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augustine
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09.10.2008, 00:27 / 5 x geändert
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Kindergeschichten 2
"Ein Mann, ein Postumus, fuhr nach Russland, der Sohn eines aus dem Krieg von der Ostfront nicht zurückgekehrten Soldaten. Sein Vater war eingezogen worden, eingezogen und nicht zurückerstattet, gestolpert, gefallen und begraben. Die Eltern hatten dieses zweite Kind nicht eigentlich gewollt, hatten es aber auch nicht entschieden verhindert. Es wäre damals nur durch Enthaltsamkeit möglich gewesen. Der Urlaubsvater hatte begehrt, die Frau sich gefügt, sie kannte nichts anderes. Dem Urlaubskind fiel sein Aufwachsen nicht leicht. Eine zweite Ehe suchte die Mutter nicht. Es gab ja auch nicht viele Männer.
Für die heranwachsenden Söhne Klaus und Veit, das heißt: der Lebendige, war es ein selbstverständliches Ritual, ihre Mutter abends beim Bild des Vaters stehen zu sehen ..
Die anhängende kurze Erzählung verdanke ich dem, der hier Veit heißt. Ich habe sie gleich danach aufgeschrieben, um sie erstmal bewahrt zu haben. Sie ist mehrmals bearbeitet, hat dann ein paar Jahre lang herumgelegen mit anderen, und nun habe ich sie nochmals und mehrfach bearbeitet. Jetzt habe ich das Gefühl, dass sie mal vom Schreibtisch muss. Trotzdem wäre ich froh, wenn sich die eine oder der andere einfach mal nur mit einem Absatz beschäftigen würde, so richtig genau. Ginge das?
Darüber würde sich freuen
augustine
[pdf] ERDE ZU ERDE
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Younis der Poet
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09.10.2008, 00:52 / 2 x geändert
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ich verstehe die welt nicht mehr von 90000 soldaten hast du nur der sohn von einer gewhält warum?and was ist mit den andern 89999 sag mal ich höre zu.
waren sie im sonst ?das waren menschen mit famielen and frauen und kinder warum?

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augustine²
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Schwachsinn, Younis.
Erinnerst du dich noch: wir hatten das schon mal, dass ich dir untersagt habe, meine Texte zu verspammen. Das gilt wieder.
Du bist eine Belastung hier.
augustine,
die nun auch endgültig keine pn's mehr beantworten wird. (Wenn du dich nicht dran hältst, werde ich deutlicher.

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Irene
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Hallo!
Das Thema klingt spannend, aber im vorgestellten Absatz fällt mir einiges auf, das man eventuell überarbeiten könnte:
| Zitat: |
| nicht eigentlich gewollt |
Da würde ich doch "Norm-Form" vorziehen, also "eigentlich nicht gewollt"...
| Zitat: |
| Es wäre damals nur durch Enthaltsamkeit möglich gewesen. |
Würde ich weglassen - das ist für den Leser ohnehin der logische Schluß aus dem "auch nicht entschieden verhindert"...abgesehen davon gab es auch früher Wege und Mittel eine Schwangerschaft abzubrechen, wenn auch mit höheren Risiken als heute...Stichwort "Engelmacherin"...
| Zitat: |
| war es ein selbstverständliches Ritual, ihre Mutter abends beim Bild des Vaters stehen zu sehen .. |
Hier ist es ja eigentlich die Mutter, die ein Ritual vollzieht, nicht so sehr die Söhne, die sie dabei ja lediglich "sehen".
Veit...ein schöner Name...weshalb wohl der Veitstanz so genannt wird?
LG
Irene
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Jolante
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14.10.2008, 17:58 / 3 x geändert
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Liebe augustine,
ohne Larmoyanz kommt dieser anrührende Text daher, erzeugt mit seinem gemächlichen Sprachfluss und seinen eindringlichen Bildern beim Lesen eine Betroffenheit, die dem leider immer aktuellen Thema Krieg geschuldet ist. Ich finde, diese Erzählung sollte in deutschen Lesebüchern stehen. Dass Menschen auch heute noch in sinnlosen Kriegen sinnlos sterben, Lebenspartner zurücklassen und Kinder, ist eine traurige Gewissheit, aus der leider wenig gelernt wurde. Den sensiblen Knaben Veit, der früh hatte "wissen wollen, wo der begraben lag, dem er sein Leben verdankte unt mit dem die Mutter redete und er manchmal auch, wenn er allein war", von dem Mann auf dem Foto aber keine Antwort erhielt, lässt die Frage nach dem Schicksal seines Vaters nicht ruhen. Als Fünfzigjähriger schließlich reist er nach Russland, um sich mit einem Studenten der Geschichte und Slawistik auf Spurensuche zu begeben. Die Schilderung, wie sie den deutschen Soldatenfriedhof unter einer Blumenwiese finden, Veit sich auf die Erde legt und weint, und wie ihm die Bäuerin, die sie am Vortage kennen gelernt hatten, die Blumen, die er reichlich gepflückit hatte, aus dem Arm nimmt und einen Teil davon feierlich über die Erde ausstreut, danach mit ihnen zum russischen Friedhof geht und in einem weiteren Ritual Veit die restlichen Blumen dort ausstreuen lässt, ist bewegend, ohne ins Rührselige abzudriften. Sehr gut gefällt mir auch der Schluss der Erzählung, als die alte Frau in ihrem Häuschen ihren Gästen das verblichene Foto ihrer Söhne zeigt, die Gefallene desselben Krieges waren. Das macht den Text rund, der ein Appell gegen das Vergessen ist. Folgendes Gedicht von Erich Fried ist mir in den Sinn gekommen:
"Fragen
Die Bomben fragen nicht
und der Gehenkte fragt nicht
Der Filmstreifen
der die Bilder trägt
stellt keine Fragen
Nur die Lebenden fragen
sich selbst
oder eines das andere
oder sie fragen die Welt
warum
warum"
Liebe Grüße von Jolante

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