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ruelfig
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In Kunduz, um die Mittagszeit,
ist die gesamte Truppe breit.
Der Webel liegt bekifft im Feld,
um ihn herum versinkt die Welt,
gehüllt in eine Fahne
aus Eins-A-Schwarzafghane.
Ein Großteil der Soldaten,
verfiel den Opiaten.
„So dankt uns der Afghane,
für Frieden und Banane!“
- Herr Führungsoffizier
seufzt in sein zehntes Bier.
Sein Leutnant stopft sich eine Pfeife,
geschmacksverstärkt mit Rosenseife.
Dann hängt er, im Delirium,
sich eine blaue Burka um.
Und da er nun mehr friedlich denkt,
hat er bald sein MG verschenkt.
Dem höchsten General,
ist alles Scheißegal.
Wenn morgens er zwei Chillum pafft,
fehlt ihm für weiteres die Kraft.
Statt Feinde zu besiegen,
bleibt er noch etwas liegen.
Doch heimwärts die Soldatenmaus,
sie weint sich ihre Äuglein aus.
Denn von der Post, die kommt von dort,
versteht sie nicht ein halbes Wort.
Ein einziges Gewaber,
ein Ohnesinngelaber.
Denk daran, Braut des Gemeinen:
Besser halt ihn hier, den Deinen!
Weil, wenn er erst in Kunduz ist,
er ganz bestimmt auch dich vergisst.
Entrückt aus dieser Welt:
„Verschwand bedröhnt im Feld.“

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Gretchen
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ohmannmannmann ruelfig, du gnadenloser reimer, da hast du aber reingelangt ins stoffregal und eine erlesene combo zusammengetextet. darf man das? ist das politisch korrekt? mit sonn' thema scherzen? also ich weiß nicht ... muss aber gestehen, dass ich's gleich mehrmals gelesen hab, macht nämlich irgendwie backsteinbock (mir), und der brückenschlag schließlich zur braut in der heimat: das ist der goldene emo-schuss mitten ins leserinnenmäuseherz. wer da nicht weint oder wenigstens feuchte augen kriegt, ist selber schuld.
schönen wolkenlosen tag noch: die Kröte

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ruelfig²
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Hallo Gretchen,
darf man das? Ja! Man muss sogar. Schön, dass ich dein Emoherz erreichen konnte.
Smoke for peace,
R

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Jolante
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Das mit schwarzhumoriger Tinte hingekleckste Spottgedicht auf den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan erscheint auf den ersten Blick respektlos und vielleicht auch zu oberflächlich angesichts der heiklen Thematik. Aber, wie ich finde, ist es gerade die Respektlosigkeit, die den Blick öffnet und zum genaueren Hinsehen zwingt. Während man zunächst geneigt ist, über die "Bedröhnung" der Soldaten zu lachen, bleibt einem das Lachen doch schnell im Halse stecken. Zu bittergallig ist das, was einem beim Nachdenken aufstößt. "Humor hat, wer trotzdem lacht", sagt ein Sprichwort. Wenn überhaupt, so verstehe ich die flotten Reime in diesem Sinne. Kritik wirkt oft stärker, wenn sie (vermeintlich) leicht verpackt ist.
In die Runde grüßt
Jolante

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ruelfig²
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Hallo Jolante,
danke für deine Antwort. Ja, so wollte ich es verstanden wissen. Respektlosigkeit kann den Blick frei machen.
Grüße,
R

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Tibor
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Guten Tag,
ruelfig
Eine gekonnt charmant boshafte Mischung aus Apollo und Mephisto -
Aristophanes und Eulenspiegel in einem Aufguss -, vorzüglich!
Mit freundlichem Gruß
Tibor

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ruelfig²
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Hallo Tibor,
entschuldige bitte die späte Antwort. Danke für deinen Kommentar. Schön, das es gefiel.
LG,
Ruelfig

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