Gretchen
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Heia,
also im Gegensatz zu meiner von Begeisterungsgefühlen betäubten Vorrednerin kann ich schon in Worte fassen, was an diesem Gedicht positiv ist: Es ist immerhin mal ne Abwechslung zum peripubertären Herz-Schmerz-Ritz-und-böse-Welt-Geseiere, nämlich gereifterer Schwulst für den Konsumenten oder die Konsumentin, die sich ganz gern schon mal ganz tief berühren läßt vom pseudolyrisch zusammengebrauten, auf modern, anspruchsvoll und vor allem "bedeutsam" gemachten Phrasengeseufze eines elegisch vor sich hin raunenden LyrIch. Ja, wirklich, dieser Text kommt daher wie eine Kreuzung aus der neuesten Late-Night-Doku-Soap für wachgebliebene Nichtaltwerdenwollende und Zigarettenwerbung; man kuckt Krisen-Kriege-Du-und-Ich und kann sich einreden, das sei (so gut wie) Liebe in Zeiten der Cholera ...
Die Nacht der fallenden Zungen und die Wüsten, die man alle kennt: Phrasen, zwar nicht so abgegriffen wie du bist der dunkle Fleck in meinem Herzen oder lass mich dir Lebenswüste sein, aber fast. Die Generationsnasen: unfreiwillig komisch (also, für mich die Stelle im Text, auch mit brav ausgebessertem "r", wo sich die Unfähigkeit des Autors, mit Metaphern umzugehen, vollends enthüllt - getoppt dann aber doch noch von schweigend erzähle ich dir gegen Schluss, manno, schweigend erzählen, das ist sowas von abgenudelt ...). Also desolate Metaphorik, die in ihren eigenen Bildfeldern rumstochert, statt sie zu vitalisieren und gleichsam abstrakt bleibt, unästhetische Sprache mit viel Redundanz, im Stilistischen Längen, keine Rhythmik, kein Fluß.
Nich überzeugt: Gretchen.

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