Leben und Werk · augustine · ·


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      augustine



Leben und Werk

   25.09.2008, 18:21 / 2 x geändert



In den eigentlich heiter-tändelnden Faden hat Jolante den link auf einen Zeit-Artikel von heute gesetzt; hier ist er noch mal.
Für den Fall, dass das ein Thema werden soll, habe ich hier mal schon einen Faden eingerichtet.

Ulrich Greiner schreibt:
>>In dem Wunsch, alle Probleme, alles Politische, alles Begriffliche zu personalisieren, steckt ein zwanghafter Reduktionismus, der das Humane ans allzu Menschliche verrät.<<
Nun ist das so ein Nachklapp zur Rezension des Bachmann/Celan-Briefwechsels; da hat der Herr verantwortliche Redakteur mal (äußerlich bescheiden als Rand-Bemerkung), entgegen etwas, was die ZEIT sonst pflegt, nämlich gegensätzliche Meinungen nebeneinander auf derselben Seite zu platzieren, seine Meinung aus gegebenem Anlass extra publiziert.
Niemand, der Künste und Wissenschaften liebt und nach je eigenem Vermögen betreibt und als Liebhaber/in genießt, wird doch ernsthaft der Meinung sein können, es sei nicht das Werk das Wichtige. Nur: Ich jedenfalls möchte bei einem gewissen Grad von Faszination durch ein Werk (und warum sollte ich denn überhaupt auf die Idee kommen, Briefe oder eine Biographie - die Autobiographie ist dann nochmal ein besonderer Fall - lesen zu wollen, wenn ich nicht schon einiges vom Werk kennte???) gern auch wissen, aus welchem Leben das kommt. Das gelebte Leben ist doch nicht bloß das "allzu Menschliche" im Vergleich zum Humanum des Werks!
Die Briefe, die hier den Anlass zu dem Verweis gegeben haben, dokumentieren doch nicht das "allzu Menschliche", wenn es (ja nicht alle) Liebesbriefe sind und psychische Erkrankung aussprechen; auch nicht, wenn nicht abgeschickte, aber aufbewahrte Briefe von beiden eingeordnet sind und auch von Max Frisch und auch von Gisèle Celan-Lestrange.
Auch seit Ingeborg Bachmanns Tod sind nun schon 35 Jahre vergangen, die Hälfte also nur der Zeit, die das Urheberrecht vorschreibt, die aber die Rechte-Inhaber selbst verkürzen können. Will man denen denn Habgier vorwerfen?
Liebe Grüße von augustine

 

      Jolante



Leben und Werk

   27.09.2008, 17:48



Mit Absicht habe ich "einleuchtend" in Anführungszeichen gesetzt, denn die von Greiner angestellten Überlegungen zu dem Wert von Biografien leuchtet mir nur ansatzweise ein. Sicherlich ist es eher unwichtig, mit den Alltagsbanalitäten von Dichtern oder Dichterinnen konfrontiert zu werden. Es ist mir auch völlig wurscht, ob Thomas Mann einen Aperitif vor dem Essen getrunken oder ob er Verdauungsprobleme hatte. Auch dass Kafka "Pornohefte" angeblich im Schrank versteckte, ist zum besseren Verständnis seines Werkes unerheblich. Dennoch möchte ich auf Biografien, Tagebuchveröffentlichungen oder Briefwechsel nicht verzichten. Zwar habe ich mich in den meisten Fällen bereits zuvor mit dem Werk eines Schriftstellers oder einer Schriftstellerin beschäftigt, doch manchmal war es gerade umgekehrt und ich wurde erst durch eine Biografie oder persönliche Aufzeichnungen zum Bücherlesen angeregt. So ging es mir mit "Herzzeit", dem Briefwechsel von Bachmann und Celan. Ich erinnerte mich daran, dass ich vor Jahren den einzigen Roman der Bachmann "Malina" nach flüchtigem Anlesen uninteressiert weggelegt habe. Jetzt habe ich ihn mit einem ganz anderen Verständnis und einer ganz anderen Einfühlung gelesen und auf mich wirken lassen. Dies ist nur ein Beispiel von mehreren, derzeit aber das aktuellste. Ich bin froh, dass ich diesen wunderbaren Briefwechsel lesen konnte, und das hat nichts mit Voyeurismus zu tun.

Jolante

 

      Gretchen



Gertrud Kolmar

   01.03.2010, 19:58



Leben und Werk - auch ein großes Thema, wenn man sich
mit Gertrud Kolmar beschäftigen möchte, siehe -> Link.




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