Mars1888
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Edit 26.07.2010
- Faden von Kurzgeschichten nach Entwürfe verschoben - Elise
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Vor einigen Tagen erblickte ich eine Frau und obwohl ich sie nur von hinten sah, interessierte sie mich so heftig wie selten etwas. Ich lief ihr nach und schaute zu, wie ihr Kleid und Haar mit dem Winde spielten. Generell schien mir an ihr alles spielerisch zu sein, was ihr eine wundervolle Leichtigkeit verlieh. Nachdem ich ihr eine Weile wie hypnotisiert gefolgt war, bog sie in eine kleine Straße ein. Ich beeilte mich nun um sie nicht aus den Augen zu verlieren, doch als ich in die Straße einbog, war sie nicht mehr zusehen.
Etwas missmutig und enttäuscht lief ich noch ein Stück in die von Herbstbäumen gesäumte Straße hinein. Gedankenverloren und auf meine Füße starrend, welche das bunte Laub aufwirbelten, trotte ich vor mich hin, als ich plötzlich stehenblieb, um den Tanz einiger Blätter im Winde zu beobachten. Sie taten dies mit einer spielerischen Leichtigkeit und scheinbaren Freude, wie ich sie zuvor erst ein einziges mal bewundert hatte, an ihr, der ich, wie verzaubert nachgelaufen war.
Als ich nun den Kopf hob und mich umschaute, so stand ich vor ihrem Haus. Sehen konnte ich sie nicht, doch wusste ich es sogleich.
Vor dem kleinen Holzhäuschen standen zwei alte Walnussbäume, von denen tanzend die farbenfrohen Blätter rieselten und in denen Eichhörnchen genüsslich Nüsse knabberten. Der ganze Garten war durch Tiere und Pfanzen in Umbruchsstimmung mit reger Aktivität erfüllt und jeder ging mit Freude seinen Aufgaben nach. Der Garten strahlte vor Glück und Zufriedenheit und sogar das menschliche Haus hatte sich lückenlos in den vollkommenen Einklang der Natur eingefügt. Ich war betäubt vor Gefühlen und glaubte mich in einem wundervollen Traum. Schon reckte sich meine Hand nach der Klingel, denn der Gedanke sie wiederzusehen verzückte mich. Doch verharrte ich noch einen Augenblick und ließ mich von dem Anblick des strahlenden Gartens, der mein Herz erfüllte, verzaubern.
Ich lief verträumt und mit einem Lächeln auf den Lippen den Weg nach Hause, denn es schien mir ungehörig diesen Ort des Einklangs und der Freude durch meine Anwesenheit zustören.

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