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Gerd
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29.10.2008, 19:17 / 4 x geändert
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Deine Augen
liegen
schweigend tief
führst mich
in
eine Welt von Schatten
nichts
sehe ich
nur
Deine Stimme
und
wie schön
Du wirklich bist

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ear
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Lieber Gerd, Kuerze und Tiefe sind dein Markenzeichen.
Der 'Lautstaerke' der Welt stellst du das beredte 'Schweigen' gegenueber, bis ihre 'Stimme' hoerbar wird.
Schatten verstaerken die Schoenheit dieser Liebe.

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wonnemond
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Und bevor
ich
sage, was ich davon
halte, schweig
ich.

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augustine
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03.11.2008, 23:34 / 1 x geändert
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Die Augen des angeredeten Du schweigen,
sie führen aber das sprechende Ich in eine Welt der Tiefe, eine Welt voller Schatten, wo die Orientierung schwer ist oder zeitweise nicht möglich erscheint (nichts / sehe ich);
aber das Ich 'sieht' die Stimme des/der anderen -
und es sieht dessen/deren Schönheit.
Ein Spiel mit romantischen Synästhesien scheint mir dies nicht zu sein, sondern eher Worte aus einer 'Durcheinandrigkeit', in der kein Zutrauen zu den Sinnen war und dem, was sie sagten oder eben nicht. Am Schluss aber ists wieder 'richtig': die Augen des Sprechenden sehen, wie's Augen tun; und sie sehen: die Schönheit der anderen. Das Ich hat also die Welt der Schatten verlassen.
Lieber Gerd, hab' ich was verstanden? Es ist wie immer, wenn etwas gut ist, aber man (ich) es nicht gleich erkannte: ich hab' mich drauf eingelassen, und ich glaub' was erkannt zu haben.
(Nur nicht: was das "Nachtdiner" ist: edit: soll heißen: was es hier bedeutet.)
Liebe Nachtgrüße von augustine

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Gerd²
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05.11.2008, 01:26 / 5 x geändert
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Ihr Lieben,
ich danke Euch für das Auseinandersetzen mit diesem meinem schmalen Happen.
augustine, Du hast gefunden was da ist, obwohl so kurz gehalten und noch mehr Entwurf. Da es sich jedoch ohne Erklärung nicht aufschließt, kann es nicht für sich alleine stehen - ist so nicht zu gebrauchen.
Gemacht ist das Stückchen aus den Wirrungen der Sinne bei einem Dinner im Dunkeln.
Der sehende Mensch ist visuell geprägt, kein Sinn beeinflusst unsere Wahrnehmung von Realität mehr als dieser. Wie sich unsere Sinne und unsere Wahrnehmung verändern, wenn rein nichts mehr zu sehen ist, durfte ich an der Hand einer blinden Frau bei einem 3-Gänge Menü im Universum in Bremen erfahren. Ihr, von Geburt an blind, sollte ich mich für Stunden in völliger Dunkelheit anvertrauen.
Wie beredt der Blick eines Menschen ist, merkt man erst, wenn man in gebrochene Augen sieht, die auf einen imaginären Punkt im Nichts gerichtet sind. Noch im Licht nahm sich meine Tischdame eher unscheinbar, sehr zurückgenommen, fast ängstlich aus. Sie führte mich durch eine kurze Schleuse von drei Vorhängen in völlige Schwärze an unseren Tisch bis auf meinen Stuhl. Hier war ich zurückgenommen und sie in ihrem Element. Sehr souverän servierte sie Speisen, Getränke und trug diese wieder ab, Gang um Gang. Nachdem ich das dringende Bedürfnis meine Brille putzen zu müssen, überwunden hatte, richtete ich mich doch schnell ein in dieser vorerst lichtlosen Welt. Mit der Zeit wurden die anderen Sinne wacher, danach begann mein Gehirn die fehlenden optischen Eindrücke unter Subsumierung der anderen Sinne und schlussendlich mit erinnerten Bildern zu substituieren.
Mein guter Geist und Konversationspartnerin wurde da, im Dunkeln immer lebendiger, gewann an Farbe und beeindruckte mich geradezu. Am Ende dieses wirklich zauberhaften Abends in der Dunkelheit, saß mir eine intelligente, wunderbare Frau mit strahlenden Augen gegenüber.
Grüße in die helle Nacht
Gerd

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