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Gerd
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kein Gelöbnis
nur
sprachlose
Antwort
der Welt
Ton
aufgerissener
hohler Brust
Worte
an
ihren Enden gezogen
sinnlose Fäden

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augustine
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Ich will nicht viele Worte über wenige Worte machen, lieber Gerd; nur sagen: das tonlose 'o' ist in allen Dreizeilern / es gibt (noch) keine ganzen Sätze, "Fäden" / die Antwort "der Welt" (lese ich als Dativ) ist (noch) sprachlos / deshalb richtet sich das kurze Gedicht nicht etwa an dieses Forum, aber doch auch (?) / es beginnt, obwohl "kein Gelöbnis", mit Hoffnung: dem tonlosen 'o' vorweg geht sein UMlaut.
Liebe Grüße von augustine

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windflug
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Oben ein Faden über das gesprochene Wort - hier ein Gedicht über das Schweigen der Worte. Mich beschäftigt dieses Jahr des Schweigens schon eine ganze Weile und gibt mir Fragen auf. Ich lese es als einen rückblickenden Versuch der Erklärung. Ein Jahr lang war es einfach nicht möglich der Welt Antwort zu geben, war da ein Schmerz, so unmäßig, dass jedes Wort, das sich der aufgerissenen Brust entreißen wollte, feststeckte im Inneren und zwischen dem Hinauswollen und Feststecken jeglichen Sinn verlor, nichts mehr kommunizierbar war. "Kein Gelöbnis", das kann sich auf die Vergangenheit beziehen ( ich habe kein Schweigegelübde abgelegt, es war mir unmöglich zu sprechen) oder auf die Zukunft (auch jetzt kann ich noch nicht geloben zu sprechen, aber ein Anfang ist gemacht).
Ob das in irgendeiner Weise der Intention des Gedichts entspricht, weiß ich nicht, aber so verstanden spricht dieses Schweigen mich sehr tief an.
windflug

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Gerd²
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28.09.2008, 19:05 / 1 x geändert
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Liebe augustine, liebe windflug,
wenige Worte, die mir selbst wenig gelungen erscheinen, nur besser z. Z. nicht sagbar. Ja, eine Antwort im richtig gelesenen Dativ, nicht speziell an das Forum, doch ja, auch an dieses. Windflug, Du hast die Intention, Wortgräten, die sich weder schlucken lassen noch hinaus können. Latente Wortnot apnoepumpender Seele.
Ich danke Euch
Gerd

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augustine
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Lieber Gerd,
sicher bin ich nicht die einzige, die an dich denkt. Jetzt hatte ich die Wahl, dir hier in diesem Faden das letzte Wort zu lassen - und zu hoffen, dass du bald einen anderen beginnen kannst - oder mit einem Beitrag dein Gedicht auf der ersten Seite zu halten. Ich hab' mich dafür entschieden.
Liebe Grüße augustine

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