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      Maddin=)



Prolog

   21.04.2009, 23:18



Meinungen sind immer gefragt =) :


Chaos.



In meinem Kopf befinden sich Bilder, nahezu freigewordene Abzüge der Realität;
Erinnerungen.
Utopien wie Dystopien.
Sie ähneln dem Himmel : ewig, stumm; immer in meiner Nähe ...
Doch was ich sehe, sind viel mehr nur die Sterne, die mich noch immer mit dem glänzend-funkelndem Licht eines nie-enden-wollenden Augenblicks anstrahlen, obgleich sie schon vor Jahrmillionen aufgehört haben zu existieren.
Ich sehe die Menschen – Männer wie Frauen - aber ich schaue sie nicht an; es ist eher ein Hineinschauen, nicht, dass ich wüsste, was in ihnen vorgeht: sie bewegt oder erstarren lässt, nein, viel mehr erblicke ich sie – und finde doch wieder nur den einen immergleichbleibenden Menschen.
Ihre Augen haben eine besondere Farbe: engelsgleich, als hieße ihr Vater Michael und ihre Mutter Aphrodite.
Sie sind weit – in ihnen implodiert das Universum, das Allmächtige, jenes unendlich Große und unendlich Gütige; jede Nuance ihrer Iris betört mich,schreit mir stumm eine Geschichte entgegen und verleiht mir die Wärme eines jeden einzelnen Hochgefühls dieser Erde, während ihre Tränen schweigen.
Was sollen sie auch flehen, betteln oder reden – es nützt ja eh nichts; sie suchten einst den Weg nach draußen - vergeblich - erst durch den Mund,nun durch die Augen.

 

      Gretchen



Prolog

   22.04.2009, 07:20



naja, typischer frühlingstext: der stil blüht so heftig, dass keinem faselallergiker die tränen schweigen ...

 

      Mary Poppins



Prolog

   22.04.2009, 08:43



ist sehr viel hinein geshcrieben in den Text , was man nachdeneken kann - velleicht so noch kuerzen und bishcen umstellen und zentriren ?


In meinem Kopf Abzüge der Realitaet.
Sie aehneln dem Himmel : ewig, stumm;
wie schon vor Jahrmillionen engelsgleich.
In ihnen implodiert das Universum.
Sie suchten einst den Weg nach draußen -
erst durch den Mund, nun durch die Augen.
Was sollen sie auch flehen,
betteln oder reden:
Ein Fluegelschlag - und hinter uns Aeonen!
Es nuetzt ja eh nichts.


und dann beginnt shcoene Geschihcte nach den "Prolog im Himmel " wie bei den Faust ;-)

viele Gruesse Mary P.

 

      zuppanova



Prolog

   23.04.2009, 09:23



Grüss Dich, Maddin.

Nach dem Frühlingspollenallergikerkurzkommentar von Gretchen und dem launigen Reduktionsvorschlag mit Goethe-Inlay von Mary Po möcht ich auch ein paar Sätze zu Deinem Text sagen. Überzeugen, das gleich vorab, konnte dieser mich leider nicht. Aber er steht ja auch unter Entwürfe.

Einige konkrete Details:

- Ein Problem ist, dass die Zusammenhänge häufig unklar sind und der Text dadurch sehr zusammengestückelt wirkt. "Sie sind weit" - wer ist weit? Die Menschen? Der Erzengel Michael und Aphrodite? Die Augen? Ebenso bei "Was sollen sie auch flehen, betteln oder reden" und "sie suchten einst den Weg nach draußen" - wer ist da gemeint? Ja, die Menschen wohl - oder sind es doch die Bilder im Kopf, oder die Geschichten? Es könnten auch der Erzengel und die Liebesgöttin flehen und suchen oder die Augen oder die Sterne; sprachlich ist das ganz unbeholfen, ungelenk, da fehlt der klare Bezug; das nimmt dem Text jeden Fluss und macht das Lesen mühsam. Daran solltest Du arbeiten.

- Was genau sind "nahezu freigewordene Abzüge der Realität"? Dieses Bild bleibt für mich leer, ich finde keine Aussage darin.

- Das Oxymoron "schreit mir stumm ... entgegen" ist wirklich abgenutzt; das stumme Schreien wird (meist in eher nicht gelungenen Texten) so häufig gebraucht, dass es keine Kraft mehr besitzt und eigentlich nur noch komisch wirkt.

- Die Personifikation "schweigende Tränen" finde ich problematisch. Generell sollte man aufpassen bei der Personifikation von Körperausscheidungen/Körpersekreten, weil das leicht ins Komische, Parodistische driften kann; stell Dir z.B. nur einmal schweigende Kotze vor oder schreiende Scheiße oder redseligen Schweiß oder flüsterndes Ejakulat oder kicherndes Ohrenschmalz - wie auch immer: Die schweigenden Tränen kitscheln. Es gibt eine alte Schnulze mit dem Titel "Es geht eine Träne auf Reisen" - daran erinnert mich das.

- Kann eine Farbe "engelsgleich" sein? Unmöglich ist ja nichts, doch für mich entsteht hier kein Bild. Hinzu kommt dann noch die Erklärung für das Attribut engelsgleich: die besondere Augenfarbe des Menschen als Erbteil vom Vater, dem Erzengel Michael, und der Mutter, der Liebesgöttin Aphrodite. Die Art, wie Du diesen Zusammenhang sprachlich ausführst - mit "als hieße" - wirkt (auf mich) ebenfalls sehr ungeschickt, ja, lächerlich. Sieh es mir nach, dass ich das so direkt sage.

- Insgesamt drängt sich mir als Leserin deines Textes das Bild auf, jemand habe einen Haufen Teile von verschiedenen Puzzles auf den Tisch geworfen und erwarte nun von mir, aus dem ganzen Durcheinander etwas "Bedeutungsvolles" zu machen.
Anders formuliert: Ich habe den Eindruck, dass Du versuchst, eine Menge Gedanken/Gefühle/Bilder in den Text zu packen (Überschrift: "Chaos") und diesen mittels einer Überfülle an großen und dramatischen Worten wie: Erinnerungen, Himmel, Sterne, Menschen, der Mensch an sich, Engel, implodieren, das Universum, das Allmächtige, unendliche Größe, unendliche Güte, Wärme, Hochgefühl, Tränen, schweigen, flehen, betteln besonders "tiefsinnig" und "aussagestark" zu gestalten. Aber die Worte bleiben leer und ohne konkreten Bezug, scheinen gleichsam aus der Luft gegriffen, ohne inneren Zusammenhang aneinandergereiht, hergebetet; bloße Formeln, aus denen kein lebendiges, sprechendes Gefüge entsteht, welches den Leser aufnimmt. Insofern empfinde ich "das Chaos" als misslungen.

- Zu allem Überfluss fällst Du dann am Ende plötzlich ganz unpassend in einen schnodderig-umgangssprachlichen Ton ("es nützt ja eh nichts"), was den vorhergehenden (scheinbaren) Höhenflug der Sprache vollends zum Absturz bringt - und zumindest mich als Leserin zum Schmunzeln, weil der Text sich hinter dem Rücken des Autors selbst parodiert. Spätestens an dieser Stelle ist die ganze Seifenblase geplatzt (das Parodistische hat Mary Po in ihrem Vorschlag oben durch den Einbau des Goethe-Zitates noch verschärft; könnte sein, dass sie Dich damit auf etwas aufmerksam machen wollte - aber ich will hier nicht herumspekulieren).

Es tut mir leid, wenn das, was ich sage, hart klingt. Es ist nicht immer einfach, jemandem zu vermitteln, warum man mit einem Text nichts anfangen kann. Ich habe dies nun eben mit meinen Worten versucht, vielleicht kannst Du ja etwas davon aufnehmen.

Der Text weist sich als "Prolog" aus.
Dazu möchte ich Dir die Frage stellen, ob Du denn einen Entwurf oder eine Vorstellung von dem hast, was auf diesen Prolog folgen soll? Außerdem fände ich es gut, wenn Du einmal strukturiert und präzise Deine Leitgedanken zu dem Text darlegen und (gerne auch ausführlicher) beschreiben könntest, was Du damit ausdrücken und transportieren wolltest. Und - wenn ich das fragen darf - liest Du eigentlich gern?

LG, zuppa

 

      lost



Prolog

   25.04.2009, 02:02



@zuppanova

ein scharfsichtiger, zugleich doch auch einfühlsam geschriebener Kommentar zu einem auf schwülstige Weise nichts sagenden, gedanklich wirren Pathoströpfchen von einem Text. vielleicht hätte man noch dies In ihren Augen implodierte das Universum - for heaven's sake. wer möchte ein Werk lesen, das bereits im Prolog so entgleist? not me, I dare say! - erwähnen können. jedoch: "Der Text parodiert sich hinter dem Rücken des Autors selbst" - das ist äußerst treffend formuliert und sagt im Grunde alles, was gesagt werden kann.

nun darf man gespannt sein, ob und wie der offenbar nach Rückmeldungen dürstende (Meinungen sind immer gefragt =)) Autor Stellung nimmt.

expectantly, lost




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