| |
|
Gremuscht
|
05.09.2008, 15:42 / 2 x geändert
|
|
Im Tal des Lichts markieren Bäume durchsichtige Netze für verirrte Vögel.
Mit jeder Stunde schwillt der graue Schnee auf dem Pfad zum offenen Land.
Eingehüllt in die befohlene Stille zeigen sich die verstümmelten Statuen
im Glanz sinnender Propheten. Jede deine Weigerung entfernt dich
von dem Schmerz eiternder Wunden auf dem Gestein.
Empfindsam wie ein Leib zittert die Luft nach dem Schlag des Flügels.
Dein innerer Monolog wird auf einmal zum Schrei der Glocke über der gelähmten Stadt -
ohne Liebe und lustige Tiere an der Leine ist das Leben nur eine Pappenblume.
Die Demut macht dich stärker als ein tiefes Gebet. Dein Pfand ist
eine leuchtende Wegmarke, gefunden zwischen den Gräbern.
Die Totgeborenen aber leben weiter in den Flammen über dem Horizont.
Die Erinnerung, ein symmetrisches Leben mit vertanen Trugbildern,
gewinnt abends ihre alte Wärme, bis ein schroffes Wort sie wieder entstellt.

|  |
lost
|
nun, Gremuscht,
da ich noch unschlüssig bin, was sagen zu deiner Reminiszenz, erlaube ich mir, zunächst nur einige Fehlerchen auszubessern. gern magst du die kleinen Korrekturen übernehmen und in deinen oben stehenden Text einarbeiten (dazu dient die Edit- oder bearbeiten-Funktion, du weißt es gewiss schon).
lost
________________________________
Im Tal des Lichts markieren Bäume durchsichtige Netze für verirrte Vögel.
Mit jeder Stunde schwillt der graue Schnee auf dem Pfad zum offenen Land.
Eingehüllt in die befohlene Stille zeigen sich die verstümmelten Statuen
im Glanz sinnender Propheten. ?Jede deine? Weigerung entfernt dich
von dem Schmerz eiternder Wunden auf dem Gestein.
Empfindsam wie ein Leib zittert die Luft nach dem Schlag des Flügels.
Ein innerer Monolog wird auf einmal zum Schrei der Glocke über der gelähmten Stadt -
ohne Liebe und lustige Tiere an der Leine ist das Leben nur eine ?Pappen?blume.
[Papierblume? Pusteblume?]
Die Demut macht dich stärker als ein tiefes Gebet. Dein Pfand ist
eine leuchtende Wegmarke, gefunden zwischen den Gräbern.
Die Totgeborenen aber leben weiter in den Flammen über dem Horizont.
Die Erinnerung, ein symmetrisches Leben mit vertanen Trugbildern,
gewinnt abends ihre alte Wärme, bis ein schroffes Wort sie wieder entstellt.
[warum eine Inversion hier? die Inversion suggeriert, die Erinnerung (=Subj.) entstelle das schroffe Wort (=Akk.obj.); gemeint ist sicherlich, dass das schroffe Wort (=Subj.) die Erinnerung (=Akk.obj.) entstelle]

|  |
Gremuscht²
|
Vielen Dank für Ihre freundliche Korrektur, Herr Lost.
Das erste Gedicht ist relativ leicht und noch unkompliziert. Zwei oder vielleicht drei nächste lyrische Vorschläge beabsichtige ich schon in einem schwierigenen Still und einer mehr anspruchsvollen Form zu verfassen.
Damit Sie wissen, welches geistige Niveau ich besonders bevorzuge : ich beabsichtige "Finnegans Wake " von J.J. auszugsweise weiter zu entwickeln und mit diesen Texten noch im September / Oktober d.J. an manchen literearischen Wettbewerben in Deutschland teilzuhnenen. Bisher gelang es keinem, das Genre mit Erfolg aufzuhnemen, auch nicht dem hochgelobten Arno Schmitt.
Gr.Mu.

|  |
lost
|
05.09.2008, 22:38 / 1 x geändert
|
|
Gern getan, Herr Gremuscht!
Finnegans Wake von dem guten J.J. - Dunnerlittchen!
Fast befürchte ich, angesichts solch nach höchster Komplexität der Sprache strebenden Vorhabens, Ihr geschätztes geistiges Niveau möchte zu hoch sein für dieses unbedeutende, ja, nachgerade winzig zu nennende Forum, für diesen staubkornkleinen Stern am Rande der großen Galaxis - oder, anders herum gewendet, die hier verkehrenden Geister wären womöglich nicht leuchtend genug, um eine Schaffenskraft wie die Ihrige angemessen würdigen zu können.
Man muss ja, wenn man per aspera ad astra will, seine Energien bündeln: Vergeuden Sie also nur um Himmels Willen nicht Ihre Zeit mit einem geschwätzigen Alten wie mir!
Nehmen Sie in Angriff (den Finnegan!)!
Nehmen Sie teil (an den Wettbewerben!)!
Viel Glück!
best, lost.
__________________
Ach, dies nur noch (verzeihen Sie, ich kann nicht anders): Jede deine Weigerung - ich sage es ungern - ist grammatikalisch nicht richtig. Es wäre angebracht, hier einen korrekt gebildeten Genitiv zu verwenden, wenn Sie verstehen, was ich meine ... - es sei denn, Sie wollen die grammatikalisch falsche Bildung in voller Absicht belassen, sozusagen als formale Betonung der Negation im Weigern, oder auch als einen dem Leser beiläufig vergönnten Ausblick auf zu erwartende lyrische Vorschläge in schwierigerem Stil, "Stil" übrigens mit nur einem "l" (was ist das nur, ich komme mir vor wie ein Oberlehrer; da sehen Sie, wie stark Ihre Lyrik wirkt auf mich!) und anspruchsvollerer Form.

|  |
Jolante
|
06.09.2008, 13:38 / 3 x geändert
|
|
Erbarmen, Gremuscht !
Wenn du deine Drohung wahr machst, uns künftig deine lyrischen Werke in einem noch komplizierteren und anspruchsvolleren Stil präsentieren zu wollen, werde zumindest ICH dir in deine geistigen Höhen nicht folgen können. Aber es gibt ja einige intelligente Wesen auf unserem kleinen Planeten, denen ich das durchaus zutraue.
Es grüßt Jolante

|  |
Petronius
|
Welch eine sinnliche, geradezu übersinnliche Kraft!
Doch bewegen mich Fragen!
Denn wer hat die Statuen verstümmelt - waren es die sinnenden Philosophen? Waren es die lustigen Tiere, die sich von der Leine rissen - hin zur leuchtend-duftenden Wegmarke anderer solcher? Oder war es der Schnellschiss der verirrten Vögel über dem Tal, in welchem bekanntlich die Raucher von Reval liegen? Gibt es überhaupt noch die Reval, stellt sich die Frage in Zeiten der Raucherverachtung, und über dem flammenden Horizont schreit mir eine Glocke zu: bete tief und wage nicht zu inhalieren!

|  |
|
|