Die Herrin vom Berg · arisia · ·


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        arisia
        (Gast)

Die Herrin vom Berg

   25.05.2006, 00:35



Nachts stieg voll Zorn Ceridwenn, die Schöne vom Berge herunter.
Lieblich das silberne Haar, schimmert es eisige Kälte
Jetzt, im höher steigenden Mond. Der Gefährte der Reise,
Siebenter Sohn eines siebenten Sohns, von den Brüdern als Weiser
Unverstanden, jedoch geliebt, ist er Sohn des berühmten
Königs von Hirte. Des Schlosses siebentürmiger Schatten,
Breit in das Land verflochten, voll Ungeduld auf die Herrin
Wartend, die dem nach blutiger Rache dürstenden Herrscher
Beizustehen bestimmt ist, verheißt jetzt Vergeltung für jeden
Einst empfangenen Schmerz. Noch weiß weder Gwydion , noch das
Silberhaarige Kind des schwarzaügigen Zauberers von den
Heimlichen Plänen. Sie wird getrieben von eigener Rache.

Hoch steht die Sonne als das treffliche Paar vor des Königs geschmücktem
Thron sich die Namen gibt. "Höre", spricht jene zu nächtlicher Sunde,
"Meine Geschichte, die selbst mein Gatte nicht kennt, der in tiefem
Schlaf jetzt darniederliegt, geschützt vor dem Grauen in meinen
Tiefen, schütze ich mich vor Verlust seiner Liebe, die Leben
Meiner noch ungeborenen Seele gab. Einst rief der König
Storn mit geheimem Zauber nach mir. Ihm dienen als Gattin,
Ohne jedoch meines eigenen Willens mächtig zu sein, war
Mir bestimmt. Ihm war Hilfe versprochen die schändliche Tat zu
Seinem Erfolge zubringen von Argon, dem Magier von Herne.
Ich aber brach des Zauberers Bann, und er starb an der eigenen
Furcht. So entkam ich. Zurück blieb der König in starrem Entsetzen."

"Höre,nun, Ceridwenn, die Geschichte vom Tode des sechsten
Sohnes, Nerim, der die Gattin des Storn, deiner Mutter geliebte
Schwester, inniglich liebte. Krieg führte Storn gegen Hirte.
Wir unterlagen dem mächtigen Heer der verbundenen Reiche
Storns, Gastels und Hirams. Nie sah das Feld von Manac´h
Blutiges Schlachten gleich diesem. Nerim erlebte die Schande,
Niedergeworfen zu sein auf dem Felde der Väter des Hauses
Hirte, nicht mehr. So schor ich blutige Rache dem feigen
Mörder. Fünfmal mußte die kalte Sonne sich wenden,
Ehe ein günstig Geschick an den Hof von Hirte dich brachte.
Wirst du mir helfen, die Rache vollenden, Hirte zum Siege
Führen?" "Ja," sprach die Schöne mit düsteren Augen.

Bald, als die Sonne sich wieder senkte, rief sie Pegasus,
Schönstes der geflügelten Pferde, Marga, die sprechende Krähe
Folgte auch ihrem Ruf. Der gewaltige Drache von Gondur
Brache ihr willig den goldenen Schatz, der dem grünen
Räuber zu seinem Wohlbefinden notwendig war. Sie
Rief auch den silberhufigen Eber, den Männer aus allen
Zeiten vergeblich zu jagen gesucht und band auch den goldenen
Tiger mit seinem Namen, wie sie die anderen band. Die
Krähe erschien als Letzte im stillen Hof. "Ceridwenn, ich
Bringe dir zur Hilfe ein Rätsel: - Graf Dorin, den Dämon
Traf einst ein Stein ins Auge, worauf es nach innen sich wandte,
Daß es erblickte seinen Geist, Ceridwenn; da verstarb er. - "

Blaß, doch beharrlich verstärkt sie ihr rufen, das Einhorn zu binden:
Weiß, das seidige Fell und Augen von Farbe der Sonne,
Lieblich und warm das Gemüt. Noch war keiner der Menschen mit Macht so
Weit mit seinem rufen gedrungen, es zu erreichen.
Ströme aus reinem Geist verfolgen das nächste bedeutsame
Ziel.. Sie finden Gastel und den König Hiram, die einst Treue
Schworen Stron. Nun schwören sie Treue am Throne von Hirte.
Gwydion aber verwunderte sich. "Ceridwenn, ich vertraute
Dir vor allen," sprach er mit wehem Blick, da erbleichte sie.
Heißer Zorn aber läßt das weiße Gesicht sich erröten,
Flach ist die Stimme, erzählt von der greulichen Schmach jetzt ganz leise,
"Gwydion, diesen Blick versuchte ich zu vermeiden."

Gwydion spricht, die Augen voll Schmerz die Geliebte betrachtend:
"Glaubst du denn wirklich, Liebe ist etwas so Furchtsames, Kleines,
Daß es bei jedem unfreundlichen Worte bis in die tiefste
Seele erschrickt? Mein Herz liegt in deinen Händen, ich gab es
Dir mit meinem Namen. Du kannst es hegen, verdorren
Lassen nach deinem Belieben, doch nichts kann die Schmerzen der Leere
Lindern wo dein Name wiederhallt, wenn ich dich verliere."
Stumm und entschlossen wendet sie sich zum König: "Die Tiere
Stehen bereit für die Schlacht. Sie gehorchen und werden Verwirrung
Bringen, den Gegner locken zu törichten Taten und Spielen."

Nachts geht ihr Rufen wieder hinaus, das Einhorn zu finden.
Weiß, mit gebrochenem Hals liegt der Körper vor ihren Füßen.
Schreck und Entsetzen durchbohren ihr Herz wie gefährlich geschärfte
Klingen und wie aus tiefen Träumen erwacht, den verwirrten
Blick in die leere Kammer gerichtet, flieht sie die Menschen.
Stummer Befehl befreit die herrlichen Tiere aus ihren
Banden, frei zu gehen, wo immer es ihnen gefällt in der
Welt. Zurück auf dem Berge, von Sehnsucht und Kummer getrieben,
Läßt sie noch einmal den Ruf nach dem Einhorn erschallen: "Nagira,
Antworte meinem Begehren." Sonne und Mondlicht betreiben
Unbemerkt ihre Spiele. Stumm und vor Kälte erstarrt liegt ihr
Körper inmitten der Kuppel aus weißem Kristall, und die
Sterne beleuchten voll Neugier das Dach. Herein in die weite
Halle tritt Gwydion, weckt mit erschrecktem Ruf ihre Sinne.
Träumend noch kehrt sie zurück, voll Verlangen, die Arme gereckt, die
Augen geschlossen, spricht sie das Wort: "Nagira, ich rief dich
Lange Zeit." "Ich fühlte den Zug, und ich kam, denn dein Ruf fand
Meinen Namen, Geliebte. Seltsame Dinge geschahen
Königen und auch gemeinen Soldaten. Traumhafte Tiere,
Silberne Stimmen verlockten die Heere zur Jagd in die Wälder.
Siebenmal mußte die Sonne erscheinen, ehe der erste
Haus und Familie fand. Ceridwenn, der Krieg ist beendet
Ohne Beginn. Mein Vater, Storn und die anderen erleben
Ohne Waffen sich zu begegnen. Komm zurück und schau aus dem
Fenster, das Land liegt im Frieden, dein Sehen nach Liebe, dein
Mächtiger Wunsch, deine Liebe nicht sterben zu lassen, errettete
Dich und das Land der Väter zum Wohle unserer Kinder."

 

      Gretchen



RE: Die Herrin vom Berg

   25.05.2006, 22:39



Hilfe, arisia, was ist denn das für ein Mords-Getüm von einem Hexameter? Wage gar nicht drüber nachzudenken, wie viele Nächte du mit dem wohl zugange warst.
Ich verstehe nicht, wer hier mit wem wie liiert ist oder Krieg führt. Also, ich steig nicht dahinter, wie alles zusammenhängt, das geht für mich völlig unter in der Fülle des Textes. Könnte frau das straffen? Natürlich fehlt mir auch der Hintergrund - ich habe den Eindruck, einen Mythologie-Crash-Kurs zu brauchen: wer ist Storn, der König von Hirte, Nerim, Drache, Einhorn, Pegasus, wer ist der schwarzäugige Zauberer, der grüne Räuber, wer steht mit wem in welcher Beziehung und warum alles mal sieben - das ist überbordend für mich, und nicht zu durchschauen. Wie gesagt: Hilfe!!!
Schönen Gruß, Gretchen.

 
        arisia
        (Gast)

RE: Die Herrin vom Berg

   25.05.2006, 23:45



Hi, Gretchen

bekam von einem Schotten je ein Bruchstück von einer Geschichte.

Also, Tochter eines Zauberes (schwarzäugig), der gestorben ist, soll gegen ihren Willen Storn heiraten, ( ein Bruchstück, Rest ist Phantasie),
der holt sich die Hilfe eines Zauberers, den Ceridwenn dann tötet (sie ist selbst Zauberin).
Storn heiratet eine andere Frau, die aber wiederum vom 6. Sohn des Königs von Hirte geliebt wird.

7bente Söhne von 7benten Söhen sind besondern emphatisch begabt (Sage)

Der grüne Raüber ist der Drache selbst, selbst er bringt ihr seinen Schatz um das Heer von Hirte zu bezahlen.
Einhörner stehen für Reinheit und Liebe, weshalb es ihrem Ruf nicht folgt, da sie aus Rache ruft.
Im Traum sieht sie das Einhorn sterben, was ihren Sinn wandelt.
Pegasus ist ein geflügeltes Pferd in der grichischen Mythologie,
wollte nur zum Ausdruck bringen, wie weit ihre Macht reicht.

Zweites Bruchstück:
Die Geschichte des Zauberer dem der Stein das Auge nach innen drückt, er erkennt sich selbt und stirbt.

Geschrieben in einer Nacht, nachdem ich die ersten beiden Zeilen hatte ist es einfach geflutscht. Habe in der Zeit ständig geschrieben, hatte auch keine Ahnung, wie die Geschichte sich entwickelt, habe auch viel Mythologie geselen in der Zeit. Der silberhufige Eber ist eine walisische Legende, wurde noch nie gefangen.

Da das Einhorn für Liebe steht als Symbol, Ceridwenn inzwischen der Rache entsagt hat, findet ihr letzer Ruf die Liebe, nämlich Gwydion.

Hoffe, das es etwas Klarheit bringt.
Wenn frau es laut liest und sich auf den Rhythmus einläßt, wird es nach einer Weile auch verständlicher. Ist schon heftig, ich bin oft überrascht davon, was ich so schreibe, weil ich oft mit ganz anderen Intensionen beginne. Ich schreibe auch die Erstschrift nie am Computer, sondern mit Bleistift, und der macht sich dann selbstständig.

Liebe Grüße
arisia

 

      augustine



RE: Die Herrin vom Berg

   26.05.2006, 01:02



arisia, ma désse (um nicht zu sagen: mon dieu):
was Gretchen gefragt hat, hätte ich jetzt auch gefragt; das kann ich mir sparen.
Dann: die Verse sind mehr "und Co.", lupenreine Hexameter eher nicht (gut, ich sitze im Glashaus, meine Sonettmetren waren auch weder lupenrein Petrarca noch lupenrein Gryphius); da musst Du wissen, wie weit Dein Anspruch geht.
Warum schreibst Du nicht sofort am Bildschirm?
Liebe Grüße augustine




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