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arisia (Gast)
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22.05.2006, 17:14 / 4 x geändert
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Die Sonne wärmt schon um die Mittagszeit,
Der Schnee knirscht leise unter meinen Füßen,
Die Amsel ist zu kurzem Flug bereit,
Die Winterrosen, mit bedeckten Häuptern, grüßen.
Gefroren liegt der Fluß an meiner Seite,
Ob ich es wage auf dem Eis zu schreiten?
Noch unberührt von Spuren laden beide,
Fluß und Weg mich ein sie zu begleiten.
Ich lenke ohne Atem meine Schritte,
Erst einen Fuß, den andern dann, es hält,
Nun kann ich Entenhäuser in der Mitte
So betrachten wie es mir gefällt.
Von der Last des Schnees geknickte Bäume,
Die Kronen eingebettet in das Eis,
Erschaffen seltsam lehnend Zwischenräume,
Die ich in Träumen sonst willkommen heiß.

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Jolante
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Hallo, arisia,
beim Stöbern bin ich auf deine "Winterimpressionen" gestoßen und habe mich, Schnee und Eis in diesem Winter bisher vermissend, in dieses kleine Gedicht verliebt. Der Aufbau ist gelungen: vier Strophen mit jeweils vier Zeilen, Kreuzreim, schön rhythmisiert durch überwiegend fünfhebige Jamben - es schwingt und klingt. Schon die einleitende Strophe zaubert Impressionen mit wärmenden Sonnenstrahlen, knirschendem Schnee, Amselflug und Winterrosen, "die mit bedeckten Häuptern grüßen." In den drei weiteren Strophen wird das lyrische Ich in die Winterlandschaft hineingezogen. Ganz vorsichtig wagt es, den gefrorenen Fluss zu betreten und zu begehen. Nun kann es Entenhäuser einmal aus einer anderen Perspektive betrachten, und auch die "von der Last des Schnees geknickten Bäume" haben etwas Magisches, dem sich das lyr.Ich nicht entziehen kann. - Ein Stimmungsbild, das mir gefällt !

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ferdi
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08.01.2007, 10:41 / 1 x geändert
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Dies Gedicht gefällt auch mir gut :) Im Schriftbild irritert etwas, dass du vier Komma gesetzt, alle anderen aber weggelassen hast; Ich würde da eher für "ganz oder gar nicht" plädieren... Die "Zwischenräume" der letzten Strophe erscheinen mir ein wenig unpassend sowohl in Bezug auf die Bäume als auch im Bezuug auf die Träume, aber nicht so schlimm, dass sie etwas verderben würden :)

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arisia (Gast)
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10.01.2007, 11:00 / 1 x geändert
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hi, Jolante, hi ferdi,
lieben Dank für eure Kommentare.
Leider ist es ja dieses Jahr nicht so ein Winter, daß ich wieder auf dem Alt-Arm der Saar spazierengehen kann. :)
Ja, Jolante, es hatte schon etwas magisches an sich, auf dem unberührten, von Schnee überzogenem Eis des Flusses zu laufen.
@ferdi
die Zwischenräume sind einmal ein häufig vorkommendes Bild in meinen Gedichten, da ich mir häufig in meinen Tagträumen wie in einer Zwischenwelt, in Zwischenräumen vorkam, und die mit den Spitzen eingefrorenen Baumkronen bildeten Zwischenräume, so wie ein Gewölbe einer Kirche, wo diese Zwischenräume, die das Gebälk erschafft, Zwickel genannt werden. Sie stehen also nicht des Reimes wegen da, sondern ergaben sich für mich ganz natürlich.
Was mich an dem Gedicht stört, ist, daß ich in S1, Z4 die 6te Hebung nicht wegbekomme. Ich habe es schon so versucht:
"der Winterrosen bedeckte Häupter grüßen"
und
"die Rosen, mit bedeckten Häuptern, grüßen"
bin aber weder mit der einen, noch mit der anderen Version zufrieden. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee dazu.
liebe Grüße
arisia
PS:
Satzzeichen habe ich gesetzt :)

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