| |
|
kirmesbollo
|
23.02.2009, 20:55 / 1 x geändert
|
|
Ich träumte grad, da war ein Tag und alles schien mir so wie immer,
doch dann schoss Kälte in die Welt,
fror augenblicklich jedes Wort gut sichtbar in den Lüften fest.
Ich las bewegungslos Gespräche, starb - und sah mir zu dabei.
Dann war plötzlich diese Stimme, die sagte: „nimm dir eines mit,
ein Wort nur für den letzten Weg, eines was dir teuer war.“
Gelähmt, wie unter Ketamin und Wasser suchte ich danach.
Verlief mich in Trümmern aus eistoten Sätzen geräuschlos,
erfror unterwegs, schloss die Augen, erwachte.
Doch niemand lag bei mir und sagte leise:
„Du.“

|  |
augustine
|
24.02.2009, 00:01 / 1 x geändert
|
|
Hallo bollo,
ein Traum-Gedicht von der Vereisung der Welt und der Wörter, vom Sterben und sich selber dabei zusehen, von der Suche nach dem einen (dem einzigen?) wichtigen Wort: du.
Ja, es 'gefällt' mir. (Nur der Rhythmus hakt für mein Empfinden an einigen Stellen; vielleicht kannst du noch glätten; beim lauten Sprechen merkt man's am besten.)
augustine
(die sich manchmal fragt, ob sie nicht doch die Traumfetzen, so dramhappert, wie sie 'morgens' ist, aufschreiben soll; sie weiß ja: es fällt einem noch mehr ein, wenn man's dann in Prosa-Sätze fasst, erstmal; sie weiß aber auch: die Wirklichkeit des Traums ist nun mal eine eigene)

|  |
ruelfig
|
Hallo Bollo,
schön fließend beginnt dieses Gedicht und kaum hat man sich eingelesen, friert das Gefallen, die Harmonie ein, man verläuft sich und liest sich bewegungslos, bis es wieder gleitet in die entscheidende Frage.
Dein Text macht mit Gefühlen, Stimmungen genau das, was ein Gedicht sollte: es ruft sie hervor, es betrifft.
Genau diese Worte, die du gefunden hast, beschreiben genau diese Situation.
Berührt,
R

|  |
|
|