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Petra
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Was ist das Besondere an der Liebe von Juri und Lara in Dr. Schiwago?
Diese Liebe wirkt auf mich intensiver als irgendeine Beschreibung einer außerehelichen Beziehung, aber ich komme nicht dahinter, was dies ausmacht, wo es herkommt, wie es entsteht.
Hat jemand eine Idee, was hier anders ist?
Kann mir jemand Sekundärliteratur allgemein zu Dr. Schiwago nennen?
Vielen Dank, Petra

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augustine
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03.01.2009, 23:28 / 1 x geändert
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Ach, Petralein, du rührst mich.
Du liest Dr. Schiwago, immerhin. Du bemerkst was, auch immerhin. Aber über das, was du bemerkst, möchtest du nicht selbst nachdenken. Schade. Ein Ersatz für Selberdenken ist das hier nämlich nicht. -
Wenn du deine Frage so stellen würdest: 'Ich lese gerade, und dabei meine ich.../komme ich nicht weiter mit.../ist jemand hier, der grade in dem Text so drin ist, dass...", dann könnte sich möglicherweise ein Gespräch ergeben.
Und Sekundärliteratur (nochmal, immerhin): du kannst doch googeln, nehme ich an!? Es gibt auch öffentliche Bibliotheken, und in denen gibt's z. B. Literaturgeschichten, auch zur russ. Literatur.
Beschreib das an dieser Liebesgeschichte, was du nicht verstehst; sag, warum du es nicht verstehst.
Wenn dir das zu lästig ist, ist dies hier die falsche Adresse.
Wenn nicht: läsen wir wir wieder von dir.
augustine

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Petra²
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05.01.2009, 18:23 / 1 x geändert
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au, ein schwerer Einstand.
Aber zuerst vielen Dank, dass du überhaupt geantwortet hast.
Erst machst du dich über mich lustig, dann irrst du, weil du meinst, ich wolle nicht selber denken und dann kommst du aggressiv mit der Bemerkung, dass es hier keinen Ersatz für s Selberdenken gäbe.
Jetzt muss ich etwas tun, was nicht meine Stärke ist, nämlich mit Selbstbewusstsein dennoch dran bleiben.
Du möchtest also etwas von mir, was durchaus nicht immer oportun ist, nämlich, dass ich ausschweife und weiter aushole, während es doch andere allemal zu schätzen wissen, wenn es mir gelingt, mich kurz zu fassen:
Also, wir haben es mit dem Verhältnis zweier Ehebrecher zueinander zu tun.
In meiner (!) Moral ein verwerflicher Ausgangspunkt. Und dennoch stehe ich emotional ganz auf der Seite dieser Liebe. Wie wird das erreicht?
Als Parallele: bei einem Verbrecher entsteht dann Sympathie für ihn, wenn die Planung, die Gedanken, die Beweggründe, die Handlung ganz aus seiner Sicht geschildert werden. Dann wird für den Leser der Kommissar zum Gegner.
So ist es hier aber nicht. Meinem Eindruck nach schildert Pasternak das Verhältnis zu den anderen Umgebungspersonen aus dem gleiches Sichtwinkel, da wird nichts anders betont oder beleuchtet. Und die Lara-Passagen umfassen seitenmäßig eher weniger, sodass wir nicht durch den Schwerpunkt des Buches zu den Liebenden hingezogen werden. Und dennoch ... diese beiden rühren an, was sie tun ist das wichtigste und "gut" - so kommt es bei mir an.
Wo ist der Schreibstiltrick, der das bewirkt?
Und in google bekommst du Filme, Lexika, Reisen, Klingeltöne und amazon-angebote.
Nun. liebe augustine, ich hoffe, dass ich jetzt meine UN-faulheit ein wenig belegen konnte. Und falls du eine Antwort weißt oder einen Gedanken dazu hast, dann wäre ich glücklich, wenn du diesen auch einer naiven Arzthelferin für s Nachdenken zur Verfügung stellen würdest.
Bis vielleicht andermal, Petra

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augustine
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05.01.2009, 21:18 / 1 x geändert
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Hallo, Petra,
ja, ein schwerer Einstand. Es ist aber so, dass die meisten mit Fragen wie deiner sich wirklich geirrt haben in der Adresse, weil sie glauben, hier eine fertige Antwort abziehen zu können.
Insofern war meine Antwort ein Test auf Ernsthaftigkeit - und den hast du glänzend bestanden, indem du dich zu etwas überwunden hast, was, wie du sagst, nicht deine Stärke ist; und dann, weil du dein Problem klarer darstellst. Dadurch könnte dir übrigens schon von allein etwas klarer geworden sein.
(Das sich kurz fassen: ja, ist am Telefon wichtig, z.B.; wenn's um Erkenntnisse geht, geht es nicht kurz, denn Verkürzung führt dazu, dass was falsch wird.)
So, nun könntest du sagen: die schreibt ein paar Sätze, um sich zu drücken. Daran ist richtig, dass ich den Schiwago nicht gerade gelesen habe. Ein Kapitel könnte ich allenfalls versuchen, mit deiner Frage zu lesen. Sag, welches; warte aber auch noch: es sind noch nicht alle wieder da, und ich hab' viel anderes zu tun.
Beim Googeln geben die meisten zu schnell auf. Auf mittleren Seiten kann sehr wohl Brauchbares kommen.
Und vor allem: such dir eine Literaturgeschichte. Und melde dich wieder.
Grüße von ausgustine

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Petra²
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Lara saß an ihrem Lieblingsplatz in der Bibliothek, an dem kleinen Tisch in der Nähe des Ofens, den die tiefstehende Novembersonne mit ihren rötlichen Strahlen eben noch für kurze Zeit erreichte. Wie die vergangenen Tage auch, war sie vertieft in Portrojews "Weisungen für suchende Seelen" und machte sich Gedanken, was es für sie und ihr Leben bedeuten könne, wenn dieser schrieb:
"Hab Acht, meine Geschätzte, denn es kann der Fall eintreten, daß du zum Lösen einer klaren und einfachen Frage den Rat erhältst, Literaturgeschichtsbücher zu lesen, denn dies gleicht der Aufgabe, einen Kiesel mit einem Ochsenkarren vom Flecke zu bewegen."
Nachdenklich legte sie das in abgegriffenes Leder gebundene Werk zur Seite und dachte still bei sich: stimmt, das führt zu weit, augustine.

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Elise
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Hallo Petra,
hier einige Links, die Du evtl. noch "abgrasen" kannst - falls Du es nicht bereits tatest.
Deine interessante, nur vordergründig "einfache" Frage - Wo ist der Schreibstiltrick, der das bewirkt? - kann man nach meinem Dafürhalten nicht so nebenbei beantworten (ich jedenfalls kann es nicht), denn diese Frage wiegt viel schwerer als ein Kieselsteinchen und führt weit ins Thema "Schreiben" oder "Stil" hinein. Auch wäre es wohl notwendig, sich auf der Suche nach Antworten ins Werk zu vertiefen; was mich betrifft, so habe ich aber leider Schiwago nicht gelesen, besitze auch keine Ausgabe davon.
Vielleicht gibt es noch andere Beiträge, Ideen, Anregungen.
Darauf wäre neugierig: Elise.
PS: Der Faden steht unter Romane. Diese Rubrik ist aber für eigene, selbstverfasste Texte gedacht. Ich verschiebe ihn zu Lektüren.

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