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      Schmetterling



Einleitung

   25.05.2009, 22:29



Hallo,

würde mich über ein wenig Kritik zu dem Ausschnitt freuen.
Der Text ist die Einleitung zu einer Erzählung an der ich gerade arbeite.

Schmetterling




„Ich möchte euch von meinem Leben erzählen.“
Einen Moment lang hing dieser Satz in der Luft, fast schien es so als wolle niemand verstehen was damit gemeint war.
Doch der Mann, Alejandro, dessen Gesicht nur schwach von dem Lagerfeuer in unsere Mitte erhellt war, beachtete das kaum und sprach einfach weiter, als ob er nicht wüsste, welche Hoffnungen, welches Entsetzen seine Worte auslösten.
„Seit wir uns das erste Mal getroffen haben, waren unsere Geschichten und unsere Vergangenheit ein verbotenes Thema. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn wir jeden Tag und jede Nacht zusammen verbringen so haben wir uns doch nie richtig kennen gelernt.
Oft kann ich die Bedrücktheit spüren die sich ausbreitet wenn die Nacht kommt, kann sehen wie ihr vergeblich versucht eure unliebsamen Gedanken abzuschütteln. Doch helfen kann ich euch nicht dabei. Zu groß ist die Angst etwas Falsches zu sagen, oder euch mit einer harmlosen Frage zu verschrecken.
Deshalb möchte ich heute das Schweigen brechen, welches zum einen der Grundstein unserer Beziehung ist, uns aber anderseits auch in der eigenen Gemeinschaft zu Unbekannten macht.
Doch bevor ich beginne, möchte ich euch noch warnen: meine Geschichte ist nicht schön, stattdessen sie ist grausam. Ich kann verstehen wenn ihr nach meiner Erzählung nichts mehr mit mir zu tun haben wollt, und sollte dass der Fall sein werde ich natürlich unsere Siedlung verlassen.“

 

      zuppanova



Einleitung

   26.05.2009, 11:06



Für Dich, Schmetterling, in aller Bescheidenheit, ein kleiner Crash-Kurs in Satzzeichensetzung.
(Es kann ja nicht schaden, wenn man zunächst einmal wenigstens die Äußerlichkeiten einigermaßen im Griff hat.)


Haupt- und Nebensätze werden durch ein Komma getrennt. Grundsätzlich kann man Nebensätze an drei unterschiedlichen Wortgruppen erkennen und damit recht schnell herausfinden, ob ein Komma gesetzt werden muss:

[1] Relativpronomen - der, diese, welche etc.
Beispiel: Der Text ist die Einleitung zu einer Erzählung, an der ich gerade arbeite.

[2] Konjunktionen und Subjunktionen - damit, weil, deshalb, da, wenn, dass etc.
Beispiel: Oft kann ich die Bedrücktheit spüren, die sich ausbreitet, wenn die Nacht kommt.

[3] w-Wörter - wann, weshalb, wie, wessen etc.
Beispiel: Oft weiß man gar nicht genau, weshalb man etwas schreibt. Hauptsache, man weiß, wann man aufhören muss. Die Einleitung war ganz so geraten, wie einige es geahnt und befürchtet hatten: platter Auftakt zu einer weiteren naiven Teeny-Fantasy-Geschichte.


Freilich, um jetzt etwas auszubessern, müsstest Du Deinen Text tatsächlich noch einmal durchlesen ...

"... noch nie habe ich einen selbst geschriebenen Text durchgelesen. Noch nicht einmal bei den Deutsch-Schularbeiten in der Schule kann ich mich dazu durchringen ihn nur auf Rechtschreibfehler zu korrigieren." (Zitat Schmetterling)

LG, zuppa

 

      augustine



Einleitung

   26.05.2009, 15:10 / 1 x geändert



Da isser ja doch nun sehr schnell, dein Text, Schmetterling, um den du so viel Aufhebens gemacht und zu dessen Hierher-Stellung du dich (oder wen?) zuvor so demütig als jugendliche Lernende angezeigt hast.
Vielleicht hast du bei deinem vielen Lesen hier auch dies gelesen, ein Spiel mit dem Anfang eines veröffentlichten Textes: http://www.literature-online.de/thema650...Christoph+Hein. Wenn nicht: es würde nichts schaden, das noch zu tun.

Nach zuppas Elementarkurs in Zeichensetzung kann ich mich auf ein paar inhaltliche Anmerkungen beschränken:

(1) Wenn du an einem Text arbeitest, musst du ihn doch notwendig immer wieder lesen. Da die Einleitung nun ein besonders wichtiger Teil eines Textes ist (warum, das müsstest 'du' wissen), ist deine Einleitung zur "Einleitung" peinlich widersprüchlich zu deiner eitlen Bemerkung, die zuppa unten zitiert hat. (Man darf solche Bemerkungen schon machen, aber dann müsste das Geschriebene fehlerlos sein.)

(2) Da verbringen Menschen, Männer ja wohl ("Alejandro"), jeden einzelnen Tag, jede einzelne Nacht zusammen (hmm; Gefangene? aber: Lagerfeuer, eine Gemeinschaft) und haben jeder eine "Vergangenheit" und in ihrer Erinnerung "Geschichten", die zwar keiner vom anderen im Einzelnen kennt, von denen aber alle wissen, dass sie eigentlich verschwiegen werden müssen, damit diese "Gemeinschaft" in dieser "Siedlung" bestehen bleibt. - Dass da nun noch niemals, z. B. unter Alkohol und/oder weil Streit aufgekommen ist, etwas erzählt worden ist, halte ich für eine unwahrscheinliche Konstruktion (die spricht nun doch wieder für dein jugendliches Alter).

(3) Was mir einfiel, verwerfe ich gleich wieder: da säßen nach Südamerika entkommene NS-Schergen oder -kommandeure (auch: "Alejandro"); aber säßen die um ein "Lagerfeuer"?

Hier höre ich auf.

Schade, "Schmetterling", ich habe dir und deiner Darstellung im anderen Faden mehr geglaubt als nicht geglaubt, habe vermutet: nach längerer Zeit käme vielleicht ein vielleicht beeindruckender Text. So aber ...
Es war jedenfalls eine besonders geschickte Art, Informationen zu sammeln.
Vielleicht solltest du doch anders als schreibend über die Dinge zu kommen suchen.
augustine

 

      Schmetterling²



Einleitung

   26.05.2009, 21:06 / 1 x geändert



Hallo!

Eines mal vorweg:
Natürlich habe ich meinen Absatz hier schon einige Male durchgelesen und auch schon korrigiert.
Und auch jetzt werde ich meine Satzzeichensetzung nocheinmal durchsehen, da, wie zuppanova richtig bermerkt hat, noch einige Fehler vorhanden sind.
Meine von zuppanova zitierte Aussage bezieht sich auf vollständige Texte, da auch mir klar ist, dass es für mich unmöglich ist, einen fehlerfreien Text zu schreiben. Auch um bei einer bereits begonnen Erzählung weiter zu schreiben, muss ich den letzten geschriebenen Absatz lesen.
Dennoch habe ich noch nie einen meiner eigenen Texte so (von vorne nach hinten) gelesen, wie ich es eben von einem fremden gewohnt bin.

Einen Dank an dich, zuppanova, für die Erleuterung dieser Regeln für die Satzzeichensetzung. Auch wenn diese mir geläufig sein sollten, so habe ich doch meine Schwierigkeiten damit.
Aber ich werde, wie gesagt, den Text noch einmal durchsehen.

Zum leichteren Verständnis des Textes, möchte ich noch schnell erklären worum es eigentlich geht.
Ich habe begonnen die Erzählung aufgrund einer Deutsch Hausübung zu schreiben.
Und zwar hat alles in Spanien seinen Beginn, zu Zeiten von König Philipp II. Einige Leute beschließen das Land für immer zu verlassen und stechen in See. Unter diesen Leuten sind sowohl Arme als auch Reiche. Einige haben schlimme Erinnerungen, andere flüchten vor der Krone, und auf manche trifft wohl beides zu.
Alejandro ist unter diesen Leuten. Nun war es unsere Aufgabe, ihn am allnächtlichen Lagerfeuer als Erster seine Geschichte erzählen zu lassen.

Nun, ich hoffe, ich habe ein wenig Klarheit im Bezug auf den Hintergrund der Einleitung schaffen können.
Und wo ich gerade dabei bin, könnte ich auch noch erklären wieso es zum schnellen Herzeigen des Textes gekommen ist.
(1) Wie schon gesagt, es war eine Schulaufgabe
(2) Es ist nur ein Absatz
(3) Wegen einem privatem Problem brauche ich eine gute Kritik, eben wegen solcher Fehler wie der Satzzeichensetzung.


"Vielleicht solltest du doch anders als schreibend über die Dinge zu kommen suchen."

Hm, das denke ich nicht.
Mag sein, dass meine Texte nicht gut sind, sonder schlecht. Vielleicht bin ich ein hoffnungloser Fall. Mag auch sein, dass meine Texte keinen tiefgründigen Sinn haben, und auch der Zusammenhang nicht stimmt.
Doch das ist mir alles nicht so wichtig, denn was zählt ist, zu lernen wer ich bin, wer ich sein kann. Zu wissen was in mir vorgeht.
Meine Texte sind eher ein Nebenprodukt, etwas das durch Zufall entsteht wenn ich den Weg zu mir selbst beschreite. Denn auf diesem Weg zählt nicht WAS ich schreibe, es zählt DAS ich schreibe.
Na klar, es würde mich freuen wenn sie annehmbar oder gar gut wären, doch wenn es nicht so ist und auch nie so werden wird, auch dann werde ich schreiben.
Es ist das Einzige, dass mir hilft.

Schmetterling

 

      zuppanova



Einleitung

   27.05.2009, 00:10



Schmetterling, dass Schreiben das einzige ist, was Dir hilft, das ist schön für Dich. Manchen hilft ja gar nichts. Und dass es für Dich auf Deinem Weg nicht zählt, WAS Du schreibst, sondern DASS (hier mit doppel-s) Du schreibst, ist in Ordnung und auch schön - für Dich. Wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich UNBEDINGT auf diese innere Stimme hören, die da "Nicht herzeigen!" sagt.

So, und zum Abschluss noch ein wenig Hausaufgabenhilfe:

„Ich möchte euch von meinem Leben erzählen.“
Einen Moment lang hing dieser Satz in der Luft, fast schien es so, als wolle niemand verstehen, was damit gemeint war.
Doch der Mann, Alejandro, dessen Gesicht nur schwach von dem Lagerfeuer in unserer Mitte erhellt war, beachtete das kaum und sprach einfach weiter (hier kein Komma) als ob er nicht wüsste, welche Hoffnungen, welches Entsetzen seine Worte auslösten.
„Seit wir uns das erste Mal getroffen haben, waren unsere Geschichten und unsere Vergangenheit ein verbotenes Thema. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn wir jeden Tag und jede Nacht zusammen verbringen, so haben wir uns doch nie richtig kennen gelernt.
Oft kann ich die Bedrücktheit spüren, die sich ausbreitet, wenn die Nacht kommt, kann sehen, wie ihr vergeblich versucht, eure unliebsamen Gedanken abzuschütteln. Doch helfen kann ich euch nicht dabei. Zu groß ist die Angst, etwas Falsches zu sagen, oder euch mit einer harmlosen Frage zu verschrecken.
Deshalb möchte ich heute das Schweigen brechen, welches zum einen der Grundstein unserer Beziehung ist, uns aber anderseits auch in der eigenen Gemeinschaft zu Unbekannten macht.
Doch bevor ich beginne, möchte ich euch noch warnen: Meine Geschichte ist nicht schön, stattdessen ist sie grausam. Ich kann verstehen, wenn ihr nach meiner Erzählung nichts mehr mit mir zu tun haben wollt, und sollte das (hier nur ein s) der Fall sein, werde ich natürlich unsere Siedlung verlassen.“


zuppa

 

      Gerd



Einleitung

   27.05.2009, 03:19



Hallo Schmetterling,

Deine vorherigen Diskussionsbeiträge ließen mich anderes erhoffen. Die dortige Frische und Lebendigkeit finde ich hier leider nicht übertragen. Nun, Freunden etwas herzuzeigen fühlt sich sicher anders an - im geschützten Raum. Ich möchte nicht gerne glauben, dass Deine Zurückhaltung Masche war, darum Respekt für Deinen Mut. augustine und zuppa haben sich dankenswerter Weise bereits recht detailliert Deiner „Einleitung“ angenommen und die Finger, unter Anwendung von Anaesthesin-Salbe, in die Wunden gelegt. Oh ja, elementares beansprucht noch deutlich Deine Aufmerksamkeit.

Solange Dein Schreiben lediglich Therapieansatz verfolgt, ist es auch aus meiner Sicht weder für die Öffentlichkeit bestimmt noch geeignet und sollte darum bei Dir bleiben. Erhebst Du eines Tages einen höheren literarischen Anspruch an Dich selbst, dann ist es für Dich an der Zeit, Deine Texte intensiv zu Bearbeiten. Und was Du dann vielleicht einmal auf diesem Felde zu leisten vermagst, darüber möchte ich mir heute noch kein Urteil anmaßen.

Unser kleiner Lyrikplanet ist ein Forum für Literatur und Germanistik. Für Nachhilfeunterricht in Orthografie, Interpunktion und Grammatik wirst Du jedoch dauerhaft kaum Bereitschaft finden. Wenn Du einen umgänglichen Deutschlehrer hast, wäre es sinnvoll, sich mit diesem in einem persönlichen Gespräch zu deinen Schwierigkeiten auszutauschen. Ist dies keine Option, dann gibt es zahlreiche Nachhilfeangebote, sicher auch bei Dir vor Ort, wo man Dich wesentlich gezielter und ergebnisorientierter unterstützen kann. Viel lesen halte ich grundsätzlich für äußerst hilfreich, gerne auch hier.

Grüße in die späte Nacht

Gerd




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