augustine
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23.05.2006, 02:50 / 2 x geändert
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Ich kenne zwei Sonettenkenner und -könner (die nicht in diesem Forum erscheinen), die zwei von meinen so netten Sonetten kennen, laut gelesen (ein Musiker, der ganz sorgsam einige metrische Korrekturen vorschlägt) oder laut einander vorgelesen haben (die metrischen Freiheiten ließen sie hingehen). Nun, ich lerne ja noch dazu.
Nicht vorenthalten will ich Euch allen, was ganz unten drunter lag, also natürlich einem Stapel von Sonetten:
MATERIALIEN ZU EINER KRITIK DER BEKANNTESTEN GEDICHTFORM ITALIENISCHEN URSPRUNGS
Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut
hat, heute noch so'n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut
darüber, daß so'n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.
Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.
(erkundet: das erste Gedicht ist immerhin von Robert Gernhardt; das zweite von Bertold Breig)
das andere:
Sonette find ich allererste Sahne,
So taff, so steil, so super-mega-in;
Sich irgendetwas andres reinzuziehn
Ist für den Arsch, ist absolut vertane
Gehirnaktivität. Ich schrei und japse -
Sonette bringen voll den turbogeilen Trip,
Die sind so oberaffen-hyper-hip;
Wer das nicht rafft, gehört echt in die Klapse.
Ins Zuchthaus, nein: aufs Streckbett, nein: Schafott!
Na, wurscht, nur weg. Und hundert auf den Fetten
Für jeden, der dumm rumzickt bei Sonetten;
Denn im Vergleich ist alles andre Schrott.
Wer das nicht schnallt, der ist total banane;
Ich find Sonette allererste Sahne.

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