung seiner sportlichen verbindung mit der frau des cheffe. das ist für mich kein „pfiffiger“ jugendlicher. damit hätten wir dann zwei (für mein empfinden) unsympathische protagonisten, die leider dann auch die einzigen im plot sind. da weiß mein leser-identifikationsbedürfnis nicht wohin und ich denke mir: okay, ein besserverdienender rassehygienefreak gegen einen working class hero, der außer seiner steherqualitäten nix herzuzeigen weiß, um dem kapitalismus die stirn zu bieten. mir ist es egal wer dabei gewinnt, ich als leser gewiss nicht so sehr. mag sein, im rahmen einer längeren erzählung könnte man die kontrahenten so aufeinander loslassen, da müsste man dann aber mehr über die vita der prots erfahren. so ist es einfach sehr plakativ und viel zu früh versucht mich der text festzulegen, wer denn da der good bzw. bad guy ist. die geschichte traut dem leser zuwenig zu, das ist es, was ich in bündiger essenz resümieren würde.
nix für ungut & goldene zeiten im lichte wünscht: der bollo

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Retep²
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Hallo kirmesbollo,
du schreibst:
"die geschichte traut dem leser zuwenig zu, das ist es, was ich in bündiger essenz resümieren würde."
- da ist was dran, aber es kommt auf den Leser an, manchem kann man wohl wesentlich mehr zutrauen, als ich es in meinem Geschichtchen mache.
Danke für deine Rückmeldung.
Gruß
Re
P.S.: "goldene zeiten im lichte wünscht: der bollo"
- ein guter Wunsch!

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augustine
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16.09.2009, 20:28 / 1 x geändert
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Also, ich wollte den Herrn Peter ja wirklich nicht mehr wahrnehmen. Schreiben kann er, wie ich meine, nur mäßig, kommentieren aber unmäßig schlecht - leider auch unaufrichtig.
Ich meine dies:
"die geschichte traut dem leser zuwenig zu, das ist es, was ich in bündiger essenz resümieren würde."
- da ist was dran, aber es kommt auf den Leser an, manchem kann man wohl wesentlich mehr zutrauen, als ich es in meinem Geschichtchen mache. Das in Zitatzeichen schrieb der kirmesbollo, das nur Kursivierte du.
Der bollo hat da - sehr nachsichtig-freundlich - ein Resumé gezogen, das eigentlich heißt (ich hoffe, er fühlt sich so angemessen wiedergegeben): du, Retep, schreibst lauwarme, wenig eigenartige, aus Banalitäten konstruierte Geschichten; das haben ja andere auch so eingeschätzt, wie du lesen kannst. -
Aber der Herr Retep dreht ihm das Wort im Mund um und schreibt nun sinngemäß: wenn du, bollo, mehr wahrnehmen könntest, könnte ich, Retep, auch differenzierter schreiben.
Ich glaube nicht, dass irgendwer hier diese deine Selbsteinschätzung teilt.
augustine
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Retep²
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17.09.2009, 05:18 / 1 x geändert
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"wenn du, bollo, mehr wahrnehmen könntest, könnte ich, Retep, auch differenzierter schreiben."
- das habe ich nicht geschrieben und in diesem Sinne waren meine Ausführungen nicht gemeint.
Retep

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augustine
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17.09.2009, 14:40 / 2 x geändert
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Wie geht denn hier wiederum jemand mit Sprache um, der angeblich mit Sprache umgehen kann?
Das entscheidende Wort, nämlich "sinngemäß", zitiert der Herr Peter nicht mit; das ist wiederum unaufrichtig, lügnerisch etc. In seiner Formulierung "in diesem Sinne" finde ich das auch nicht wieder.
Ich möchte aber dafür plädieren, diesen Faden zu schließen. Solche albernen Auseinandersetzungen haben wir hier nicht nötig.
augustine

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ruelfig
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Och nö, nicht schließen. Das Schöne an der Meinungsfreiheit ist doch, dass jeder Depp berechtigt ist, seine Dämlichkeit öffentlich spazieren zu führen zur heimlichen Freude der Zuschauer. Dies ist natürlich nicht bezogen auf konkrete Beiträge.

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