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Vladimir
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27.09.2008, 22:57 / 3 x geändert
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Aus der Reihe "Kölner Gedichte":
Nocturne
Traurig das endlebende Klammern an Mitternachtswände, vom Beerenbrummer geschasst auf dem letzten Mondhügel dahinvegetierend - ja, so taumeln manche, wenn man sie ansieht, im hintersten Winkel der Augenkammer oder als Groteske in einer Leuchtreklame, übers ganze Gesicht gezogen.
Heimfahrend aus dem Ewigkeitsbürolichttag möchte einer in einem blauen Fiat auf der Widdersdorfer Landstraße Muster ritzen ins heraufsickernde Abendblassgelb rechter Hand, über Brauweiler - aber da ist nur Dunst und dahinter Vakuumall, aber das Kind im Eigenheim mit den nicht von ihm, nicht von ihr herrühren könnenden flachsblonden Haaren macht alles vergessen.
Übern Flusslauf gehuscht, an Ähren gebissen, auf einer Bierbank getroffen; auf die Glasringe der hellen Maserung vor ihm, ja, geächzt: Mollys "ja ja ja" - so glaubt es sein Nachtgespinst, so denkt ers erwachend und nur, wenn sie dann selbst noch bewusstlos, ist nichts als die Spiegelung der orangenen Straßenlaternen auf der dann fast schon durchsichtigen Wand zu ihr.
Bleitreu streut Bleibtreu bräutliche "Baut!"-Leute in die Kotzbahn eines wiesenentäußerten - der bricht plötzlich die Decke auf, schmeißt in Schutt und Federn der eben verdutzten Partygans salziges hinterher.
Ich werd jetzt keine Stunden verbringen damit, rauszufinden, wie man doch Leerzeichen vor den Zeilen machen kann - oder auch nur eingerückte Absätze. Seis also gesagt: "Traurig", "Heimfahrend", "Übern" und "Bleitreu" sind jeweils Versanfänge. In der PDF wirds deutlicher.
[pdf] Nocturne
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augustine
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Hallo. Vladimir,
hab' dein Nocturne nicht zum erstenmal gelesen, die Beobachtungen von einem,
Traurig Heimfahrend Übern Flusslauf Bleitreu [mit Bleifuß],
Beobachtungen von einem im Auto, den im business-dress mir vorzustellen ich wieder verworfen habe (denn der führe nicht Fiat), distanziert(?)-bürgerlich dennoch schauend auf die, die vermutlich nirgendhin heimfahren, weder betrunken noch nicht, sondern abgedreht zum Beispiel auf Rheinuferbänken sitzen, stell ich mir vor. Da sind noch viele andere Impressionen in diesem blassen Abendlicht, das schon die Straßenlaternen übernehmen, ein Feuerwerk von Impressionen, die Wahrnehmung der Partygänse zum Beispiel, aber ich will jetzt nicht versuchen, alles Einzelne in einem Gespinst von Deutung zu verweben, sondern nur den Eindruck sagen, den du bei mir erzeugt hast: Momentaufnahmen vom weniger feinen Teil einer Stadt, nächtlich, bedrückend, die zugleich (etwas peinlich zu sagen) in ihrem Erfindungsreichtum einen Lese-Genuss bieten.
Liebe Grüße von augustine

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Vladimir²
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Hallo,
da will ich gar nicht viel zu sagen. Den "einen" als Sprecher zu identifizieren - liegt nahe, geb ich zu. Wenn man ihn da aber rauslässt, müsste die einzige Stelle sein, wo er doch hervorschimmert: das erste Wort - und ist da tatsächlich das einzige der Hoffnungslosigkeit entgegengehaltene Element, wie es sonst in jedem Vers auch eines geben soll.
Die Verbindung der Versanfänge ist mir so nicht eingefallen - aber ja: warum nicht, nichts, was ich korrigieren wollte, danke fürs aufmerksam machen.
Grüße aus Berlin,
Vladimir

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