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augustine
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An einem 2.2. wurde der Mann 44.
2 Wochen danach suchte und fand seine Frau den Tod,
2x2 Meter rechts unter ihm in der Garage; sein Fenster war angelehnt wie immer.
2 Monate früher schon hatte er auf Kontaktanzeigen geschrieben.
2 Jahre später hatte die neue Frau sein Kind geboren, an einem 4.4.
22 Jahre danach trennten sich die Frau und der Mann.
Ehe er 2x2x2x2x5 Jahre alt werden konnte, suchte und fand er den Tod.
Die wiederum neue Frau, an einem 2.2. erkoren,
suchte mit ihm den Tod,
aber fand ihn nicht.
augustine

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Gerd
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18.03.2009, 20:41 / 2 x geändert
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Liebe augustine,
lt. Zahlenmystik steht die 2 hier für mich in Verbindung mit Frau und Tod, die 4 für Materie und die 5 für Hermes, der die Toten in den Hades führt.
Wir haben hier fünf Protagonisten, einen Mann, 4 Frauen, davon eine seine Tochter und 3 seine Partnerinnen.
Die Trennung von der ersten Frau ist bereits für ihn vollzogen, obwohl sie noch im Haus wohnt. Da er 2 Monate vor ihrem Ableben auf Kontaktanzeigen antwortet, ist dies als mittelbare Todesursache anzusehen. Er ist ein gefühlloser Mensch und lässt offensichtlich in Hörweite zu, dass seine erste Frau Suizid begeht bzw. er sie in denselben treibt.
Die Tochter an einem 4.4. geboren ist womöglich das einzig produktive seines Lebens. In der 4 ist die 2 enthalten, das ließe den Schluss auf tote Materie zu. Sie ist evtl. ebenso gefühllos wie er - hat viele seiner Eigenschaften geerbt.
Dass sich die zweite Frau von diesem Mann trennt, stellt für mich eine lebensrettende Maßnahme dar. Doch nach 22 Jahren hat sie schon viel Tod in kleinen Dosen geimpft bekommen. Es ist sicher nicht leicht für sie, am Leben zu bleiben.
Ehe er mit 80 eines natürlichen Todes sterben kann und von Hermes in den Hades geführt wird, erledigt er sich selbst. Hier wendet sich seine Aura und negative Energie gegen ihn, wobei mir nicht recht deutlich wird warum.
Seine dritte Frau, ebenfalls unter dem Todesstern erwählt, entgeht nur knapp dem Tod, obschon sie die Selbsttötung versucht.
Der Mann ist ein höchst destruktives Element im Leben der vier Frauen und bringt sie als servus mortis jeweils dem Tod nahe bzw. führt sie diesem zu. Ein wahrhaftig schauriger Kerl in diesem Kaballa-Reigen um den Tod.
Aber vielleicht sind die Zahlen nur Klangspielerei und ich sehe wieder „weiße Schrift“, wobei es mir schwer fällt, dies zu glauben, darum auf weitere Lesarten gespannt.
Liebe Grüße
Gerd

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Gretchen
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Heia, augustine und Gerd,
jetzt hab ich den Kommentar von Gerd gelesen und bin froh, dass es den gibt. Mir fiel es nämlich schwer, einen Zugang zu dem Text zu finden, dank Gerd kann ich nun einiges entdecken, was mir zuvor verborgen war. Schwierig - im Sinne von "schwer zugänglich" oder "fremdartig" - finde ich den Text, der mir wie ein durch die Zahlen verfremdetes biografisches Kurzprotokoll erscheint, aber immer noch, rätsle vor allem an der Formulierung
Die wiederum neue Frau [...] / suchte mit ihm den Tod, / aber fand ihn nicht.
Was bedeutet das, dass sie mit ihm den Tod suchte und ihn aber nicht fand? Ist es ein Bild dafür, wie diese Beziehung funktionierte? Oder ist es wörtlich zu nehmen, also so, wie Gerd es beschreibt? Oder gilt: sowohl als auch?
... fragt das MorgenGretchen

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Jolante
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Liebe augustine,
ich müsste lügen, wollte ich vorgeben, das Zahlengedicht hinsichtlich seiner Aussage verstanden zu haben. Es reizt mich aber dahinter zu kommen, denn ich finde es recht originell. Vielleicht liegt das daran, dass ich auch schon mal bei der Ergründung meines Schicksals mit Zahlen experimentiert habe, und immer hat dabei die 2 eine Schlüsselrolle gespielt. Jedenfalls erschien mir das Zahlenspiel einigermaßen plausibel. Wir finden ja immer Begründungen, wenn wir welche brauchen, wofür auch immer. Alles hat so viel Sinn, wie wir geneigt sind, darin zu sehen. Und was ist schon wirklich? - Aber bevor ich mein philosophisches Dilettantentum hier weiter strapaziere, rätsele ich ebenso wie Gretchen an der Schlusszeile des Gedichts, die doch wohl die Pointe darstellen soll (?) herum und bin gespannt, was weitere Leserinnen und Leser (und schlussendlich auch du, liebe augustine) dazu zu sagen haben. Ein anregendes Gedicht !
In die Runde grüßt
Jolante

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Vladimir
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Da bin ich doch gespannt, was du, augustine, noch dazu sagst; ob das an irgendeiner Stelle mehr ist als "Konstrukt". Denn die Geschichte an sich reizt mich nicht, dafür ist sie zu leierhaft "erzählt" - ja eigentlich nur aufgezählt. Das kanns doch nicht sein. Höchstens so eine Verschränkung in ihr mehrerer Stränge... Und diese Zahlen - soll man jetzt daran glauben?
Verwirrte Grüße,
Vladimir

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augustine²
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23.03.2009, 20:44 / 1 x geändert
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Danke Gerd, Gretchen, Jolante, Vladimir für euer Lesen und Schreiben. (zuppa, falls du noch willst: dieser Beitrag muss ja kein Ende sein. Von lost hätte ich gern was gehört...)
Die Antwort ist einfach: die Zahlen stimmen. Sie stammen aus meiner Biographie und drumrum. Bitte, lasst euch das nicht erschrecken. Die ziemlich weit gediehene Distanz dieser Rückschau sollte durch die Überschrift angedeutet sein. Und dass ich's eben überhaupt schreiben konnte.
Liebe Grüße augustine
Nachgetragen: die Schlusszeile ist wörtlich zu nehmen.

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jottel
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06.04.2009, 09:39 / 1 x geändert
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das mag ja alles in diesem text stecken und noch mehr. aber dass das ganze dabei in einem schrecklich drögen, sprachlich unspannenden gewand daherkommt, sollte nicht unerwähnt bleiben. vielleicht ist das ja so gewollt, um den charakter eines kurzprotokolls zu verdeutlichen, etwas unterkühlt, trocken etc. daherzukommen. gut. gefallen muss es mir durch seine gewollte langeweile aber nicht. jaja, zahlenmystik. oder auch nicht. dass die zahlen tatsächlich klangspiel sein sollen, kann ich irgendwie nicht glauben.
ich frage mich, was mir das wissen, dass die zahlen mit deiner biographie zu tun haben, bringen soll.
gruß. jl.

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augustine²
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Jottel, du musst es ja nicht mögen.
Die auf Daten hin gerafften Lebensgeschichten lese ich auch bei den Widersprüchen, die jetzt gekommen sind, als eine Möglichkeit, kaum Fassbares doch wenigstens zu benennen.
Ich kann weder finden, dass der Text "leierhaft", noch dass er "dröge" ist.
"Zahlenspiele" - da erwartet man zunächst was Heiteres (wenn es nicht unter "Tod" stünde). Der Gegensatz zwischen diesem Wort und dem, was dann an Aussagen kommt (die ja alle verdammt noch mal nachweisbar richtig sind), der ist gewollt.
Übrigens war gerade der 4.4. 2009.
augustine,
die aber natürlich doch schön findet, dass du wieder hier geschrieben hast.

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jottel
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06.04.2009, 16:18 / 1 x geändert
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hallo augustine,
vielleicht ist es eine schlichte aversion gegen zahlen - die über die zwei oder drei hinausgehen oder nicht die 42 sind - in gedichten, sodass mir das ganze immer sehr erzwungen erscheint. und gleichzeitig willkürlich. gegen zahlenmystik und -bedeutung habe ich auch was.
mitunter muss ich aber sagen, dass fünf verse, die hintereinander mit der zwei beginnen, nicht gerade das erleben des textes zwingend machen. die frage ist auch, ob die zahlen bei solch einem biographischen anriss relevant sind. oder gerade durch ihr erwähnen sich der fokus aufs abhacken verschiedener daten reduziert.
interessant finde ich an dem gedicht nur zweierlei:
- das ende mit seiner andeutung einer mehrdeutbarkeit bei den pronomen.
- die präzisierende, wenngleich auch etwas sexistische formulierung: "die neue frau sein kind"
beim titel mit seiner kontrastfunktion hast du natürlich recht. habe ich übersehen.
gruß. jl.

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augustine²
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Und, jottel - mein Innerstes nach außen kehren werde ich nicht, also nicht erläutern, was das ist, was sich (wie ich immer noch finde) mit diesen Zahlenverhältnissen so erschreckend zusammenfassen lässt. -
Und der Satz, den du "sexistisch" nennst: darf man denn, was sexistisch ist oder war, nicht auch so nennen???
Gruß augustine

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jottel
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ich sagte nicht, dass du das nicht benennen darfst oder sollst. ich stellte nur fest. vielleicht kam das so nicht rüber.
und dass du dein innerstes nicht nach außen kehren willst und wirst, ist gut. hätte ja auch nichts mit dem gedicht zu tun. ich sage nur, was ich bemerke: die 2 an den versanfängen zwei bis fünf stören, ja, auch, weil sich hiernach der blick nicht auf die sprache lenken lässt, sondern das gedicht auf unterkühlt triste sätze setzt. was ich schade finden muss. schließlich transportieren (diese) zahlen das erschreckende für mich nicht.
jl

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