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Gretchen
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Nicht oder doch?
Fühl doch mal: Mein kleines Herz
rast wie toll vor Liebesschmerz!
Tief hat mich dein Blick getroffen,
unerwartet! Darf ich hoffen,
dass du dieser Eine bist,
den man niemals mehr vergisst?
Ach, mich plagen tausend Fragen:
Schweigen? Oder doch was sagen?
Stehenbleiben oder rennen?
Lachen oder lieber flennen?
Ganz erstarren oder zucken?
Vorwärts oder rückwärts gucken?
Bisher suchte ich vergebens
nach der Liebe meines Lebens.
Das ist schlimm, doch noch viel schlimmer
ist, dass ich mich einfach immer
nie so recht entscheiden kann,
ob ich, wenn mir mal ein Mann
passend über'n Weg läuft, will -
oder nicht. Ich bin jetzt still
und beende das Gedicht,
weil: Ich kann auch diesmal nicht.
(... nix weiter Bemerkenswertes, nur so ...)

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ruelfig
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Mädchen wollen Herzen spüren
Weh! Es sind die Herren Knaben
ach! so schwer nur gernzuhaben
weil sie niemals stille stehen,
unstet ihre Blicke wehen
von der einen zu der andern
und sie weichen, schleichen, wandern.
Mädchen, pflanz in deinen Garten
keinen Buben, nimm den Spaten,
zieh ihm einen übern Dassel,
dass er nicht dein Glück vermassel.
Und wenn trotzdem was geschieht,
sing es neu, das alte Lied.
Tön in Moll vom Herzenskrampfe,
schlag dazu die Jammerklampfe.
(Look what you made me do)

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augustine
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Köstlich, köstlich, Gretchen und ruelfig! Ich kann diesen Ton nicht, genieße ihn aber und seinen Witz.
Und @ Natalie: du siehst: andere (und auch der kirmesbollo, hab' ich gerade nachgelesen) fanden deine Gedichte ebenso wie ich traurig erheiternd.
augustine

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Gretchen²
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Der Spatenschlag
Mein Lieblingsknabe schlich von hinnen,
um anderweitig rum zu minnen.
Der Mistkerl! Ich ihm hinterher!
Mit meinem Spaten, der sehr schwer
war, zog ich im Gefühlsschlamassel
ihm hemmungslos eins übern Dassel.
So hingestreckt sah er mich dann
mit einem letzten Blick tief an.
Da wurde mir - zu spät zwar! - klar,
dass ich sehr unnett zu ihm war!
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(look what you made me do. i am just a poor girl ...)

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Jolante
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01.04.2009, 12:10 / 6 x geändert
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Mein alter Knabe putzt die Fenster
und vertreibt die Schreckgespenster,
die auf meiner Seele hocken.
Er wischt mir auch die Augen trocken,
wenn sie manchmal überlaufen.
Dieser Mann ist nicht zu kaufen.
Er zieht mich stets aus dem Schlamassel.
Drum hüt`ich sorgsam seinen Dassel.
Und die Moral von der Geschicht:
Wahre Liebe rostet nicht.
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Oweiala, werde ich jetzt von den Göttern und Göttinnen in das Forum der Kitschreime verstoßen? (Meine heißen Tränen fließen.)
Es grüßt Tante Jolante

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zuppanova
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Wie gut,
wenn man nicht nur von bösen
Knaben hören oder lesen
muss. Wie gut, wenn einmal auch von treuen
berichtet wird, die wohlgeraten,
die - ohne dass frau mit dem Spaten
sie jemals schlüge - sich nicht scheuen
vor seelenzehrenden Gespenstern,
vor nassen Augen, blinden Fenstern,
ja, deren stete Dienstbarkeit
tagsüber, nachts, zu jeder Zeit
verfügbar ist.
- - - - - - - - - - So wächst mit jedem Jahre:
die Liebe auf den langen Blick, die rostfrei wahre.

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ruelfig
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Böse Knaben kriegen, was sie wollen.
Liebe Knaben kriegen auf die Fresse.
Jagt dich auf dem Dreirad durch den Stadtverkehr,
ist schon da, wohin du fliehst und kommt dir quer.
Du fragst die Polizei: Ja, was will denn der
miese Mutterficker mit dem Pumpgewehr?
Ihm macht die Welt sein junges Leben schwer,
keiner hat ihn lieb und darum rüpelt er.
Er zielt, drückt ab, hallo, da kommt nichts mehr,
mieser Mutterficker, flieh, dein Tank ist leer.
Du denkst an Rache, denkst an Gegenwehr,
wo kriegst du wohl die dickste Wumme her?
Dann stehst du endlich vor ihm und du bist wie er,
mieser Mutterficker mit 'nem Pumpgewehr.

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