Entfremdung · attemptare · ·


bis 16 Zeilen · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online
Marcel Frank

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Texte zitieren auf literature-online.de

welt

Kipp-Phänomene: Brillante Rhetorik

Reise durch lit-on

Mein Buchhändler

Dichte Reime

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Ein Dogma

Distanz

in die nacht

Jahrestage


 

      attemptare



Entfremdung

   13.04.2009, 00:07



Laute Lichter fressen Straßen,
Ein greller Schrei hupt durch die Nacht,
Die Hast versprüht von toten Fratzen,
Schrecken, Tollheit oder Pracht?

Der Häuser Augen blicken müde,
Der Menschen Fenster wirken matt,
Steine, Blech und Asphalt wüten,
Mütter streicheln Kinder satt!

Grüppel watscheln durch den Park.
Kahle Köpfe ernten Flaschen,
Althergebrachtes umgekehrt?

Wehmut dröhnt mir bis ins Mark.
Könnt ich nur etwas Glück erhaschen,
Wo nur ist es lebenswert?

 

      Gretchen



Entfremdung

   13.04.2009, 01:56



Hei attemptare!

Beim Lesen dieser Entfremdung fiel mir zuerst das ein:

Finster war's, der Mond schien helle
Auf die grünbeschneite Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute
Schweigend ins Gespräch vertieft
Als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

undsoweiterundsoweiter
undsoweiterunsowei-
dadatammtamm

dadatammtamm
dadatammtamm
dadatammtammdadatamm.


Dann fiel mir Heym ein:

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand
Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.


Dann fiel mir Wolfenstein ein:

Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
Ineinander, ohne Scheu befragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

Und wie still in dick verschlossner Höhle
Ganz unangerührt und ungeschaut
Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.


Und dann dachte ich noch, ob diese Grüppel, die da (nachts? tags? sowohl als auch?) durch den Park watscheln, wohl echte Krüppel sind? Und dass den kahlköpfigen Flaschenerntern der Wermut ins Hirn haut (ist es so?), während dem Sprecher die Wehmut bis ins ins Mark dröhnt - naja, meinetwegen, Augen zu und durch. Richtig hart zur Sache gehz aber in den beiden letzten Versen: Könnt ich nur etwas Glück erhaschen, / Wo nur ist es lebenswert? - boar, dafür darf attemptare direkt nen Fuffi in die Platitüdensau stecken - pro Vers. Also zwei ...

Immer suchend ("Wo nur ist es lesenswert?") grüßt Gretchen -




Views heute: 6.027 | Views gestern: 5.897 | Views gesamt: 5.493.965