The Flea, John Donne · ear · ·


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      ear



The Flea, John Donne

   06.08.2008, 12:44 / 1 x geändert



"The Flea " by John Donne (1572-1631)

Marke but this flea, and marke in this,
How little that which thou deny'st me is;
It suck'd me first, and now sucks thee,
And in this flea our two bloods mingled bee;
Though know'st that this cannot be said
A sinne, nor shame, nor losse of maidenhead,
Yet this enjoyes before it wooe,
And pamper'd swells with one blood made of two,
And this alas, is more than wee would doe.

Oh stay, three lives in one flea spare,
Where wee almost,yea more than maryed are.
This flea is you and I, and this
Our mariage bed, and mariage temple is;
Though parents grudge, and you, w'are met,
And cloysterd in these living walls of Jet.
Though use make you apt to kill me,
Let not to that, selfe murder added bee,
And sacrilge, three sinnes in killing three.

Cruell and sodaine, hast thou since
Purpled thy naile, in blood of innocence?
Wherein could this flea guilty bee,
Except in that drop which it suckt from thee?
Yet thou triumph'st, aand saist that thou
Find'st not thy selfe, nor mee the weaker now;
'Tis true, them learne how false, feares bee;
Just so much honor, when thou yeeld'st to mee,
Will wast, as this flea's death tooke lifefrom thee.




John Donne ist ein Dichter, der mich durch seine 'Aktualitaet' begeistert. Datierung seiner Gedichte ist kaum moeglich, obwohl viele Daten ueber sein Leben bekannt sind. Stuermisch war seine Jugend, abenteuerlich seine heimliche Ehe, Gefaengnis, Armut.
Reiche Freunde und Goenner sorgten fuer seine zahlreiche Familie, bis endlich Versoehnung ihm die Mitgift seiner Frau zuerkannte.Erstaunlich seine Schrift zur Rechtfertigung des Selbstmordes.



Versuch einer Uebertragung des Gedichtes

Der Floh
Schau an den Floh und merk es dir,
Wie wenig waer's, was du verwehrst;
Mich biss er erst,der nun dich sticht,
Im gleichen Floh vermischt das Blut.
Gesteh es mir, bestimmt bedeutet's
Nicht Suend, Verlust der Unschuld, Scham.
Doch er genoss, bevor er warb,
Gesaettigt schwillt er durch das Blut,
Ach, das ist mehr als wir vermocht.

Halt ein,drei Leben ihm verschon,
Wenn wir so gut wie ehelicht' Paar.
Der Floh haelt dich und mich und auch
Das Hochzeitsbett, der Tempel ist;
Die Eltern neiden unsern Bund,
Gefangen in dem dunklenWesen.
Obwohl dein Handeln mich vernichtet,
Vermeide du das selber Morden
Ein Sakrileg, drei Suenden, Tod.


Recht grausam, ungezuegelt, nun
Besudelt Finger, schuldlos Blut?
Worin besteht die Schuld des Flohs,
Im Tropfen , den er dir entsog?
Du triumphiert, verkuendest nun
Dass weder du noch ich entkraeftet;
So lern daraus wie falsch das Fuerchten;
Es bringt nur Ehre, schenk dich mir,
Sterbwillens nahm er Leben dir.

 

      windflug



RE: The Flea, John Donne

   08.08.2008, 20:45



Hallo ear,

wie schön, dass du nicht nur Donnes Floh, sondern auch ears Übersetzung hierher hast hüpfen lassen. Du hast so viele gute Formulierungen gefunden, dass es ja eigentlich nicht nötig wäre noch eine weitere Übertragung zu versuchen, aber mich hat es doch gereizt zusätzlich noch Reime zu finden und Donnes Wechsel von vier- und fünfhebigen Jamben beizubehalten. Statt also brav meinen schulischen Pflichten nachzugehen und Verwaltungskram aus dem letzten Schuljahr aufzuarbeiten habe ich mich von deinem Floh stechen lassen:



Sieh nur den Floh hier, sieh doch ein:
Was du mir vorenthältst, das ist so klein.
Erst stach er mich, nun saugt er dich;
in ihm vermischen unsre Säfte sich.
Gib zu, nur eine falsche Zung'
würd sagen, dies sei Sünd', Entjungferung.
Der Floh genießt vor seinem Frei'n.
Er trinkt sich satt an Einheitsblut aus zwei'n.
Ach, das ist mehr, als was bei uns soll sein.

Halt! Schon drei Leben in dem Floh!
In ihm sind wir doch fast vermählt, grad so.
Der Floh, das sind doch ich und du.
Er ist uns Hochzeitsbett und Kirch' dazu.
Lass Eltern groll'n, groll selbst, uns hält
umschlossen diese lebend schwarze Welt.
Warst du zu töten mich bereit,
zumindest täte dir doch Selbstmord leid
und Sakrileg - drei Mord', Dreisündigkeit.

Grausame, Jähe, hast du jetzt
den Nagel rot mit Unschuldsblut benetzt?
Was hat der Floh denn schlimm getan,
als dass er diesen kleinen Tropfen nahm?
Du triumphierst und sagst, dass dich
das alles nicht geschwächt hat noch auch mich.
Das stimmt. Du siehst, wie falsch Angst wär.
Es würde, gäbst du dich mir hin, die Ehr'
so leiden wie durch Flohtod du, nicht mehr.

 

      ear²



RE: The Flea, John Donne

   09.08.2008, 08:45 / 2 x geändert



Hallo windflug, welch schoener Morgengruss!
Grossartig finde ich Deine gereimte Form und das Herausheben der Donneschen Wechsel , welche mehr einer 'Umgangssprache' gleichkommen. Also in diesem Fall der Liebenden, die sich bestimmt nicht an Formelles halten wollen.

Interessant ist , wie Donne gesehen wurde von T.S. Eliot, oder von Browning und Coleridge.
Ich kam auf Donne, als ich in der 'Christchurch Mansion' in Ipswich die einzigartigen, fast surrealistisch gemalten Panele aus dem 16. Jahrhundert sah in einem klitzekleinen Meditationsraum. Vermutlich von Lady Drury gemalt.
Donne wurde von Lord und Lady Drury um eine 'Elegie' zum Tode der einzigen Tochter Elizabeth gebeten, die mit 15 Jahren starb.
Er schrieb ausserdem seine beruehmten und gleich durch Lord Drury veroeffentlichten "First" and Second Anniversaries" ueber dieses Familiendrama und konnte ohne Sorgen in Drury Lane in London wohnen. Alle weiteren Gedichte Donnes wurden erst nach seinem Tode veroeffentlicht, kursierten aber in Abschriften unter Freunden schon vorher.
Eine neue Begegnung mit John Donne lohnt sich wirklich.
Fuer mich als Musiker ist der Floh weniger ein Juckreiz erzeugendes Insekt, als ein Mittel fuer Dichter und Komponisten, ihn in humoristischer oder satirischer Weise darzustellen.
Mussorgskys Flohlied, oder Mephistos Lied in Auerbachs Keller gehoeren zum Standard-Repertoire eines Baritons.
Humorvoll und erotisch wurde der Floh benutzt, denn er gehoerte zum Alltagsleben und war total "klassen-los".
Das "Knicken" des Panzers , seine Schnelle und Sprungkraft sind plastisch musikalisch dargestellt worden.

Ob der Name 'Floh' sich von 'fliehen , floh, geflohen' ableitet?

 

      augustine



Grimms Wörterbuch

   09.08.2008, 14:48 / 1 x geändert



Es ist kaum zu glauben, aber der gesamte GRIMM ist digitalisiert im Netz! Man muss nicht mal irgendwas kaufen, und schon die 2 CD's von 2001 vor ein paar Jahren waren doch hoch zum Entzücken!
Also hier der link: mal sehn, ob das klappt; man darf sich bedienen.
Nur hier verrutscht er ja wieder.
Lieber Marcel: kannst du ihn nicht haltbar einbasteln???????
augustine

 

      ear²



RE: The Flea, John Donne

   09.08.2008, 17:06



Liebe augustine, und Marcel , das ist sagenhaft und so schnell! Ich moechte herzlich dafuer danken.
Zum 'Floh im Ohr' fiel mir noch die kleine Waggerl Geschichte mit dem Jesuskind ein, den ein Floh im Ohr kitzelt, als er von dort in eine sichere Ecke im Stall springen will. Maria glaubt, er 'laechle' schon.

 

      Younis der Poet



RE: The Flea, John Donne

   09.08.2008, 20:05



The Owl and the Pussycat poem

The Owl and the Pussycat went to sea
In a beautiful pea-green boat,
They took some honey, and plenty of money,
Wrapped up in a five pound note.
The Owl looked up to the stars above,
And sang to a small guitar,
"O lovely Pussy! O Pussy, my love,
What a beautiful Pussy you are, you are, you are,
What a beautiful Pussy you are."
Pussy said to the Owl "You elegant fowl,
How charmingly sweet you sing.
O let us be married, too long we have tarried;
But what shall we do for a ring?"
They sailed away, for a year and a day,
To the land where the Bong-tree grows,
And there in a wood a Piggy-wig stood
With a ring at the end of his nose, his nose, his nose,
With a ring at the end of his nose.
"Dear Pig, are you willing to sell for one shilling your ring?"
Said the Piggy, "I will"
So they took it away, and were married next day
By the Turkey who lives on the hill.
They dined on mince, and slices of quince,
Which they ate with a runcible spoon.
And hand in hand, on the edge of the sand.
They danced by the light of the moon, the moon, the moon,
They danced by the light of the moon.


Edward Lear (1812 - 1888

 

      zuppanova



Grimms Wörterbuch

   10.08.2008, 00:00



nur kurz, mit geborgter offtopic-lizenz (@Elise: nicht ahnden!).

dein grimm-iger hinweis, augustine, ist ein sehr ein guter! danke!
und jetzt so haltbar eingebastelt, so griffbereit im basics-regal nebenan
ohne weiteres herumgetaste - luxus. (danke, mf, für frickolage vor und hinter den kulissen.)

 

      windflug



RE: Grimms Wörterbuch

   10.08.2008, 17:21



Ja, das ist ein richtig guter Link zum Grimm, Danke!
Und, liebe ear, vielen Dank auch dir für vielen Hinweise zu Donne. Was das Umgangssprachliche betrifft, ich hatte eigentlich die Idee den ganzen Floh so richtig schön schnoddrig zu übertragen, aber daraus ist leider nichts geworden. Vielleicht wäre so etwas ja was für Gretchen.
Schließlich noch an den Poeten Younis: Auch das ist ein herrliches Gedicht. Ich mag den Lear'schen Nonsense sehr.

Es grüßt in die Runde
windflug

 

      ear²



RE: Grimms Wörterbuch

   11.08.2008, 11:28



Lieber Younis,
Dein Einstellen des Edward Lear- Gedichtes hat bestimmt Humor und Freude erzeugt. Fuer mich ist Lear das beste Beispiel kreativer Wort-Findung, doch ich wuerde eineUebersetzung dieses beruehmten Gedichtes nicht wagen.
Du erwaehnst in deinem Beitrag vom 10. 8. den gerade verstorbenen palestinensischen 'Nationaldichter' Mahmud Darwisch. (1941-2008).
Koenntest du ein Beispiel seiner Gedichte einsetzen? Hast du eine persoenliche Bindung zu ihm gehabt? Es wuerde mich interessieren, Genaueres ueber ihn als Schriftsteller und Dichter zu erfahren.




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