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augustine
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19.08.2008, 00:07 / 7 x geändert
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Kindergeschichten 1
DER AFFENFELSEN
Nein, der von Gibraltar ist nicht gemeint; überhaupt keiner, den
jeder kennt.
Es ist ein Felsen bei einem kleinen bretonischen Badeort, dem,
jedenfalls vor zwei Jahrzehnten, noch alles fehlte, was ihn zu einem
Seebad gemacht hätte. Es gab keine Strandpromenade und keine
Cafés, keine Andenkenläden und keine Hotels, und das war schön
so. Es gab nur ein Dorf mit bescheidenen, manchmal sogar
noch ärmlichen Häusern, niedrig, aus Bruchsteinen
gefügt, einige weiß gekälkt, die meisten mit Reet, andere mit
Schiefer oder sogar noch mit Holzschindeln gedeckt. Einige neu erbaute
Häuser wurden im Sommer vermietet. Die Besitzer zogen
dann für diese Zeit zu Verwandten. Es ist eine fast vergessene Gegend
am Rand Europas gewesen, ein paar Fischerdörfer, die allerdings
keinen Zaun um sich zogen, sondern mit langen Schritten
den touristischen Standard der übrigen Welt einzuholen trachteten.
Baugründe waren schon abgesteckt, an einer Stelle zeigte eine
Schilderei bereits künftige Fensterfronten zum offenen Meer hin.
Noch breitete sich zwischen dem Dorf St. Marc und dem Strand
eine weite Heidefläche aus, durchsetzt mit Wacholder und Stechginster,
manchmal kleine sumpfige Dünenseen darin. Dieser Heide
war zugedacht, in einem Teil erhalten zu bleiben und künftig ein
reduziertes Dasein als Biotop zu führen. Findlinge verschiedener
Größen standen und lagen dort wie von der Hand eines Riesen über
die Fläche verstreut. Auch diese Urtümlichkeiten sollten erhalten
bleiben, nur an ein wenig anderer Stelle. Vom Dorf über die Heide
zum Strand führte ein schmaler, unbefestigter Weg, auf dem zwei
Autos wohl gerade eben aneinander vorbeikommen konnten. Wären
aber dort überhaupt zwei Autos gefahren, so wäre das schon
außerordentlich gewesen; noch jedenfalls. Vom Dorf zum Strand
gingen die Gäste zu Fuß.
Kamen sie bei Ebbe dorthin, so sahen sie sofort den Affenfelsen.
Mehr als menschenhoch ragte er aus dem Sand, war bis weit nach
oben bewachsen mit Tang und Miesmuscheln, die die Dorfbewohner
ernteten und an Restaurants in der Umgebung verkauften. Aus
einer bestimmten Perspektive zeigte der Felsen eindeutig und
scharf das Profil eines Affen - mit dicken Augenwülsten, fliehender
Stirn, platter Nase und breitlippigem Mund. Das Kinn ging in den
stämmigen Hals über, mit dem er im Sand eingepflanzt schien.
Umgeben war der Affenfelsen von vier ebenfalls einzeln stehenden
Steinen, die wie ein Hofstaat ihn umgaben, wie in großer Aufmerksamkeit
ein wenig zu ihm hingebeugt, als seien sie seiner Befehle ....
[pdf] DER AFFENFELSEN
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Younis der Poet
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19.08.2008, 00:28 / 1 x geändert
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Dear Augustine ,
i really dont know what is the problem but ,take it easy ,
and i really like your way of writing ,but Affenfelsen is a pit Strong if i may say so
it is too late to sleep and i have to get up early and that becouse i am a climber
Have a Good night and dont think too much
Younis

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Petronius
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So, jetzt nochmal.
Eine schöne Impression über den Affenfelsen und seine menschlichen Besucher. Allerdings merke ich, dass Großfamilien nichts für mich sind: so viele Namen, die ich mir nicht merken kann, bin ich doch froh, wenn ich noch meinen eigenen weiß. Da gibt es Nini und Matthias und vielleicht auch noch andere Kinder, da bin ich mir nicht mehr so sicher.
Immerhin: obwohl mich Geschichten über Kinder sonst nicht interessieren, hat mich die Geschichte durchaus gereizt. Sicher keine hochdramatische Story, aber doch nett. Natürlich hätte man auch ein Melodram daraus machen können: etwa im Stil des Erlkönigs oder Herr der Fliegen, der Affenfelsen als kinderfressendes Totem, zumindest in der Einbildung der kleinen Akteure.
Wenn ich also hierzu etwas anmerken würde, dann die sehr behutsame Dramatik mit dem Hütchen. Schön und das eigentliche Salz der Geschichte die Detailbeobachtungen der Kinder; beinahe kann man den Videofilm sehen, der darüber wahrscheinlich gedreht wurde.
Was mir gerade so einfällt: aus der Perspektive des Jungen, der dieses Käppchen versteckt, stellt sich die Geschichte wahrscheinlich als hochdramatisch und problematisch dar. Aus der Perspektive des Erwachsenen eher als beiläufig. Natürlich wäre das eine ganz andere Erzählung geworden.
Zum Stil, ohne nun in die Erbsenzählerei zu geraten: manchmal zuviel "war, waren", hier geradezu aufdringlich: "Dass der Große einem Affen ähnlich war, war schnell klar für alle". Ich versuche immer, "war" wenn es geht, durch andere Wendungen zu ersetzen. Bsp: "Es erwies sich aber, dass das gar nicht nötig war." durch: "Es erwies sich aber gar nicht als nötig." Oder in der Art.
Und manchmal zu breite Erklärungen, das wirkt etwas betulich, hier z.B. "Die Eltern sorgten auch dafür, dass der Abstand zum Wasser immer sicher genug blieb." Sorgende Eltern! - Ebenfalls etwas spröde der Anfang, hier wird gewissermaßen wie im Lexikon ein Dorf und seine Landschaft beschrieben. Da fehlt mir etwas Farbe.

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Jolante
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Liebe augustine,
die Erzählung gefällt mir inhaltlich sehr gut, da sind schöne Einfälle drin. Stilistisch finde ich sie nicht so gelungen. Die Formulierungen erscheinen mir teilweise etwas umständlich. Dem Text täte eine kleine Auffrischung und Verschlankung gut, finde ich. Gerne würde ich ihn danach wiederlesen.
Liebe Grüße
Jolante

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